© Red Bull/GEPA - Cyril Despres hat sich den zweiten Tagessieg in diesem Jahr gesichert

Der fünfte Tag der Rallye Dakar wurde vom Unwetter beeinflusst. Starke Regenfälle sorgten für eine kurzfristig geänderte Wertungsprüfung, die dennoch von vielen Herausforderungen gespickt war. An der Spitze ging das KTM-Stallduell zwischen Cyril Despres und Marc Coma weiter. Heute hatte Despres die Nase vorne und sicherte sich den Tagessieg. Coma büßte 1:41 Minuten ein und hat in der Gesamtwertung nun einen Rückstand von 9:51 Minuten auf den Franzosen. Der Rest des Feldes ist bereits weit abgeschlagen. Joan Barreda Bort wurde heute mit seiner Husqvarna des Speedbrain-Teams Dritter.

Auf der fünften Etappe von Chilecito nach Fiambala spielte das Wetter eine große Rolle. Aufgrund anhaltender Regenfälle musste die Route kurzfristig angepasst werden. Zunächst begaben sich die verbliebenen Motorradfahrer auf die Verbindungsstrecke über 151 Kilometer. Währenddessen inspizierten die Vorausfahrzeuge die Wertungsprüfung. Der Start wurde zunächst um 30 Minuten nach hinten verschoben. Schließlich wurde die Prüfung im letzten Abschnitt verkürzt und es mussten statt den vorgesehenen 265 Kilometern „nur“ 186 Kilometer zurückgelegt werden.

Dennoch war die Herausforderung der Prüfung groß, denn in den Dünen von Fiambala war die Navigation nicht einfach. Dazu wussten die Fahrer nicht, wie sich die Strecken durch die Regenfälle präsentieren würden. An der Spitze herrschte von Beginn an wieder das Stallduell der beiden KTM-Stars. Coma musste aufgrund seines Sieges vom Vortag als Erster auf die Strecke gehen und legte für die Verfolger die ersten Spuren.

Despres wusste dies zu nutzen und passierte alle Wegpunkte mit der besten Zeit. Ganz problemlos lief es für das Duo nicht, denn beide hatten zwischenzeitlich den falschen Weg eingeschlagen, bemerkten aber den Fehler und kehrten auf die richtige Route zurück. Dennoch konnten die Gegner kein Kapital daraus schlagen. Der Despres/Coma-Express fuhr erneut in einer eigenen Liga.

Nach einer Fahrtzeit von 2:28:33 Minuten erreichte Despres das Ziel und feierte seinen zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Dakar. Coma hatte einen Rückstand von 1:41 Minuten. In der Gesamtwertung büßte der Spanier wieder etwas Zeit ein. Despres führt nach fünf Etappen mit einem Vorsprung von 9:51 Minuten.

„Nach dem ersten Tag konnte man sich denken, dass viele andere Piloten im Titelkampf mitmischen würden. Letztlich sind es doch nicht so viele“, sagt Despres über das Gesamtbild. „Derzeit ist der Abstand sehr gering, und wir spielen mit zwei Minuten. Heute ist es mir leichter gefallen, weil ich hinter ihm losgefahren bin. Vielleicht ist morgen das Gegenteil der Fall. Mein Vorsprung ist ein komfortables Polster, kann aber schnell schrumpfen. Daher muss ich die gleiche Einstellung und die gleiche Konzentration bewahren.“

Coma hat die Titelverteidigung trotz des Rückstandes noch nicht aufgeben. „Das war eine weitere harte und komplizierte Etappe, die mythische Etappe von Fiambala. Die Strecke der Spezialprüfung wurde leicht verkürzt. In körperlicher Hinsicht zweifellos eine gute Sache, aber für mich gilt, je mehr Kilometer, desto mehr Schwierigkeiten gibt es und umso mehr Dinge können passieren, wodurch sich für mich Chancen ergeben. Mir ist ein kleiner Fehler unterlaufen, den ich mit mir rumschleppe. Ich bin aber immer noch im Rennen und habe gute Siegchancen. Mit der Atacama-Wüste beginnt jetzt ein neues Rennen. Mal sehen, was noch so passiert.“

Zahlreiche Fahrer hatten mit den schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Frans Verhoeven blieb bei Kilometer 16 einige Minuten lang stehen. In langsamer Fahrt setzte er mit seiner Sherco die Fahrt fort, nur um wenig später kehrt zu machen und Richtung Start zurückzufahren. Später nahm der Niederländer die Prüfung wieder auf. Barreda Bort und Alain Duclos (Aprilia) hielten bei Kilometer 32 kurz an. Dieser Abschnitt war typisch für viele kleine Dünen. David Casteu (Yamaha) stand bei Kilometer 133 und büßte dabei mehr als sechs Minuten ein.

Trotz der kurzen Pause markierte Barreda Bort die drittschnellste Zeit des Tages – 12:42 Minuten langsamer als Despres. Wie am Vortag zeigte auch heute Stefan Svitko (KTM) eine starke Leistung. Am Mittwoch hatte sich der Slowake mit Platz acht in Szene gesetzt. Heute wurde er Vierter und schob sich in der Gesamtwertung in die Top 10. Hinter ihm reihten sich in der Tageswertung vier weitere KTM-Piloten ein: Jordi Viladoms wurde Fünfter, gefolgt von Pal Anders Ullevalseter, Ruben Faria und Gerard Farres Guell. Die Top 10 komplettierten Francisco Lopes (Aprilia) und Paolo Goncalves (Husqvarna).

Morgen geht es von Fiambala weiter nach Copiapo. Auf die Teilnehmer wartet eine Spezialprüfung über 247 Kilometer.

Ergebnis der 5. Etappe:
01. Cyril Despres (KTM) +2:28:33 Stunden
02. Marc Coma (KTM) +1:41 Minuten
03. Joan Barreda Bort (Husqvarna) +12:42
04. Stefan Svitko (KTM) +13:55
05. Jordi Viladoms (KTM) +14:17
06. Pal Anders Ullevalseter (KTM) +14:41
07. Ruben Faria (KTM) +14:51
08. Gerard Farres Guell (KTM) +18:49
09. Francisco Lopez (Aprilia) +19:10
10. Paulo Goncalves (Husqvarna) +19:31

Gesamtwertung nach 5 von 14 Etappen:
01. Cyril Despres (KTM) 14:19:00 Stunden
02. Marc Coma (KTM) +9:51 Minuten
03. Helder Rodrigues (Yamaha) +47:56
04. Francisco Lopez (Aprilia) +49:00
05. Paulo Goncalves (Husqvarna) +54:47
06. Jordi Viladoms (KTM) +58:17
07. David Casteu (Yamaha) +58:58
08. Juan Pedrero Garcia (KTM) +59:04
09. Gerard Farres Guell (KTM) +1:03:13 Stunden
10. Stefan Svitko (KTM) +1:07:26

Text von Gerald Dirnbeck

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