Tom Sykes - © Kawasaki

© Kawasaki – Tom Sykes kann das Verhalten von Loris Baz nicht nachvollziehen

Kawasaki-Pilot Tom Sykes hat die Meisterschaft beim Saisonfinale denkbar knapp verloren. Nach der Sommerpause lag der Brite 44 Punkte in Führung. Durch die Absage des Südafrika-Rennens schien der Titel bereits sicher zu sein.

Doch in Jerez und Magny-Cours machte Verfolger Sylvain Guintoli viele Punkte gut. Beim Showdown in Katar trennten Sykes und Guintoli nur noch zwölf Zähler.

In den Freien Training tat sich Sykes schwer, das Tempo von Guintoli mitzugehen. In den Rennen kämpfte der Kawasaki-Pilot hart, scheiterte aber am Ende knapp. In Lauf eins sollte Teamkollege Loris Baz seine Position aufgeben und Sykes die 20 Punkte für Platz zwei überlassen. Doch der Franzose ignorierte die Teamorder und hielt seine Position. Dadurch schmolz Sykes‘ Vorsprung vor dem zweiten Lauf auf drei Punkte.

Sykes nahm Baz‘ Verhalten verärgert zur Kenntnis: „Er hatte bei Kawasaki von meinen Daten profitiert und hatte ein starkes Team hinter sich. Dennoch konnte er nicht um die Meisterschaft kämpfen. Das hätte er einsehen und dem Team, Kawasaki und mir Respekt zeigen sollen“, bemerkt der entthronte Champion gegenüber ‚Crash.net‘. Bereits zum Auftakt der Saison gerieten Sykes und Baz aneinander. Teamleader Sykes beschwerte sich nach dem Saisonauftakt in Australien über die aggressive Fahrweise seines deutlich jüngeren Teamkollegen.

Beim Rennwochenende in Malaysia eskalierte die Situation. Baz leistete sich einen Fehler und riss Sykes aus dem Rennen. „Wir hatten eine tolle Saison, doch durch einen Fehler eines anderen Fahrers mussten wir einen Nuller verkraften“, spielt Sykes den Zwischenfall in Sepang an. Entsprechend verärgert war der Brite nach dem Ignorieren der Teamorder: „Jeder konnte sehen, dass er keinen Respekt hat – nicht nur gegenüber dem Team sondern auch gegenüber dem Hersteller.“

„Ich bin sehr enttäuscht, dass ich die Weltmeisterschaft nicht verteidigen konnte. Ich hatte die Chance, einer der wenigen Fahrer zu sein, die das Double holen konnten“, ärgert sich der 29-Jährige, der in der kommenden Saison einen neuen Teamkollegen erhält. Statt Baz wird Jonathan Rea für Kawasaki an den Start gehen. Baz wechselt in die MotoGP und wird Teamkollege von Stefan Bradl.

Bei Kawasaki ist der junge Franzose ohnehin in Ungnade gefallen. Baz verlässt als WM-Fünfter das Team. „Ich sah die Boxentafel, doch ich bin nur zu denjenigen nett, die auch nett zu mir sind. Es wäre anders gelaufen, wenn die vergangenen drei Jahre anders gelaufen wären“, holt der zukünftige MotoGP-Pilot aus. Später verkündet er über die sozialen Netzwerke: „Zum Thema Teamorder: Ich habe ihm wenigstens ein Mal geholfen, in Magny-Cours. Ich bin mir nicht sicher, ob er das gleiche von sich behaupten kann.“

Text von Sebastian Fränzschky

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