© Honda - Casey Stoner

© Honda - Sein zweiter WM-Titel brachte Casey Stoner endlich die gewünschte Anerkennung

Jahrelang taten sich Fans und professionelle Beobachter schwer, die Leistungen von Casey Stoner objektiv einzuschätzen.

Nach seiner Premierensaison bei LCR, wo der Australier als Achter der Gesamtwertung nicht sonderlich in Erscheinung trat, gewann er nach seinem Wechsel zu Ducati 2007 prompt den Titel in der MotoGP. Schnell verfestigte sich bei manchen Beteiligten die Meinung, der bisher nur als durchschnittlich talentiert eingeschätzte Stoner habe den Titel nur wegen eines überlegenen Motorrads gewonnen.

Diese Einschätzung bekam in den Folgejahren erstmals Kratzer, nachdem hoch eingeschätzte Teamkollegen wie Marco Melandri oder Nicky Hayden nicht einmal annährend in der Lage waren, die Zeiten des Australiers mitzugehen. Vollständig entzaubert wurde die Legende von der überlegenen Ducati dann im vergangenen Jahr. Nach seinem Wechsel zu den Italienern musste Valentino Rossi erfahren, wie schwierige die MotoGP-Ducati zu fahren ist, und blieb erstmals in seiner WM-Laufbahn ohne Saisonsieg.

Misstrauen beseitigt

Stoner hingegen stellte seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis und fuhr auf Honda souverän zu seinem zweiten WM-Titel. Für den 26-Jährigen war dies eine Genugtuung. „Alles hat sich in kurzer Zeit verändert“, sagte Stoner zu ‚Motosprint‘. „In früheren Jahren wurde mir von den Medien nichts als Misstrauen entgegengebracht, und generell erntetet ich wenig Anerkennung für meine Arbeit und die darin investierten Anstrengungen.“

„Aber dann haben Valentino und ich die Motorräder gewechselt: Er bekam das, welches ich jahrelang hatte, während ich das Motorrad meiner Träume bekam und zeigen konnte, wozu ich in der Lage bin“, fährt der Australier fort. Erst durch de Doppelwechsel habe jedermann sehen können, zu welchen Leistungen er fähig sei. „Durch diese veränderte Ausgangslage konnte ich jedem verständlich machen, dass ich auch in den Vorjahren hätte um den Titel fahren und zumindest einen weiteren gewinnen können“, so Stoner.

Rossi Kritik nervt Stoner

Restlos zufrieden ist der 26-Jährige trotz seines Erfolges jedoch nicht. Die Kommentare seines italienischen Konkurrenten haben ihn offensichtlich tief getroffen. „Mit allem, was Valentino sagt oder tut, versucht er meine Leistung, die meines Teams und von Honda aus dem letzten Jahr herabzusetzen.“ Rossi hatte vermutet, dass Honda seine Dominanz in der WM vor allem durch einen hohen finanziellen Einsatz erreicht hätte. Diesen Vorwurf weißt Stoner entschieden zurück.

„Es ist nicht wahr, dass Honda so viel Geld mehr ausgegeben hat, denn es ist ja keine Firma von Dummköpfen“, sagt der Australier. Große Investitionen wären aus seiner Sicht im vergangenen Jahr Geldverschwendung gewesen. „Es ist unsinnig eine Menge in ein Motorrad, die 800er in ihrer letzten Saison, zu investieren, während gleichzeitig die 1.000er Maschine entwickelt wird.“

„Tatsächlich hat Honda 2011 nicht mehr gemacht als üblich, und es ist ein Fakt, dass sich das Motorrad 2011 mit Ausnahme des Getriebes nicht wesentlich von dem des Vorjahres unterschieden hat. Darüber hinaus blieb mein Motorrad im Saisonverlauf praktisch unverändert“, erklärt Stoner und weißt auf den seiner Meinung nach entscheidenden Unterschied hin: „Die Wahrheit ist, dass Honda schon vor meiner Ankunft ein gutes Motorrad hatte. Es brauchte nur neue, frische Kräfte von außerhalb, die den Unterschied ausmachen.“

Text von Markus Lüttgens

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