Colin Edwards © Forward Racing

© Forward Racing – Colin Edwards wurde zweimal Superbike-Weltmeister und ist seit 2003 in der MotoGP

Colin Edwards wird 2014 seine letzte Saison im Motorradrennsport bestreiten. Der „Texas Tornado“ nutzte die Pressekonferenz vor seinem Heimrennen in Austin als Gelegenheit, seinen Rücktritt zum Jahresende zu erklären.

„2014 wird meine letzte Saison sein“, sagt Edwards emotional berührt. „Ich habe mit meiner Frau gesprochen. Ich bin seit 1995 in Europa und muss mich bei vielen Leuten bedanken, vor allem bei Yamaha, meiner Frau und meinen Kindern. Ich freue mich auf mehr Zeit mit euch.“

Die Ergebnisse der vergangenen Wochen sorgten für seine Entscheidung: „Bei den Wintertests habe ich nicht die erhofften Fortschritte gesehen. Ich bin 40 Jahre alt und meinen Fahrstil auf dieses Motorrad umzustellen, hat nicht wirklich funktioniert. Man fällt in seine Instinkte zurück. Ich hatte viele Gespräche mit meiner Frau und meinen Kindern. Es gibt viele Dinge, die ich vermisse. Ich muss viel mehr Zeit zuhause verbringen.“

Edwards ist ein bunter Charakter, der sich nie ein Blatt vor den Mund nimmt. Valentino Rossi war zwischen 2005 und 2007 nicht nur sein Teamkollege bei Yamaha, sondern ist auch ein guter Freund. „Ich bin sehr traurig über diese Neuigkeiten, denn Colin ist im Fahrerlager einer meiner besten Freunde“, sagt der Italiener und blickt auf die gemeinsame Zeit zurück: „Wir haben uns in den Jahren 2000 und 2001 das Motorrad bei den acht Stunden von Suzuka geteilt. Ich würde sagen, dass das die besten gemeinsamen Momente waren.“

„Wir haben auch gewonnen. Wir waren auch lange Teamkollegen und haben in der Box gut zusammengearbeitet. Colin ist auch zu meiner Rennstrecke nach Tavullia gekommen. Es ist traurig, denn er ist ein toller Kerl und ein guter Fahrer. Wir werden ihn sicher vermissen, aber wir haben noch eine lange Saison gemeinsam.“

Wie lange Edwards dabei ist, zeigt der Vergleich mit Marc Marquez, der Jahrgang 1993 ist. „Man ist immer traurig, wenn ein Fahrer seinen Rücktritt erklärt. Er kann auf eine große Karriere zurückblicken. Er hat in der WM begonnen, als ich zwei Jahre alt war“, meint der amtierende Weltmeister. Nicky Hayden bedauert dagegen, dass ein weiterer Amerikaner den Sport verlassen wird: „Er hat dem Sport viel gegeben und kann auf seine Karriere stolz sein. Es ist natürlich schade, denn es sind immer weniger US-Amerikaner dabei. Hoffentlich kommen bald neue Talente.“

Edwards feierte Ende Februar seinen 40. Geburtstag und kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Er verdiente sich seine ersten Sporen als Motocrosser in der 80er-Klasse und wechselte erst mit 15 Jahren in den Straßenrennsport. Nach einem schweren Motocross-Unfall brachte ihn ein Freund zu den Straßenmotorrädern, wo Edwards auf Anhieb Talent bewies. Bis 1996 fuhr der Sohn eine Ölmanagers in der US-250er- und AMA-Superbike-Meisterschaft für Yamaha.

Zwei Titel in der Superbike-WM
1995 kam der Wechsel in die Superbike-WM. In den Jahren 2000 und 2002 sicherte sich Edwards auf einer Honda den Superbike-WM-Titel. In diese Zeit fällt auch sein persönlich bestes Rennen: „Das zweite Rennen in Imola 2002 gegen Bayliss. Das war sicher mein bestes Rennen. Wenn ich einen Moment in meiner Karriere herausstreichen müsste, dann wäre es das“, blickt Edwards zurück. In der Superbike-WM gewann er insgesamt 31 Rennen.

Ende 2002 folge trotz des Gewinns des zweiten Superbike-WM-Titels der Bruch mit Honda. Das Abenteuer MotoGP begann für den „Texas Tornado“ 2003 bei Aprilia alles andere als verheißungsvoll. Nach dem Wechsel zu Gresini-Honda als Teamkollege von Sete Gibernau lief es besser. Ein Rennsieg blieb Edwards allerdings verwehrt. Unvergessen bleibt aber sein Duell mit Nicky Hayden und der Abflug als Führender in der letzten Schikane beim Grand Prix in Assen 2006.

In den Jahren 2008 bis 2011 fuhr Edwards im Yamaha Satellitenteam Tech 3 und eroberte vier Podestplätze. 2012 entschied sich der Texaner für die neue Claiming-Rule, fuhr mit dem Forward-Team aber hinterher. 2014, in seiner letzten Saison, sitzt Edwards auf einer Yamaha M1 nach Open-Format. In 187 Grand-Prix-Starts (Stand Katar 2014) hat Edwards zwölf Podestplätze, drei Pole-Positions und drei schnellste Rennrunden erzielt. Ein Sieg ist ihm in der MotoGP bisher nicht gelungenn.

Text von Gerald Dirnbeck

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