Andrea Dovizioso, Andrea Iannone - © Ducati

© Ducati – Andrea Iannone und Andrea Dovizioso führten das Rennen zeitweise an

Die Spannung vor dem ersten Rennen der neuen MotoGP-Saison war groß. Die Fahrer rätselten, wie sich die neuen Michelin-Reifen im Rennen verhalten und welche Mischung am besten funktioniert.

Auch die Arbeitsweise der Magneti-Marelli-Einheitselektronik verunsicherte die Fahrer und Teams. Am Ende gab es weniger Überraschungen als erwartet. Lediglich das merkwürdige Verhalten der weichen Hinterreifen erstaunte. Sieger Jorge Lorenzo fuhr mit dem weichen Reifen die schnellste Runde des Rennens in der 20. von 22 Runden.

Ducati-Testfahrer Casey Stoner hat das erste Rennen aus der Ducati-Box verfolgt: „Das Rennen verlief in etwas so, wie ich es vorher erwartete. Es gab keinen Fahrer, der besonders herausragte, keiner konnte dem Feld entkommen, auch wenn Jorge gegen Rennens das machte, was er am besten kann.“ Laut Stoner haben die Fahrer beim Thema Reifen noch viel zu lernen.

„Keiner hat die Michelin-Reifen perfekt verstanden. Das wird deutlich, wenn man sich die Rundenzeiten anschaut. Sie gingen hoch und runter. Eine Runde war durchschnittlich, die nächste plötzlich sechs Zehntelsekunden schneller. Das ist ziemlich einmalig“, analysiert der Australier, der bei den Tests in Sepang und Losail Erfahrungen mit den Michelin-Pneus sammelte.

„Viele Fahrer leisteten sich Fehler und kamen von der Linie ab. Ich denke aber auch, dass Michelin zeigen konnte, wie konkurrenzfähig sie sind. Mein verdammter Rundenrekord von 2008 wurde gebrochen“, scherzt Stoner, der von der Performance der Michelin-Reifen beeindruckt ist: „Es war ein ziemlich schnelles Rennen, obwohl sich die Fahrer gegenseitig aufhielten.“


„Die Fahrer müssen sich aber noch daran gewöhnen, dass sich die Reifen nie so verhalten werden wie die Bridgestones. Sie sollten aufhören, das zu erwarten“, fordert der Ducati-Testpilot. „Einige Fahrer beschweren sich und meinen: ‚Ich kann nicht so in die Kurven fahren wie mit den Bridgestones.‘ Sie bieten aber andere Vorteile, die genutzt werden sollten. Mit der Zeit werden die Piloten vergessen, wie sich die Bridgestone-Reifen anfühlten und sich an die Michelin-Reifen gewöhnen.“

Für Ducati hielt der Saisonauftakt Höhen und Tiefen bereit. Andrea Iannone machte von Beginn des Wochenendes klar, dass er um den Sieg kämpfen möchte. Im Rennen leistete sich der Italiener einen Fehler und schied aus. „Es tut mir für Iannone leid, dass er stürzte. Er zeigte über das komplette Wochenende ein hohes Tempo und wäre ein Kandidat für eine Spitzenplatzierung gewesen“, ist Stoner überzeugt.

„Ducati hatte gute Chancen, hier zu gewinnen, wenn ein paar Dinge anders gelaufen wären. Wir können uns weiter verbessern. Das werden alle Hersteller von sich behaupten, aber ich kenne das Motorrad, absolvierte damit viele Runden und kann das definitiv bestätigen“, so Stoner. Für seine ehemaligen Kollegen hat er noch einen Ratschlag parat: „Mit den Michelin-Reifen muss man anders überholen. Man muss sich am Kurvenausgang positionieren und dann am nächsten Kurveneingang vorbeiziehen. Man kann sich nicht auf der Bremse heranbremsen“, erklärt der Weltmeister von 2007 und 2011.

Text von Sebastian Fränzschky

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