© KTM SuperDuke

Was macht man, wenn man 3 Wochen Urlaub aufgedrückt bekommt? Man könnte einen feinen Walking-Urlaub im Hochsauerland machen. Oder in Renesse, Hollands Antwort auf den Ballermann, mal so richtig abfeiern.

Der Möglichkeiten sind gar viele. Man kann auch einen alten Freund besuchen. Einen, der sich schon allein tierisch darüber aufregen würde, von mir als Freund bezeichnet zu werden. Das erschien mir reizvoll und so habe ich es gemacht. Der Freund, der sich weigert, sich von mir als solcher bezeichnen zu lassen – nennen wir ihn einfach mal Erich – ist Rancher. Zum Glück hütet er aber nicht nur das Vieh und vermöbelt ungehorsame Hunde, sondern fährt auch Motorrad. Und zwar eines, dass diesen Namen verdient, eine KTM SuperDuke.

Nachdem Erich seine immense Freude, mich noch mal wiederzusehen, erfolgreich unterdrückt hatte, folgte das Angebot, den Herzog einmal Probe zu reiten. Ja klar, Mann! (Ich hatte Erich verschwiegen, dass dies das eigentliche Anliegen meines Besuches war.) Und so bin zu den ersten SuperDuke-Kilometern meines Lebens gekommen. Bei dem kleinen Ausritt ließen wir Erichs Namen Programm sein – vorne fuhr er (auf dem Krad seiner Frau) und hinten ich. Nach einer Viertelstunde forderte Erich an einer Kreuzung eine Wiedergabe meines ersten Eindrucks. Da mir die angemessenen Worte fehlten, half in der ihm eigenen Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit aus:

Seit ich die Karre fahre, suche ich nach Gründen, ein anderes Motorrad zu fahren. Es gibt keine.

Was soll ich sagen? Der Mann hat Recht. Ich bin eigentlich kein Freund von Motorrädern, auf denen man aufrecht sitzt (Supermotos mal ausgenommen). Aber die Art und Weise, in der Mattighofen eine aggressive Fahrmaschine als Allround-Landstraßenkrad verpackt, ist einfach genial. Wenn man will, kann man auf dem Eimer aufrecht sitzen. Ich konnte nicht. Ohne aktives Zutun neigt sich der Oberkörper unmerklich etwas nach vorne und die Ellenbogen werden in bester Ben Spies-Manier leicht ausgestellt. Und dann, dann geht es immer nur nach vorne. Ohne wenn und laber einfach volle Pulle vorwärts.

Während man mit jedem anderen Motorrad eine gelungen gefahrene Kurvenkombination erfreut zur Kenntnis nimmt, kommt auf der SuperDuke sofort der Gedanke „da wäre noch mehr gegangen“. Und es geht mehr – immer. Das Ding klebt an der Straße wie die vielzitierte Kacke am Handtuch. Ob erstgenannte dabei mit Flickstellen, Kanaldeckeln oder sonstigen Nickeligkeiten verziert wurde, ist vollkommen wurscht. Und während es so klebt und wunderbar satt in allen Lebenslagen liegt, röhrt dich direkt unter dem Arsch ein V2-Klang an, der eigentlich gar kein V2-Klang ist. Eher ein rattig-heiseres Fauchen, was dich reflexartig immer nur Vollgas geben lässt.

Wie Erich schon sagte: Es gibt eigentlich keinen Grund, ein anderes Motorrad zu fahren. Ich habe bis jetzt jedenfalls keinen gefunden. Scheisse. Und kommt mir jetzt nicht mit ABS und Haupständer und so einem Blödsinn.

Tja.

© KTM - 950 Supermoto

Was macht man im Urlaub? Korrekt, Kumpel aufsuchen. Heute war ich bei Olaf (der arme Kerl heißt wirklich so). Olaf hat erstens eine KTM 950 Supermoto und zweitens mir die Frage gestellt, ob ich sie mal fahren will. Ihr kennt meine Antwort auf diese Frage…

Was soll ich sagen? Die 950er ist für die Landstraße nach objektiven Gesichtspunkten die bessere Wahl, der Motor läuft noch weicher als der der 990er, man sitzt vollkommen relaxt und das Fahrwerk nach meinem Ermessen nicht zu toppen. Je schneller man fährt, um so handlicher wird der Eimer – phänomenal. Aber es fehlt ihr die Aggressivität, die der Großherzog dem Fahrer vermittelt.

Egal ob Moto oder Duke – beide verdienen das „Super“ zweifelsohne. Bleibt die Frage offen, warum man etwas anderes fahren sollte.

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