Valentino Rossi, Jorge Lorenzo - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Im Stallduell machte Valentino Rossi den entscheidenden Fehler

Dass gegen Lokalmatador Marc Marquez (Honda) beim Großen Preis von Aragon 2016 kein Kraut gewachsen sein würde, hatte Yamaha-Pilot Valentino Rossi bereits am Samstag betont.

Und der Italiener sollte Recht behalten, denn trotz Fehlers stürmte Marquez zum ungefährdeten Rennsieg. Dahinter bahnte sich früh ein teaminternes Duell zwischen Rossi und Jorge Lorenzo an, in dem sich der Altmeister in den finalen Runden jedoch geschlagen geben musste und auf Rang drei ins Ziel kam.

„Der Beginn des Rennens war spaßig. Ich hatte tolle Kämpfe“, fasst Rossi die ersten Runden des MotoGP-Laufs in Aragon zusammen. „Dann habe ich gesehen, dass Marc in Kurve 7 Probleme hat. Ich hatte die Hoffnung, dass mit seinem Vorderreifen vielleicht etwas nicht stimmt. Als ich vorne war, hatte ich eine gute Pace.“ Denn zwischenzeitlich führte der Italiener das Rennen sogar an, musste die Spitze nach der Hälfte der insgesamt 23 gefahrenen Runden jedoch an den späteren Sieger Marquez abgeben.

Von hinten pirschte sich indes Yamaha-Teamkollege Lorenzo wieder an Rossi heran und zog fünf Runden vor Schluss schließlich an ihm vorbei. Doch so leicht wollte sich der 37-Jährige nicht geschlagen geben: Er studierte Lorenzo, um dessen Schwachstellen auszumachen und seine finale Attacke zu planen. „Ich war dran an ihm und wollte in der letzten Runde angreifen“, so Rossis Plan. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. In der vorletzten Runde machte sich der MotoGP-Star jede Chance auf Platz zwei zunichte.

Yamaha-Duell gegen Lorenzo und wichtige Punkte verloren
Was nach einem überstürzten und missglückten Überholversuch an Lorenzo aussah, erklärt Rossi rückblickend so: „In Kurve 11 habe ich beim Bremsen einen Fehler gemacht. Ich war etwas zu schnell und weil es zu gefährlich war, habe ich mich entschieden, die Kurve zu schneiden und weit zu gehen, damit wir uns nicht berühren und ein Desaster passiert.“ Das Ende vom Lied: Rossi fiel durch seinen Umweg in die Auslaufzone drei Sekunden hinter Lorenzo zurück und musste sich mit Platz drei begnügen.

„In Aragon ist das Podium viel wert, denn wir haben hier immer etwas zu kämpfen“, zieht Rossi dennoch ein positives Fazit, gibt aber zu: „Natürlich wollte ich vor meinem Teamkollegen ins Ziel kommen, aber diesmal war er einfach stärker.“ Sein Ziel, vor allem in der zweiten Rennhälfte das Tempo anzuziehen, habe er einfach nicht umsetzen können: „Darauf hatten wir an diesem Wochenende hingearbeitet, aber es hat nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Lorenzo war schneller.“

Der wiederum sagt: „Als ich Rossi überholt hatte, konnte ich die Pace nicht ganz halten. Meine Zeiten stiegen von 1:49,0 auf 1:49,4. Dadurch konnte Rossi hinter mir bleiben und ich wusste, dass er es in der letzten Runde probieren würde.“ Mental hatte sich der Spanier schon auf ein Herzschlagfinale mit dem Teamkollegen eingestellt: „Ich hatte Glück, dass er dort seinen Bremspunkt versäumt hat. Unser Duell hätte sonst bis zur letzten Kurve gedauert“, so Lorenzo, der Rossi zuletzt für seinen Fahrstil kritisiert hatte.

Durststrecke zu lang: Rossi will endlich wieder siegen
Im WM-Duell mit Marquez hat der Verbremser Rossi wichtige Punkte gekostet. Entsprechend resigniert spricht der 37-Jährige über seine Titelchancen: „Es war schon mit 43 Punkten Rückstand schwierig, aber jetzt mit 52 Punkten ist es noch einmal schwerer. Aber daran will ich nicht denken.“ Für ihn gehe es vor allem darum, keine Fehler zu machen und weiter Punkte zu sammeln – mit Podestplätzen und idealerweise einem Sieg. „Seit Barcelona haben wir mit Yamaha nicht mehr gewonnen“, weiß Rossi.

Das zu ändern, sei angesichts der erstarkten Form von Suzuki und vor allem Honda schwer: „Sie haben zuletzt mit verschiedenen Fahrern gewonnen. Das müssen wir verstehen und für den Rest der Weltmeisterschaft konkurrenzfähig bleiben.“ Für die anstehenden Übersee-Rennen, die mit dem Großen Preis von Japan in drei Wochen beginnen, gibt sich der Yamaha-Pilot jedoch optimistisch: „Ich mag diese Rennen immer sehr. Normalerweise ist unser Motorrad auf den Strecken stark.“

Ergebnis MotoGP Aragon 2016

1 25 93 Marc MARQUEZ SPA Repsol Honda Team HONDA 41’57.678 167.0
2 20 99 Jorge LORENZO SPA Movistar Yamaha MotoGP YAMAHA 42’00.418 166.8 2.740
3 16 46 Valentino ROSSI ITA Movistar Yamaha MotoGP YAMAHA 42’03.661 166.6 5.983
4 13 25 Maverick VIÑALES SPA Team SUZUKI ECSTAR SUZUKI 42’05.916 166.4 8.238
5 11 35 Cal CRUTCHLOW GBR LCR Honda HONDA 42’10.899 166.1 13.221
6 10 26 Dani PEDROSA SPA Repsol Honda Team HONDA 42’14.750 165.8 17.072
7 9 41 Aleix ESPARGARO SPA Team SUZUKI ECSTAR SUZUKI 42’16.200 165.7 18.522
8 8 44 Pol ESPARGARO SPA Monster Yamaha Tech 3 YAMAHA 42’17.110 165.7 19.432
9 7 19 Alvaro BAUTISTA SPA Aprilia Racing Team Gresini APRILIA 42’20.749 165.4 23.071
10 6 6 Stefan BRADL GER Aprilia Racing Team Gresini APRILIA 42’25.576 165.1 27.898
11 5 4 Andrea DOVIZIOSO ITA Ducati Team DUCATI 42’30.126 164.8 32.448
12 4 51 Michele PIRRO ITA Ducati Team DUCATI 42’32.711 164.7 35.033
13 3 8 Hector BARBERA SPA Avintia Racing DUCATI 42’33.902 164.6 36.224
14 2 50 Eugene LAVERTY IRL Pull & Bear Aspar Team DUCATI 42’35.299 164.5 37.621
15 1 69 Nicky HAYDEN USA Estrella Galicia 0,0 Marc VDS HONDA 42’38.187 164.3 40.509
16 68 Yonny HERNANDEZ COL Pull & Bear Aspar Team DUCATI 42’41.584 164.1 43.906
17 9 Danilo PETRUCCI ITA OCTO Pramac Yakhnich DUCATI 42’54.418 163.3 56.740
18 76 Loris BAZ FRA Avintia Racing DUCATI 42’57.359 163.1 59.681
19 45 Scott REDDING GBR OCTO Pramac Yakhnich DUCATI 43’31.804 160.9 1’34.126

Text von Juliane Ziegengeist

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