© GEPA/Red Bull - KTM-Pilot Marc Coma feierte seinen dritten Dakar-Sieg in Buenos Aires

Auf der letzten Etappe der Rallye Dakar mussten die Motorräder eine 645 Kilometer lange Verbindungsstrecke zurücklegen, bevor es bis zur Ziellinie noch einmal auf 181 Wertungskilometern zur Sache ging. An der Spitze des Gesamtklassements hat sich erwartungsgemäß nichts mehr verändert. KTM-Pilot Marc Coma fuhr seinen Vorsprung sicher nach Buenos Aires und feierte seinen dritten Dakar-Sieg. Cyril Despres hatte keine Chance mehr und wurde Zweiter. Spannend war die Etappe dennoch, denn da die Spitzenreiter nichts mehr riskieren mussten, war der Weg frei für andere Piloten.

Kurz vor dem Start wurde die Strecke noch einmal leicht geändert. Die starken Regenfälle der vergangenen Tage hatten den Boden aufgeweicht. Um einige sehr morastige Bereiche zu umfahren, wurde die Route leicht angepasst. An der Distanz änderte sich allerdings nichts. Auf den ersten 47 Kilometern entfesselte der Portugiese Helder Rodrigues (Yamaha) gleich ein Feuerwerk, doch BMW-Pilot Frans Verhoeven war eine Sekunde schneller und ging in Führung.

Auch bei der Zeitmessung nach Kilometer 114 ging es weiter eng zu Verhoeven führte immer noch mit einer Sekunde Vorsprung, diesmal aber vor Despres. Rodrigues war nur den Wimpernschlag von 13 Sekunden zurück. Auch bei der dritten Zeitnehmung lag das Spitzentrio, bestehend aus Despres, Jean De Azevedo und Verhoeven innerhalb von nur zehn Sekunden.

Die Entscheidung um den Tagessieg fiel also auf den letzten Kilometern bei der Einfahrt nach Buenos Aires. Schließlich setzte sich Verhoeven durch und feierte seinen ersten Tagessieg 2011. Rodrigues folgte mit fünf Sekunden Abstand vor De Azevedo. Die großen Dakar-Dominatoren Despres und Coma kamen auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. (Komplettes Ergebnis in unserem Live-Ticker!)
Coma am Ende seiner Ziele

Nachdem Coma über die vergangenen Tage seinen Vorsprung sicher kontrollierte, fiel im Ziel der ganze Druck ab. Um 15:04 Minuten hatte der Spanier seinen großen Konkurrenten besiegt. Nach 2006 und 2009 konnte der KTM-Star über seinen dritten Erfolg jubeln.

„Man musste konzentriert bleiben, ich habe mich voll auf meine Fahrweise fokussiert“, so Coma. „Das war das einzige Mittel, um diesen Sieg erringen zu können. Besonders schwer war, dass man zu keinerlei Zeitpunkt nachlassen durfte. Wenn du einen schwierigen Tag beendet hast, war der nächste noch schwerer.“

„Wir wissen, dass die Dakar sehr schwer ist, aber dieses Jahr war sie es ganz besonders. Dieser Sieg ist die Belohnung für meine Arbeit. Und es war eine sehr lange Arbeit. Es waren viele Jahre und sehr viel Spannung an diesen letzten Tagen. Dies ist die Belohung für diese ganze Wegstrecke, all die Jahre der Opfer.“

„Und vor allem muss ich all den Leuten in meinem Umfeld danken. Wir hatten ehrgeizige Ziele, und dazu brauchte es die besten Leute, die dafür geschaffen und bereit sind, alle an einem Strang zu ziehen. Wie für alle bei der Dakar gibt es zuweilen schwierige Momente. Jetzt werde ich mich erst einmal ausruhen und dann an die Zukunft denken. In Wahrheit kann man bei diesem Rennen, bei dieser ständigen Spannung zu keinem Zeitpunkt an etwas anderes denken.

Despres bitter enttäuscht
Enttäuscht zeigte sich Despres nach seiner Niederlage. „Eine Spezialetappe, die man anders angeht, wenn man an erster Stelle liegt, wie im letzten Jahr, wenn du dir ein kürzeres Rennen wünschst. Wenn du an zweiter Stelle bist, möchtest du, dass sie viel länger ist. Aber na ja, das Gefühl, eine Dakar abzuschließen, ist immer gut, vor allem bei den Zuschauern hier.“

„Ich bin ziemlich enttäuscht, dass ich mich in sportlicher Hinsicht nicht ein bisschen mehr ausdrücken konnte. Ich habe an elf Dakars teilgenommen, acht Podiumsplätze und drei Siege gefeiert. Einer mehr wäre sehr schön gewesen. Ich habe mich nicht durchsetzen können. Ich habe Fehler gemacht, zwei kleine Fehler, die sich als fatal erwiesen haben.“

Pech hatte Francisco „Chaleco“ Lopez (Aprilia), dem nach 159 Kilometern, also kurz vor dem Ziel, ein Stoßdämpfer brach. Seine Teamkollegen Alain Duclos und Gerard Farres Guell halfen bei der Notreparatur. Der Chilene konnte zwar weiterfahren, aber nur bis Kilometer 169. Von da Weg wurde er von Duclos ins Ziel geschleppt.

Diese dramatischen Szenen waren entscheidend für die Gesamtwertung. „Chaleco“ hatte zuviel Zeit verloren und wurde noch von Rodrigues überholt. Der Portugiese schaffte im letzten Moment noch den Sprung auf das Podium.

Ergebnis der 13. Etappe (Top 10):

01. Verhoeven (BMW) – 1:25:07 Stunden
02. Rodrigues (Yamaha) +0:05 Minuten
03. De Azevedo (KTM) +0:19
04. Despres (KTM) +0:44
05. Coma (KTM) +2:16
06. Knuiman (KTM) +2:47
07. Pedrero Garcia (KTM) +3:05
08. Ullevalseter (KTM) +3:51
09. Czachor (KTM) +4:38
10. Stanovnik (KTM) +5:16

Endergebnis nach 13 Etappen (Top 10):
01. Coma (KTM) – 51:25:00 Stunden
02. Despres (KTM) +15:04 Minuten
03. Rodrigues (Yamaha) +1:40:20 Stunden
04. Lopez Contardo (Aprilia) +2:09:45
05. Pedrero Garcia (KTM) +3:07:03
06. Ullevalseter (KTM) +3:32:56
07. De Azevedo (KTM) +3:59:38
08. Faria (KTM) +4:13:01
09. Cody (Honda) +4:52:10
10. Czachor (KTM) +6:13:41

Text von Gerald Dimbeck

Die gesamte Dakar Etappen auf Gaskrank TV

Motorsport-Total.com
Quelle, Infos, Hintergrundberichte und Fotos auf: » www.motorsport-total.com

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