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Am 20. und 21.08.2011 lädt der MSC Schotten alle historischen Motorradfreunde bis Baujahr 1969 und Hubraum bis 500 ccm, bei den Gespannen bis 600 ccm in die Rennstadt Schotten zur Austragung des 9. und 10. Wertungslaufs der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft ein.

Erstmals 1951 und somit vor 60 Jahren, hatten die Schottener auf dem damalig 16 km langen Straßenkurs zu dem Lauf rund um Schotten eingeladen. Da zeitgleich zu diesem Termin der große Preis von Frankreich stattfand, starteten überwiegend Privatfahrer. Georg Meyer siegte damals mit seiner BMW mit einem Rundenrekord von 125,4 km/h. Zweiter wurde bei den 500ern Walter Zeller vor dem Australier Ken Kavanagh auf Norton. H. P. Müller gewann damals mit seiner DKW den Lauf der 125er.

Dieses Motorsporterlebnis lässt der MSC Schotten in diesem Jahr erneut aufleben.
Die Veranstaltung des MSC Schotten ist einer der Höhepunkte der DHM. Einmalig bei dieser Veranstaltung ist, wie auf dem rund 1,4 km langen Stadtkurs Motorsport betrieben wird. Hautnah können Zuschauer hinter den Heuballen dem Rennsportereignis beiwohnen. Alle Fahrer sind geradezu gefesselt von der Stimmung die von den vielen aufgebauten Zuschauertribünen ausgeht. Über 20.000 Zuschauer haben im Vorjahr die Veranstaltung besucht.

Wie in jedem Jahr stellt der VFV – neben seinen Läufen um die Deutsche Historische Meisterschaft – in Schotten auch wieder berühmte alte Rennmaschinen in einem Sonderlauf dem interessierten Besucher in Aktion vor. Dabei handelt es sich um Motorräder in originalem und zeitgemäßem Zustand, bei denen nicht nur die alte Optik, sondern auch der originale Sound den Zuschauer in seinen Bann schlägt. In diesem Jahr gilt die Aufmerksamkeit vor allem zwei Moto Guzzi Rennmaschinen aus dem Werksmuseum in Maranello.

Zum einen ist dies die berühmte „Bicilindrica“, mit der Stanley Woods 1935 die Senior-TT auf der Isle of Man gewinnen konnte. Mit damals 44 PS bei 7000 U/min und einem richtungsweisenden Fahrwerk mit Hinterradschwinge, war sie der Konkurrenz auf dieser schwierigen Strecke deutlich überlegen. Das in Schotten an den Start gebrachte Exemplar ist eine Version von 1946/47 und sie ist untrennbar mit dem italienischen Meisterfahrer Omobono Tenni verbunden, eine Fahrerlegende die den älteren Fans unter uns noch sehr bewusst ist. Diese Maschine wird erstmals in Deutschland zu sehen sein, wohingegen die zweite Moto Guzzi – die „Otto Cilindri“ – vor Jahren schon mal in Schotten am Start war. Sie konkurrierte in der 500er WM von 1955 bis 1957, war zwar technisch der Konkurrenz mit anfangs 68 und später bis zu 80 PS bei 12000 U/min überlegen, doch blieb ihr ein GP-Erfolg wegen zu vieler Kinderkrankheiten verwehrt. Für 1958 waren die Aussichten bestens, doch zog sich Moto Guzzi Ende 57 leider vom Rennsport zurück. Unvergessen bleibt den Älteren unter uns aber der von Keith Campbell 1957 in Spa aufgestellte Rundenrekord von 190,8 Km/h. Freuen wir uns auf den unvergleichlichen Auspuffton aus acht einzelnen Rohren!

Daneben dürfen wir uns auch an der von Gustav Assmann hervorragend restaurierten und beherzt gefahrenen Mondial 125 erfreuen, dem gleichen Motorrad mit dem Tarquinio Provini 1957 die Fahrerweltmeisterschaft erringen konnte. Es ist dies ein DOHC-Einzylinder mit Königswelle, einer Leistung von 18 PS bei 12000 U/min und einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 190 Km/h. Dies allerdings mit der damaligen Vollverkleidung samt Heckteil, Teile welche an der Assmannschen Maschine leider nicht montiert sind. Dafür wird die alte Grand-Prix-Technik umso besser sichtbar.

Dieses Jahr werden wir eine erstaunlich große Zahl von Vorkriegsmaschinen am Start haben, Condor, NSU, Jap, AJS, Standard und andere, von denen hier die AJS von Dr. Lotter erwähnt werden soll, die berühmte Einzylinder mit der kettengetriebenen obenliegenden Nockenwelle, 1927 erschienen und Vorläufer des bis 1962 gebauten Typs 7R. Unser Exemplar ist die 500er M 10 von 1929, von der es auch – erfolgreichere – Versionen mit 250 und 350ccm gab. Erinnert sei an den 3.Platz von Jimmy Simpson bei der Junior-TT 1927, den 2.Platz von Wal Handley bei der Junior-TT von 1929 und den überragenden Sieg in der Leightweight-TT von Jimmy Guthrie 1930. Diese Maschine wird erstmals hier in Schotten an den Start gehen.

Stephan Otto
Pressesprecher der DHM im VFV
60385 Frankfurt am Main, Alt Bornheim 29,
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