Olivier Pain © Yamaha

© Yamaha – Olivier Pain übernahm am vierten Tag die Spitze des Klassements

(Motorsport-Total.com) – Der vierte Tag der Rallye Dakar 2013 mischte das Gesamtklassement gehörig durcheinander. Auf der 289 Kilometer langen Wertungsstrecke von Nazca Richtung Arequipa hatten die späteren Starter einen Vorteil, weil sie den Spuren im Sand folgen konnten.

Die ersten Fahrer hatten im schwierigen Terrain Probleme bei der Navigation. Der Tagessieg ging an Joan Barreda Bort von der Husqvarna by Speedbrain-Mannschaft. Cyril Despres (KTM) verlor 17 Minuten und büßte seine Gesamtführung ein. Neuer Spitzenreiter ist Yamaha-Fahrer Olivier Pain.

Am vierten Tag mussten die Teilnehmer insgesamt 718 Kilometer zurücklegen. Die Wertungsstrecke über 289 Kilometer startete direkt nach dem Biwak in Nazca. Die Strecke zählte zu den härtesten Herausforderungen der ersten Dakar-Woche. Zunächst ging es über Kamelgras, bevor große und weite Sanddünen bewältigt werden mussten. Das Ziel des heutigen Tages war die Stadt Arequipa. Das schwierige Terrain hatte auch gleich Auswirkungen auf den Rennverlauf.

Die ersten Fahrer hatten ihre Mühe, den richtigen Weg zu finden. Dafür konnten sich die nachfolgenden Fahrer an den Spuren im Sand orientieren und Zeit aufholen. So markierte Barreda Bort gleich auf den ersten Wegpunkten die Bestzeiten. Der Spanier musste wegen seiner Probleme am Vortag als 24. starten und hatte demnach einen Vorteil. Pech hatte dagegen Juan Pedrero Garcia. Schon nach fünf Kilometern musste er wegen technischer Probleme an seiner KTM für mehrere Minuten anhalten.

Auch der Brite James West reparierte bei Kilometer 75 seine Sherco. Bei Kilometer 108 stand Frans Verhoeven still und versuchte einen Defekt an seiner Yamaha zu beheben. In der Gesamtwertung fiel der Niederländer dadurch weit zurück. Sportlich gesehen hielt der Trend an. Despres und Francisco Lopez (KTM), die an der Spitze des Feldes fuhren, büßten Zeit ein, während Barreda Bort die Bestmarken in den Sand setzte. Bei Wegpunkt vier hatte Despres schon zehn Minuten auf den Spanier verloren. Lopez schon deren 14.

Bis ins Ziel änderte sich an diesem Trend nichts mehr. Barreda Bort benötigte für die Wertungsstrecke 3:41:09 Stunden und war damit der Schnellste. „Nach meinem schlechten Tag gestern, als die Speichen der Felge gebrochen sind und ich viel Zeit verloren habe, bin ich heute sehr gut gefahren“, freut sich der Husqvarna-Fahrer. „Ich startete weit hinten und konnte vom Start bis ins Ziel attackieren. Noch ist nichts verloren. Ich werde jeden Tag kämpfen, damit ich weiter nach vorne komme.“

Despres verliert viel Zeit
Despres büßte heute 17 Minuten ein und Lopez 21. Das änderte das Bild in der Gesamtwertung gehörig, denn Pain übernahm die Spitze des Gesamtklassements. Der Franzose belegte heute den zweiten Platz hinter Barreda Bort (+8:23 Minuten), aber es reichte, um sich in Führung zu schieben. „Gegen Ende der Speziale habe ich die Spitzengruppe eingeholt, weil sie etwas abseits der Strecke fuhren. Da ich hinter ihnen war, konnte ich die kürzeste Route nehmen und viel Zeit gutmachen“, berichtet Pain seine Taktik.

„Von Beginn an bin ich mein Tempo gefahren. Ich machte mir keinen Druck, sondern wollte Spaß haben. Einen Sturz wollte ich vermeiden, denn die Rallye hat erst begonnen. Ich möchte meine Gesamtplatzierung jetzt nicht überbewerten, denn die Rallye ist noch sehr lang. Mein Ziel ist es, jeden Tag in den Top 10 zu beenden. Ich hoffe, dass es bis zum Ende so gut läuft.“

Neuer Gesamtzweiter ist sein Yamaha-Teamkollege David Casteu, der 2:24 Minuten Rückstand hat. Despres rutschte auf den dritten Rang ab. Sein Rückstand auf Pain beträgt 3:09 Minuten. „Chaleco ist zu Beginn der Speziale sehr stark gefahren“, schildert Despres seinen Tag. „Ich holte ihn schließlich ein und zündete den Nachbrenner. Es war ähnlich wie gestern und vorgestern. Gegen Ende nahm ich das Tempo etwas heraus und die späteren Starter ergriffen die Möglichkeit und machten Zeit gut.“
„Das ist nicht zum ersten Mal passiert und bereitet mir auch keine Sorgen“, sieht es der Titelverteidiger locker. „Ich fahre auf meine Art. Ich bin jetzt drei Tage ein hohes Tempo gefahren, aber nicht mit Vollgas. Damit spare ich Kräfte und pushe das Motorrad nicht ans Limit. Wenn man hinten startet und den ganzen Tag wie verrückt fährt, dann fährt man im Staub. Wenn man dann ein technisches Problem hat, dann liegt es nicht nur am Pech. Die Rallye ist lang und ich fahre mein Tempo.“

Barreda Bort hat mit der heutigen Aufholjagd viele Positionen gutgemacht und sich auf Platz vier geschoben. Auf den weiteren Plätzen folgen Jordi Viladoms (Husqvarna), Ruben Faria (KTM), Jeremias Israel Esquerre (Honda), Lopez, Alessandro Botturi (Husqvarna) und Jakub Przygonski (KTM). Honda-Speerspitze Helder Rodrigues meldete sich heute als Fünfter zurück im Spitzenfeld. In der Gesamtwertung liegt der Portugiese mit einem Rückstand von 22:15 Minuten auf Rang 16. Der Österreicher Ferdinand Kreidl kämpfte sich durch den Tag und liegt in der Gesamtwertung auf Rang 106. Ingo Zahl aus Deutschland, der wie Kreidl auf einer KTM sitzt, liegt auf Platz 110.

Im Anschluss an die Zieldurchfahrt musste noch eine Verbindungsstrecke über 469 Kilometer bis ins Biwak nach Arequipa zurückgelegt werden. Morgen wartet auf die Teilnehmer ein etwas kürzerer Tag, denn es müssen „nur“ 274 Wertungskilometer zurückgelegt werden.

Ergebnis der 4. Etappe (Top 10):
01. Joan Barreda Bort (Husqvarna) – 3:41:09 Stunden
02. Olivier Pain (Yamaha) +8:23 Minuten
03. David Casteu (Yamaha) +10:42
04. Gerard Farres Guell (Honda) +11:40
05. Helder Rodrigues (Honda) +11:43
06. Ruben Faria (KTM) +12:18
07. Javier Pizzolito (Honda) +12:32
08. Jordi Viladoms (Husqvarna) +12:40
09. Jakub Przygonski (KTM) +14:01
10. Alan Duclos (Sherco) +14:11

Gesamtwertung nach 4 von 14 Etappen (Top 10):

01. Olivier Pain (Yamaha) – 10:10:38 Stunden
02. David Casteu (Yamaha) +2:24 Minuten
03. Cyril Despres (KTM) +3:09
04. Joan Barreda Bort (Husqvarna) +5:38
05. Jordi Viladoms (Husqvarna) +7:22
06. Ruben Faria (KTM) +8:39
07. Jeremias Israel Esquerre (Honda) +9:05
08. Francisco Lopez (KTM) +10:01
09. Alessandro Botturi (Husqvarna) +11:44
10. Jakub Przygonski (KTM) +14:20

Text von Gerald Dirnbeck

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