Frans Verhoeven - © Yamaha

© Yamaha – Der Niederländer Frans Verhoeven setzte sich auf der zwölften Etappe durch

(Motorsport-Total.com) – Die zwölfte Etappe der Rallye Dakar führte die Teilnehmer von Argentinien zurück nach Chile. Insgesamt 319 Wertungskilometer standen am Donnerstag auf dem Programm und es ging wieder durch die berühmte Atacama-Wüste.

Frans Verhoeven (Yamaha) meisterte die Herausforderungen am besten und feierte seinen ersten Tagessieg in diesem Jahr. KTM verwaltete die Führung im Gesamtklassement: Cyril Despres büßte zwar einige Minuten ein. Der Vorsprung auf seinen Edelhelfer Ruben Faria ist auf 5:29 Minuten geschrumpft. Es führen fünf KTM-Fahrer die Gesamtwertung an.

Am Donnerstag kehrten die verbliebenen 130 Motorräder Argentinien den Rücken und brachen Richtung Chile auf, wo die Dakar am Wochenende zu Ende geht. Zunächst ging es von Fiambala aus über die Anden, wo der Paso San Francisco passiert wurde. Die insgesamt 392 Kilometer lange Verbindungsstrecke führte die Motorräder bis auf eine Höhe von 4.700 Metern. Nach der Abfahrt wartete die 319 Kilometer lange Wertungsstrecke. Zunächst ging es von immer noch rund 2.800 Höhenmetern abwärts über Steine und Geröll Richtung der berüchtigten Atacama-Wüste. Die großen Dünengürtel stellten die Navigation erneut auf die Probe.

In einer Schleife durch die Wüste näherten sich die Teilnehmer dem Ziel in Copiapo. Dakar-Rookie Kurt Caselli (KTM) eröffnete die heutige Strecke, gefolgt von Paulo Goncalves (Husqvarna) und Despres. Bereits nach 25 Kilometern blieb Johnny Campbell (KTM) für einige Minuten stehen. Als sich nach 37 Kilometern der Boden von Erde und Sand auf Sand veränderte, blieb Warren Strange (Honda) für einige Minuten stehen. Bei Kilometer 37 befand sich auch der erste Wegpunkt. Barreda Bort markierte dort die Bestzeit. „Bang Bang“ fuhr heute als Sechster los und konnte die Führenden rasch einholen.

Dadurch markierte er die Bestzeiten bei den weiteren Wegpunkten. Etwa bei Halbzeit der Wertungsstrecke lag er 2:28 Minuten vor Francisco Lopez (KTM). Despres hatte zwar rund fünf Minuten verloren, doch er fuhr auf Augenhöhe mit seinem Edelhelfer Faria und die Gesamtführung war abgesichert. Als es schließlich in die Atacama ging, bog Barreda Bort ungefähr bei Kilometer 201 zu weit nördlich ab. Dieser Navigationsfehler wirkte sich aus, denn er verlor über fünf Minuten auf die Konkurrenz. Bei Kilometer 222 setzte sich Faria an die Spitze, während Despres ebenfalls im Spitzenfeld dabei war. Es lief für KTM.

Das untermauerte auch Jakob Przygonski, denn in der zweiten Hälfte des Wertungsabschnitts holte der Pole die Führenden ein und war bei den Wegpunkten mit Topzeiten dabei. Im Schlussteil holte auch Barreda Bort wieder auf und machte seinen Navigationsfehler wett. Trotz Schulterschmerzen von seinem gestrigen Sturz war der Youngster in bestechender Form unterwegs. Da Barreda Bort in der Gesamtwertung keine Rolle spielt, konnte er nach Herzenslust angreifen.

Im Ziel hatten aber weder Barreda Bort noch Przygonski die Oberhand, sondern Verhoeven. Nach einigen schwierigen Tagen sorgte der Niederländer wieder für ein Erfolgserlebnis für die gebeutelte Yamaha-Mannschaft. Für die 319 gewerteten Kilometer benötigte Verhoeven knapp vier Stunden. Es war sein erster Etappensieg in diesem Jahr und der erste seit 2011. Diesen Erfolg widmete er dem ehemaligen Yamaha-Rennleiter Jean-Claude Olivier, der am Samstag tödlich verunglückt ist.

Platz zwei belegte heute Faria mit einem Rückstand von 1:38 Minuten. Barreda Bort wurde Dritter (+3:01 Minuten). „Ich startete heute als Zehnter und während der Verbindungsstrecke brach auch noch die Felge“, berichtet Faria von seinem Tag. „Ich dachte mir: ‚Was für ein toller Start in den Tag‘. Zu Beginn bin ich vorsichtig gefahren, denn es lagen viele Steine und Felsen herum.

Dann attackierte ich in den Dünen. Ich wurde Zweiter, also war es am Ende doch noch ein guter Tag.“ Der bunte Markenmix setzte sich auf den weiteren Plätzen fort: Alain Duclos markierte mit der Sherco den vierten Rang und Helder Rodrigues meldete sich mit der Honda auf Platz fünf. Przygonski büßte auf den letzten Kilometern noch Zeit ein und klassierte sich vor Lopez auf Rang sechs.
Despres hatte im Ziel 9:15 Minuten Rückstand auf Verhoeven und landete außerhalb der Top 10.

Für den Franzosen geht es während der verbleibenden Tage nur noch darum keine Fehler zu machen und den Sieg bis nach Santiago de Chile zu verwalten. Das machte er heute wieder einmal richtig. „Am Morgen war die Etappe nicht sehr schön, denn sie war sehr schnell“, berichtet Despres. „Im zweiten Teil kamen wir in große Berge, die mit Sand bedeckt waren. Dazu gab es tiefe Täler, weshalb die Navigation nicht einfach war. Ich wollte die Strecke heute nicht eröffnen, darum ließ ich sie ziehen.“

„Für mich war es heute auch wichtig Ruben zu helfen. Er half mir in den Jahren 2010, 2011 und 2012, und hilft mir auch 2013. Deshalb wollte ich ihm heute helfen, damit er auf Platz zwei im Gesamtklassement bleibt. Er hat es gut gemacht und ich freue mich für uns.“ Die Teamarbeit ist ein Schlüssel zum Erfolg. In der Gesamtwertung ist der Rückstand von Despres zwar auf 5:39 Minuten geschrumpft, doch von Faria geht keine Gefahr aus.

Auch der Portugiese lobt die gute Zusammenarbeit: „Ich bin sehr zufrieden mit Cyrils Arbeit und ich freue mich über mein persönliches Resultat. Es bleiben aber noch zwei Tage. Bei der Dakar kannst du dich an einem Tag freuen und der nächste Tag verläuft dann unglücklich. Das passierte Casteu und Pain“, blickt Faria auf die glücklose Yamaha-Konkurrenz. „Ich hebe mir die Freude für das Ende der Dakar auf. Im Moment läuft es gut.“

Mit Lopez und Ivan Jakes liegen auf den Plätzen drei und vier zwei weitere KTM-Fahrer. Alessandro Botturi (Husqvarna) verfuhr sich heute für rund sieben Kilometer und verpasste einen Wegpunkt. Dafür brummte ihm die Rennleitung eine Strafe von einer Stunde auf, wodurch er in der Gesamtwertung vom fünften auf den zwölften Rang zurückfiel. Den fünften Platz erbte Juan Pedrero und sorgte damit für eine Fünffachführung für KTM.

Morgen zieht der Dakar-Tross nach La Serena weiter. Es stehen 441 gewertete Kilometer auf dem Programm.

Ergebnis der 12. Etappe (Top 10):
01. Frans Verhoeven (Yamaha) – 3:49:15 Stunden
02. Ruben Faria (KTM) +1:38 Minuten
03. Joan Barreda Bort (Husqvarna) +3:01
04. Alain Duclos (Sherco) +3:17
05. Helder Rodrigues (Honda) +3:15
06. Jakub Przygonski (KTM) +4:07
07. Francisco Lopez (KTM) +4:47
08. Gerard Farres Guell (Honda) +5:02
09. Javier Pizzolito (Honda) +5:22
10. Olivier Pain (Yamaha) +5:32

Gesamtwertung nach 12 von 14 Etsppen (Top 10):
01. Cyril Despres (KTM) – 37:46:59 Stunden
02. Ruben Faria (KTM) +5:39 Minuten
03. Francisco Lopez (KTM) +13:40
04. Ivan Jakes (KTM) +20:16
05. Juan Pedrero (KTM) +41:14
06. Olivier Pain (Yamaha) +1:03:29
07. Frans Verhoeven (Yamaha) +1:05:22
08. Helder Rodrigues (Honda) +1:10:44
09. Javier Pizzolito (Honda) +1:19:20
10. Jakub Przygonski (KTM) +1:28:37

Text von Gerald Dirnbeck

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