Casey Stoner - © Ducati

© Ducati – Ducati-Testfahrer Casey Stoner verlässt sich am liebsten auf seine Gashand

Nach dem Wechsel zu den Viertaktern in der Saison 2002 entdeckten die Herstellern einen Bereich, der in der Zweitakt-Ära kaum Bedeutung hatte: die Elektronik.

Mit den Jahren wurden die Systeme immer komplexer. Traktionskontrolle, Anti-Wheelie-Kontrolle und Motorbremse sind nur einige der elektronischen Hilfsmittel, die von den Teams gern genutzt werden. Bei den Fahrern ist die Begeisterung nicht immer groß.

Fahrer der alten Schule würden weniger Hilfsmittel bevorzugen. Valentino Rossi weiß, wie es sich anfühlt, die Traktionskontrolle im rechten Handgelenk zu haben. Und auch Casey Stoner ist einer der Piloten, die das Motorrad lieber mit dem Gasgriff beherrschen anstatt mit sensorgesteuerten Elektronikstrategien. Vor seinem MotoGP-Rücktritt in der Saison 2012 wetterte Stoner regelmäßig über das Niveau an Elektronik in der MotoGP.

Hat sich das Problem durch den Wechsel zur Einheitselektronik von selbst gelöst? „Der Unterschied ist zu gering“, hält Stoner fest. „Es scheint, als ob die Verantwortlichen eine Lösung gesucht haben, die für alle Beteiligten günstiger ist und die Chancengleichheit steigert. Es stand aber nicht im Fokus, den Fahrer wieder mehr zu fordern“, betont der Ducati-Testpilot, der beim Sepang-Test viele Kilometer mit der 2015er-Ducati abspulte.

Nach dem ersten Test im November 2015 schimpften die MotoGP-Werkspiloten auf die Einheits-Software von Magneti Marelli und bezeichneten das System als rückschrittlich. Doch mittlerweile scheinen sich die Spitzenfahrer gut an die Funktionsweise der Elektronik gewöhnt zu haben. Die Rundenzeiten beim Sepang-Test waren ordentlich.

Stoner ist überzeugt, dass Magneti Marelli ein konkurrenzfähiges System entwickelt hat: „Die Elektronik ist nicht so schlecht, wenn ich das System mit dem vergleiche, was ich von der Honda und den Motorrädern in der Vergangenheit gewöhnt bin. Das Niveau ist ziemlich hoch“, analysiert Stoner, der in den vergangenen Jahren mit der Honda RC213V fuhr, die laut Experten über die beste Elektronik verfügen soll.

Stoner vergleicht: „Beim Feintuning ist das System nicht ganz so komplex und kann bei der Performance nicht mithalten, doch es ist dennoch ziemlich fortschrittlich. Meiner Meinung nach sollten sie die Elektronik weiter abrüsten, wenn sie den Fahrer wieder mehr in den Vordergrund rücken möchten. Für meinen Geschmack ist die Elektronik nach wie vor zu präsent“, betont der zweimalige MotoGP-Champion.

Text von Sebastian Fränzschky & David Emmett

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