Spätestens wenn der Winter sich mitsamt Eis und Frost verabschiedet und die ersten Frühlings-Sonnenstrahlen die Wolkendecke durchbrechen, haben Zweirad Fans wieder Lust auf ausgedehnte Touren. Das eigene Motorrad, das während der kalten Jahreszeit auf seinen Einsatz warten musste, darf endlich wieder auf die Straße. Manchmal jedoch reicht es nicht, einfach das altbekannte Modell aus der Garage zu holen und ein neues Motorrad muss her. Wer sich zum ersten Mal oder auch wiederholt ein Motorrad kauft, zahlt dieses in aller Regel nicht vollständig aus eigener Tasche. Bei der Finanzierung über eine Bank gibt es jedoch so einiges zu beachten. Viel zu viele Motorradbesitzer vergessen die wichtigsten Dinge und zahlen letztlich viel zu viel für ihren Motorradkredit.

Tipps für günstigere Motorradkredite
Schon bei der Suche nach einem passenden Kredit für die Finanzierung eines Motorrades machen viele künftigen Kreditnehmer einen entscheidenden Fehler. Sie konzentrieren sich auf Kredite ohne Zweckbindung und entscheiden sich somit für ein Produkt, dessen Konditionen zumeist deutlich schlechter sind als bei zweckgebundenen Krediten. Dabei ist es durchaus möglich, auch für ein Motorrad einen Kredit zu beantragen, bei dessen Verwendung eine bestimmte Anschaffung vorgesehen und mit der Bank vereinbart wird. Ein berühmtes Beispiel für einen solch zweckgebundenen Kredit ist der Autokredit. Und hier wird es auch für Motorradfahrer interessant, denn viele Banken sehen zwischen Krediten für Motorräder und Krediten für Autos keinen Unterschied. Es ist also möglich, einen Autokredit mit seinen vorteilhaften Konditionen auch dann abzuschließen, wenn kein PKW, sondern ein Motorrad angeschafft werden soll. Interessierte sollten sich daher vom Begriff „Autokredit“ nicht abschrecken lassen und gezielt nach solchen Angeboten suchen.

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Ein Motorrad kann auch mit einem zweckgebundenen Kredit finanziert werden. (Quelle: josealbafotos (CCO-Lizenz)/ pixabay.com)

Dies bringt mehrere Vorteile mit sich. So sind die Zinsen bei einem zweckgebundenen Kredit oftmals deutlich niedriger und der Kunde zahlt letztlich weniger „drauf“. Auch ist es für die Bank leichter, einen solchen Kredit zu gewähren, da in Form des Motorrades eine gewisse Sicherheit vorliegt. Kann der Kreditnehmer seine Verbindlichkeiten nicht zurückzahlen, so hat die Bank die Möglichkeit, den Schaden durch den Verkauf des Motorrades weitestgehend zu begrenzen.

Entscheidend für die Beantragung eines zweckgebundenen Kredits ist jedoch auch, welches Budget überhaupt zur Verfügung steht. Die eigenen monatlichen Einnahmen und auch Ausgaben sollten einander vor der Entscheidung gegenübergestellt werden. Hier ergibt sich dann im besten Fall ein finanzieller Überschuss, der wiederum Platz für die monatlichen Raten des Motorradkredits lässt. Nicht vergessen sollten künftige Kreditnehmer auch, dass gemeinsam mit dem Kredit und dem Motorrad weitere Kosten auf sie zukommen. Wer die etwaige Höhe der Kosten für die Motorradversicherung kennt, kann besser planen und überschätzt sich nicht.

Welche Rolle die Bonität spielt
Die Bonität beschreibt, wie finanzkräftig und zahlungsfähig ein Bankkunde ist. Für die Banken spielt die Bonität bei der Bewilligung eines Kredits eine wichtige Rolle, da sich anhand dieser Einschätzung auch eine Risiko-Analyse vornehmen lässt. Ein Kunde mit einer schlechten Bonität erhält in den meisten Fällen nur schwer einen Kredit, da die Bank sich vor Zahlungsausfällen schützen möchte. Wie bereits erwähnt, kann der zweckgebundene Kredit hier eine Hilfe sein. Liegt der Schufa Score jedoch jenseits von Gut und Böse, etwa aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und Überschuldung in der Vergangenheit, zögern Banken auch beim Motorradkredit. Der Schufa-Scora ist hierbei eine besonders wichtige Zahl, die die meisten Banken bei einem Kreditantrag abfragen. Laut schufa.de ist diese Kennzahl eine der wichtigsten Schutzfunktionen vor Überschuldung und Zahlungsausfällen, kommt also dem Verbraucher und auch der Bank zu gute.

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Ein schlechter Schufa-Score kann ohne die Hilfe einer Zusatzperson zum Problem werden. (Quelle: stevepb (CCO-Lizenz)/ pixabay.com)

Abseits des Schufa-Scores fragen Banken jedoch weitere Eckdaten ab, die für die Bewilligung eines Motorradkredits wichtig sind. smava nennt hier folgende Punkte, die für die Bewilligung eines Kredits ausschlaggebend sind:

  • Volljährigkeit des Antragstellers
  • Hauptwohnsitz in Deutschland
  • das aktuelle Arbeitsverhältnis
  • Vorliegen eines deutschen Kontos
  • Kreditwürdigkeit

Sind alle Voraussetzungen für die Bewilligung gegeben, macht die Bonität des Kunden Banken jedoch Sorgen, so führt das nicht unbedingt zu einer Ablehnung. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Verzinsung des Darlehens sich aufgrund der mangelhaften Bonität negativ verändert. Steigende Zinsen bedeuten letztlich auch höhere Kosten für den Kreditnehmer. Es kann sich dann lohnen, eine zweite Person zu Hilfe zu holen, die sich als Bürge oder auch als zweiter Kreditnehmer in den Vertrag aufnehmen lässt. Deren Bonität und die allgemeine Sicherheit einer zusätzlichen Person können sich deutlich auf die Kreditkonditionen auswirken und sehr viel niedrigere Zinsen möglich machen.

Den Kreditbetrag klug wählen
Wie bereits erwähnt, sollte vor der Beantragung eines Kredits zunächst das eigene Budget festgelegt werden. Auch die Auswahl des Motorrades kann hiermit direkt zusammenhängen, denn manch teure Maschine erweist sich bei genauer Betrachtung als finanzielles Risiko. Gut beraten sind künftige Besitzer dann mit der Suche nach einem günstigeren Modell, das der eigenen Leistungsfähigkeit und Finanzkraft entspricht.

Motorrad Schutzkleidung

Niemals dürfen Motorradbesitzer an der Schutzkleidung sparen. (Quelle: stevemorrissey (CCO-Lizenz)/ pixabay.com)

Zum Kauf eines Motorrades gehören jedoch nicht nur Ausgaben für die Maschine per se. Auch entsprechende Schutzkleidung, von den Schuhen über die Jacke bis hin zum Helm, kann so einiges kosten. Der ADAC weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Kunden beim Kauf der Schutzkleidung keinesfalls den Preis bestimmen lassen sollten, um sich nicht zu gefährden. Letztlich stehen dann durchaus vierstellige Beträge für eine komplette Schutzausrüstung auf dem Plan. Und hier kommt ein weiterer Punkt zum Tragen, den viele Bankkunden und Kreditnehmer vergessen.

So ist ein zweckgebundener Kredit zwar durchaus an eine bestimmte Verwendung – in diesem Fall den Kauf eines Motorrades – gebunden, muss jedoch nicht in seinem vollen Umfang hierfür genutzt werden. Vielen Banken genügt es, wenn der Kreditnehmer nachweisen kann, dass er etwa neunzig Prozent des Kreditbetrages für das Motorrad ausgegeben hat. Die restlichen zehn Prozent kann er dann nutzen, wie er möchte, ohne dass sich die günstigen Rahmenbedingungen eines zweckgebundenen Kredits hierdurch verändern. Bei einem Motorradkredit mit einer Gesamtsumme von 15.000 Euro bleiben dann immerhin noch 1.500 Euro für den Kauf von Motorradkleidung übrig.

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