© Alstare - Michel Fabrizio beendete die letzte Saison für Alstare-Suzuki als WM-Zwölfter

Fancis Batta wird im kommenden Jahr nicht mehr in der Startaufstellung der Superbike-WM stehen. Der Belgier hat die Pforten seines Alstare-Teams geschlossen. Die Suzuki-Fahne wird künftig Paul Denning mit seinem Crescent-Team hochhalten. Der Untergang der Alstare-Mannschaft verdeutlicht, wie schwierig die Zeiten derzeit im Motorradsport sind. Vor einigen Jahren war die Alstare-Hospitality das Zentrum des Fahrerlagers. Fahrer wie Pierfrancesco Chilli, Max Neukirchner, Max Biaggi, Troy Corser und Leon Haslam sind für das Suzuki-Team gefahren.

In der Saison 2010 kämpfte Haslam noch um den WM-Titel, doch dann musste auf einen Fahrer reduziert werden, bis schließlich komplett die Pforten geschlossen werden mussten. „Es geht nicht darum, eine Seite umzublättern, sondern das Buch wird komplett geschlossen und in den Schrank gestellt“, wird Batta von ‚Cycle ‚News‘ zitiert.

„Das Alstare-Team verlässt den Motorport. Wir haben bereits unser technisches Personal freigestellt. Ich habe gesehen, dass viele von ihnen wieder einen Job im Fahrerlager gefunden haben. Es scheint, dass BMW einen Alstare-Anstrich bekommen hat.“ Batta hat ein großes Kapitel seines Lebens abgeschlossen. „Superbike-Rennen waren seit 1989 ein Teil meines Lebens. Ohne unanständig zu wirken, kann ich behaupten, dass ich einen großen Teil dazu beigetragen habe, die Superbike-WM für viele Leute zur besten Motorrad-Serie zu machen.“

„Es gibt enge Rennen mit Fahrern unterschiedlicher Nationen. Jeder hat seine eigenen Persönlichkeiten und wir hatten 2011 sieben verschiedene Motorradmarken.“ Suzuki wird künftig nur noch durch Cescent repräsentiert. Die Japaner wollten schon vor der weltweiten Wirtschaftskrise aussteigen, doch Batta drängte sie Jahr für Jahr zum Bleiben. Langsam, aber kontinuierlich wandelte sich Alstare von einem großen Werksteam zu einem kleinen Privatteam.

Suzuki wollte sich schon lange zurückziehen

„Ich möchte klarstellen, dass sich Suzuki in den 15 Jahren der Zusammenarbeit immer beispielhaft verhalten hat“, sagt Batta. „Egal ob administrativ, oder auf dem technischen Sektor, ich konnte mich immer auf ein Team verlassen, das Alstare auf jede Art unterstützt hat. Als kleinster Japansicher Hersteller war es für Suzuki schon vor 2008 sehr schwierig, auf höchstem Level in der MotoGP und bei den Superbikes aktiv zu sein.“

„Ich glaube, sie hatten auch oft zu kämpfen, überhaupt ein Budget für eine Änderung an einem Straßenmotorrad aufzutreiben. Ich glaube, sie haben sich schon vor einiger Zeit dazu entschlossen, ihre schwindenden Ressourcen lieber in neue Produkte zu investieren, speziell für die Wachstumsmärkte in Asien, als in den Rennsport. Für Suzuki sind Europa und die USA das größte Problem. Sie haben in diesen Ländern ein sportliches Image. Wie können sie den hohen Erwartungen auf der Rennstrecke gerecht werden, wenn sie nicht viel investieren?“

„Herr Nakai, der Chef der Rennabteilung, hat mir gegenüber bestätigt, dass Suzuki alle offiziellen Werkseinsätze in der Superbike auf WM-Niveau einstellen wird“, sagt Batta. Es stellt sich die Frage, wie das Crescent-Team im kommenden Jahr technisch aufgestellt sein wird. „Ich habe keine Ahnung“, meint Batta. „Ich hoffe, dass Denning nicht unsere Motorräder verwenden muss, denn sie sind komplett abgenutzt.“

„Nicht nur, weil Fabrizio im vergangenen Jahr zehnmal gestürzt ist, sondern weil die Motorräder drei Jahre alt sind. Das war das letzte Mal als uns Suzuki neue Motorräder geschickt hatte. Seit damals haben sie uns Teile geschickt, um die Maschinen auf ihre neuen Straßenmodelle anzupassen. In der abgelaufenen Saison hatten wir überhaupt keine neuen Teile, abgesehen von jenen, die wir ihnen selbst abgekauft haben“, schildert Batta die Situation. „Es würde an viel Respekt mangeln, sollte Suzuki künftig Crescent unterstützen, nachdem sie uns oft gesagt haben, dass es kein Budget für eine Werksunterstützung gibt.“

Alstare war an MV Agusta interessiert

„Sollte Suzuki mit Crescent in die Superbike-WM zurückkehren, dann wäre es eine Art Verrat. Ich bin mir sicher, dass das eine japanische Firma unehrenhaft finden würde.“ Batta hätte unter Umständen mit Alstare weiter in der Superbike-WM dabei sein können. „MV Agusta schien eine attraktive Möglichkeit zu sein, nachdem wir von Suzuki definitiv erfahren hatten, dass sie nicht weiter in der Superbike-WM involviert sein werden.“

„Ich wurde von Kawasaki und Yamaha kontaktiert, ob Alstare ihre Operationen übernehmen will. Ich habe aber schon oft gesagt, dass ich aus Respekt vor Suzuki nie mit einem anderen japanischen Hersteller zusammenarbeiten würde. Ein italienischer Hersteller wäre aber etwas Anderes. Ich habe oft mit Massimo Bordi Termine ausgemacht, um mit ihm in der MV Agusta-Fabrik in Varese zu sprechen. Er hat die Meetings aber immer verschoben. Ich kann daraus nur schließen, dass sie ihre Ankündigungen, in Zukunft in den Rennsport zurückzukehren, nicht ernst nehmen.“

Damit haben sich die Tore von Alstare-Suzuki endgültig geschlossen. Der größte Erfolg war der Gewinn der Weltmeisterschaft mit Corser im Jahr 2005.

Text von Gerald Dirnbeck

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