Garage

Der Kompressionstest lässt sich bequem in der eigenen Garage durchführen!

Dass Fahrzeuge jeglicher Art auch etwas kosten, wenn ihr Fahrer nicht damit fährt, ist eine Binsenweisheit. Sie trifft auf Motorräder genauso wie auf Autos zu. Damit eine Maschine ihren Dienst erwartungsgemäß erfüllt, muss sie regelmäßig gewartet und entsprechend gepflegt werden. Auch Reparaturen werden irgendwann zwangsläufig notwendig, sogar wenn es nicht zu Unfällen oder sonstigen Missgeschicken kommt und auch dann, wenn das Bike lange Zeit nicht gefahren wurde.

In manchen Fällen ist die Hilfe eines Fachmanns unerlässlich, außer der Besitzer des Motorrads ist selbst ein ausgesprochener Experte. Wer sein Bike allerdings für jede kleine Reparatur in eine Werkstatt gibt, muss mit hohen Kosten rechnen, die er sich auch sparen kann. Denn viele Handgriffe lassen sich mit dem notwendigen Equipment auch von Laien selbst durchführen. Dazu gehört die sogenannte „Kompressionsprüfung“. Sie ist schnell und einfach erledigt und erfordert kein teures Equipment. Aus diesem Grund soll nun aufgezeigt werden, wie das Ganze funktioniert und welche Werkzeuge benötigt werden.

Warum wird eine Kompressionsprüfung beim Motor nötig?

Der Kompressionsdruck, auch einfach Kompression genannt, bezeichnet den Druck, der von einem Kolben in einem Zylinder aufgebaut wird. Wenn dieser eine bestimmte Schwelle unterschreitet – bei modernen Benzinmotoren in der Regel 8 Bar – deutet dies auf einen Defekt hin. Dieser kann die Ventile, die Zylinderkopfdichtung oder die Kolbenringe betreffen. Bei mehreren Zylindern ist auch das Verhältnis der einzelnen Druckverhältnisse zueinander von Bedeutung.

Den direkten Anlass für eine Kompressionsprüfung kann eine Leistungsschwäche der Maschine sein. Verschleiß ist im Laufe der Zeit auch bei robusten Exemplaren unvermeidlich. Eine Kompressionsprüfung gibt Aufschluss über den Zustand des Motors und mögliche Ursachen für eine mangelhafte Leistung. Davon abgesehen kann es grundsätzlich hilfreich sein, in regelmäßigen Abständen eine Kompressionsprüfung durchzuführen, um einen Überblick über den Zustand des Motorrads zu behalten. Auch wenn dieses länger nicht gebraucht wurde, ist eine solche Maßnahme vor der ersten Fahrt nach der Pause empfehlenswert.

Das bedeutet, es gibt vor allem drei Gründe für eine Kompressionsprüfung:

  • Leistungsabfall der Maschine
  • Regelmäßige Überprüfung
  • Erste Fahrt nach längerer Pause

Je nach Vorwissen des Fahrers kann eine Kompressionsprüfung bei negativem Ergebnis der Auftakt zu eigenen Reparaturen sein oder zu einer Wartung in einer Werkstatt. Ihre Durchführung ist aber auch Menschen möglich, die wenig technische Kenntnisse haben. Deshalb gehört sie zu den Maßnahmen, die gut in Eigenregie übernommen werden können, um Geld zu sparen. Das eingesparte Budget kann dann für andere Verbesserungen ausgegeben werden, um die Maschine sportlicher oder komfortabler zu machen.

Welches Equipment wird benötigt?

Das Schöne an einer Kompressionsdruckprüfung ist nicht nur, dass sie einfach durchzuführen ist. Es ist auch kaum Equipment dafür notwendig. Voraussetzung ist allein ein Kompressionsdruckprüfer –bzw. -messer, den es im Zubehörhandel gibt. Wichtig ist, dass dieser amtlich geeicht ist. Andernfalls sind die Ergebnisse wenig vertrauenswürdig. In der Regel lassen sich die Geräte mit verschiedenen Adaptern versehen. Im Handel sind Komplettsets bereits preisgünstig auf jago24.de erhältlich. Für unter 15 Euro kann bei diesem Versandhändler ein Kompressionsprüfer für Benzinmotoren erstanden werden, mit allen wichtigen Adaptern. Messgeräte mit Kompressionsdruckschreiber sind besonders beliebt, da sie weniger umständlich in der Handhabung sind. Entsprechende Produkte enthalten in der Regel eine Reihe an verschiedenen Blättchen, die für jede Prüfung getauscht werden.

Durchführung

Wie bereits angedeutet, ist eine Kompressionsdruckprüfung leicht durchzuführen, auch ohne große Vorkenntnisse. Dabei können Fahrer folgendermaßen vorgehen:

  1. Bestenfalls sollte die Prüfung bei betriebswarmem Motor erfolgen. Andernfalls entspricht das Ergebnis häufig nicht der Realität.
  2. Fahrer entfernen zunächst alle Zündkerzen.
  3. Dann wird der Kompressionsdruckprüfer nacheinander in jede einzelne Kerzenöffnung hineingeschraubt bzw. anderweitig befestigt.
  4. Für die Messung selbst ist es wichtig, den Motor für etwa 3 oder 4 Sekunden zu starten. Wenn der gemessene Wert nicht mehr ansteigt, können sie diesen notieren. Bei einem Kompressionsdruckschreiber wird automatisch ein Diagramm für jeden Zylinder erzeugt.

Letzten Endes sind laut kfz-tech.de nicht nur die einzelnen Ergebnisse für sich gesehen wichtig, sondern auch ihr Verhältnis zueinander. Weichen sie zu stark voneinander ab, ist dies ebenfalls ein schlechtes Zeichen.

Mögliche Rückschlüsse

Eine Kompressionsprüfung beim Motorrad lässt keine eindeutigen Rückschlüsse auf vorhandene Defekte oder einen Verschleiß zu. Sie kann aber anzeigen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.

Das beginnt bei der Höhe des gemessenen Drucks. Fällt dieser unter einen bestimmten Wert, ist das ein Anzeichen dafür, dass mit dem Motor etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings sollte sie auch nicht zu hoch ausfallen. Trifft dies zu, deutet das darauf hin, dass der Brennraum mit Ölkohle „verkokt“ ist.

Darüber hinaus ist aber auch das Verhältnis der einzelnen Messwerte zueinander von Bedeutung. Diese sollten bei Benzinmotoren höchstens um einen Wert von 1 oder 2 Bar voneinander abweichen, bei Dieselfahrzeugen dürfen es 2 bis 4 sein.

Für zu hohe oder stark voneinander abweichende Werte können mehrere Defekte verantwortlich sein:

  • Es können Haarrisse an Zylinderkopf oder Zylinderkopfdichtung vorliegen
  • Ventile können defekt oder von Verschleiß betroffen sein
  • Möglicherweise ist auch der Kolben selbst oder Kolbenringe defekt.

Der nächste Schritt zur genaueren Feststellung der Fehlerursache ist eine Druckverlustprüfung, die in der Regel in einer Werkstatt durchgeführt wird. Wie umfangreich und kostspielig eine Reparatur wird, hängt natürlich vom Ergebnis dieser Maßnahme ab.

Muss der Motor ausgetauscht werden oder genügt eine Reparatur? Die Druckverlustprüfung gibt Aufschluss!

Muss der Motor ausgetauscht werden oder genügt eine Reparatur? Die Druckverlustprüfung gibt Aufschluss!

Reparaturen wie eine Kompressionsmessung lassen sich in Eigenregie durchführen

Motorräder sind beliebte Fahrzeuge in Deutschland. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden 2013 mehr als 138.000 Maschinen neu zugelassen. Tatsächlich haben die Zweiräder eine Reihe von Vorteilen, allen voran ihre Wendigkeit und ihr geringer Platzbedarf. Billig sind sie allerdings nicht unbedingt. Auch und gerade wer eine günstige gebrauchte Maschine erwirbt, muss regelmäßig Geld und Zeit für die Pflege und Wartung aufbringen.

Wieweit sich an dieser Stelle Geld sparen lässt, indem notwendige Maßnahmen selbst durchgeführt werden, unterscheidet sich je nach den eigenen Vorkenntnissen und Ambitionen. Manchmal führt kein Weg an einer Werkstatt vorbei. Schließlich geht es auch immer um die eigene Sicherheit und die anderer Personen. Eine Kompressionsprüfung können allerdings auch Laien durchführen und so im besten Fall feststellen, dass mit dem Motor ihrer Maschine alles in Ordnung ist.


Bildquellen:
Abbildung 1: © SplitShire (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © Josch13 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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