Olivier Pain © Yamaha

© Yamaha – Yamaha-Fahrer Olivier Pain hat die Führung der Gesamtwertung verteidigt

(Motorsport-Total.com) – Die Motorrad-Kategorie bleibt auch nach der fünften Etappe der Rallye Dakar spannend. Auf der 136 Kilometer „kurzen“ Wertungsstrecke von Arequipa Richtung Arica setzte sich das Yamaha-Team durch. David Casteu feierte knapp vor seinem französischen Landsmann Olivier Pain den Tagessieg.

Pain verteidigte damit die Führung in der Gesamtwertung und hat nun einen Vorsprung von 1:15 Minuten auf Casteu. KTM-Aushängeschild Cyril Despres büßte heute vier Minuten ein und liegt im Gesamtklassement weiterhin auf dem dritten Platz. Sein Rückstand hat sich auf 6:07 Minuten vergrößert. Joan Barreda Bort fiel aus der Spitzengruppe heraus, weil es ein Problem mit der Benzinpumpe an seiner Husqvarna gab.

Noch 157 Motorräder machten sich von Arequipa auf den Weg Richtung Arica. Gleich nach dem Biwak begann die 136 Kilometer lange Speziale. Das Terrain änderte sich am heutigen Tag radikal. Unter dem berühmt berüchtigten „Fesh-Fesh“, ein puderartiger Sand, konnten sich Steine und andere Gefahren verstecken. Mit Fortdauer der Etappe durchquerten die Teilnehmer Canyons und ausgetrocknete Flussbetten voller Geröll. Die Motorradfahrer mussten auch zwei steile Abfahrten bewältigen.

Gleich zu Beginn schlugen einige Fahrer die falsche Route ein. Bei Kilometer sechs stand Paulo Goncalves (Husqvarna) abseits des Weges und suchte die richtige Richtung. Ihm waren auch Pal Anders Ullevalseter (KTM) und James West (Sherco) gefolgt. Bei Kilometer 53 schlug Barreda Bort den falschen Weg ein. Der Spanier eröffnete den heutigen Tag und musste als Erster die Route finden. Nach dem kleinen Ausflug war er auf der Strecke die Führungsposition los.

Es kam für Barreda Bort aber noch schlimmer. Bei Kilometer 72 musste er anhalten. Es gab ein Problem mit der Benzinpumpe an seiner Husqvarna. Viel Zeit ging verloren. Zudem hatte Barreda Bort eine Zeitstrafe von 15 Minuten erhalten, weil seine Mechaniker sicherheitshalber den Motor gewechselt hatten. Dennoch war die fünfte Etappe etwas einfacher als der Marathon am Vortag, denn die Zeiten lagen bei den Wegpunkten dicht beisammen. Das Motorradfeld war weiterhin ausgeglichen. Bei Halbzeit der Strecke lag Casteu an der Spitze vor den beiden KTM-Fahrern Juan Pedrero Garcia und Stefan Svitko. Despres war zwar nur Achter, doch es fehlten weniger als zwei Minuten auf Casteu.

Nach dem vierten Tag schlug auch heute die Yamaha-Mannschaft zu. Casteu sicherte sich nach einer Fahrtzeit von 1:39:42 Stunden den Tagessieg. In seiner Karriere war es der insgesamt dritte Etappensieg für den Franzosen. Pain hatte im Ziel 1:09 Minuten Rückstand, aber das reichte, um die Gesamtführung zu verteidigen. Sein Vorsprung auf Casteu beträgt 1:15 Minuten. „Mein Etappensieg im Jahr 2010 ist schon ewig her. Ich habe mir immer gesagt, dass es etwas Wunderbares ist, wenn man gewinnt“, freut sich Casteu.

„Außerdem ist es toll, wenn man am Beginn der Dakar gewinnt, wenn noch alle Fahrer dabei sind. Es war heute wie ein langer Sprint und ich bin sehr glücklich. Ich habe jetzt auch ein sehr gutes Gefühl mit dem Motorrad. Ich will bei dieser Dakar jeden Moment genießen. Ich bin 38 Jahre alt und nehme jeden Tag wie er kommt.“ Mit Erfolg, wie der heutige Tag untermauerte. Auch Pain reitet derzeit auf der Welle des Erfolges. „In der Früh wusste ich nicht, was mich erwarten würde.“

Pain begeht keine Fehler und fährt souverän
„Ich habe mich nicht gestresst, aber ich wollte keine Fehler machen, damit die Leute nicht sagen können, dass es für mich eine Nummer zu groß ist“, meint der Spitzenreiter. „Ich konzentrierte mich darauf nicht zu stürzen. Zu Beginn unterlief mir ein kleiner Navigationsfehler, aber ich korrigierte ihn. Ich musste drei Viertel der Strecke eröffnen. David holte bei der Hälfte auf, aber ich legte gegen Ende wieder Distanz zwischen uns. Es war eine gute Speziale. Zu Beginn etwas gefährlich und viel Navigation, bevor es steiniger wurde. Gegen Ende ging es durch kurvige Canyons mit etwas ‚Fesh-Fesh‘. Es war eine schöne Etappe und ich bin immer noch der Führende.“

Pedrero Garcia meldete sich heute auf Platz drei (+2:58 Minuten). Bester Husqvarna-Vertreter war Alessandro Botturi als Vierter (+3:25). Die Markenvielfalt setzte sich auf den weiteren Plätzen fort. Despres landete auf Platz fünf (+4:07 Minuten), gefolgt von Stefan Svitko (KTM/+4:40), Francisco Lopez (KTM/+4:47), Helder Rodrigues (Honda/+4:52) und Alain Duclos (Sherco/+5:01).

Für die Gesamtwertung bedeutete das heutige Ergebnis, dass es weiterhin spannend bleibt. Erster Verfolger hinter dem Yamaha-Duo ist Vorjahressieger Despres, dem 6:07 Minuten auf Pain fehlen. Sein Edelhelfer Ruben Faria folgt als Vierter. Barreda Bort hat sich durch den Defekt aus dem Spitzenfeld verabschiedet. Das Husqvarna by Speedbrain-Team hält mit Jordi Viladoms den fünften Rang. Der Deutsche Ingo Zahn (KTM) liegt auf Platz 105 und der Österreicher Ferdinand Kreidl (KTM) auf Rang 107.
Im Anschluss an die Wertungsstrecke mussten noch 53 Kilometer nach Arica ins Biwak zurückgelegt werden. Dabei wurde auch die Grenze nach Chile passiert. Am Donnerstag wartet auf die Teilnehmer wieder ein langer Tag auf dem Weg Richtung Calama. Zunächst muss eine Verbindungsstrecke über 291 Kilometer zurückgelegt werden. Anschließend startet die Speziale über 438 Kilometer.

Ergebnis der 5. Etappe (Top 10):
01. David Casteu (Yamaha) ? 1:39:42 Stunden
02. Olivier Pain (Yamaha) +1:09 Minuten
03. Juan Pedrero Garcia (KTM) +2:58
04. Alessandro Botturi (Husqvarna) +3:25
05. Cyril Despres (KTM) +4:07
06. Stefan Svitko (KTM) +4:40
07. Francisco Lopez (KTM) +4:47
08. Helder Rodrigues (Honda) +4:52
09. Alain Duclos (Sherco) +5:01
10. Ivan Jakes (KTM) +5:45

Gesamtwertung nach 5 von 14 Etappen (Top 10):
01. Olivier Pain (Yamaha) – 11:51:29 Stunden
02. David Casteu (Yamaha) +1:15 Minuten
03. Cyril Despres (KTM) +6:07
04. Ruben Faria (KTM) +13:34
05. Jordi Viladoms (Husqvarna) +13:36
06. Francisco Lopez (KTM) +13:39
07. Alessandro Botturi (Husqvarna) +14:00
08. Jakub Przygonski (KTM) +19:00
09. Stefan Svitko (KTM) +20:45
10. Daniel Gouet (Honda) +22:44

Text von Gerald Dirnbeck

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