Sandro Cortese - © IntactGP

© IntactGP – Kalex-Pilot Sandro Cortese zog in seiner Kampfgruppe den Kürzeren

Durch den Sieg von Jonas Folger standen die restlichen deutschen Moto2-Piloten beim Saisonauftakt in Katar klar im Schatten. Sandro Cortese, der im Qualifying vor Folger landete, konnte sich in seiner Gruppe nicht durchsetzen und wurde Siebter.

Alex Rins, Franco Morbidelli und Mika Kallio setzten sich in den finalen Runden gegen den ehemaligen Moto3-Weltmeister durch, der sich nicht erklären konnte, warum er sich nicht vor seinen Gegnern behaupten konnte.

„Für mich war es nach dem guten Wochenende eine riesige Enttäuschung“, gesteht Cortese. „Es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte mir mehr erhofft. Wir müssen jetzt das Ganze analysieren. Im Moment kann ich nicht erklären warum, aber ich habe mich auf dem Motorrad einfach nicht wohlgefühlt. Ich war am Limit mit dem Bike und konnte nicht mehr rausholen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir es in Austin besser machen.“

Landsmann Marcel Schrötter gelang es in Katar nicht, in die Punkte zu fahren. Der Tech-3-Pilot vergab durch einen Fehler ein Top-15-Ergebnis. „Ich bin mehr als enttäuscht, denn die Top 15 wären möglich gewesen. Noch dazu, da wir es nach den schwierigen Freien Trainings geschafft haben, von einer aussichtsreichen Position auf einen Punktegewinn in das Rennen zu gehen“, ärgert sich Schrötter.

Schrötter verschenkt Punkte
„Man durfte dennoch keine Wunder erwarten. Trotzdem habe ich mich vor dem Rennen in der gleichen Art und Weise wie immer vorbereitet und motiviert, in dem ich mir fest eingeredet habe, jetzt da locker rauszugehen und einfach Spaß am Motorradfahren zu haben“, erklärt Schrötter. „Ich habe versucht, die Trainingstage zu vergessen und mich auf mein Talent und Fähigkeiten zu verlassen. Ich war auch richtig heiß auf das Rennen und nach einem guten Start, bei ich gleich mehrere Konkurrenten überholt habe, dachte ich noch, das war jetzt ein guter Anfang.“

„Leider war nach ein paar Streckenabschnitten der Spaß bereits wieder vorbei, als ich im Kurvenausgang an mehreren Stellen das Gas zudrehen musste, ansonsten wäre ich mit anderen Fahrern zusammengestoßen. Das ist natürlich das schlimmste Szenario, wenn man in der Beschleunigungsphase nicht voll am Kabel ziehen kann, weil dann eben im Pulk gleich drei, vier Leute an dir vorbeirauschen“, schildert der Tech-3-Pilot.

„Die erste Runde hat somit den weiteren Rennverlauf ruiniert. Aufgrund unseres Nachteils beim Topspeed war es natürlich nur sehr, sehr schwer möglich, wieder aufzuholen“, bedauert Schrötter. „Sogar auf der langen Geraden hatte ich keine Chance in einem Windschatten an den Vordermann näher ranzukommen. Zudem macht es auch das Fahrverhalten des Motorrades beim Anbremsen einer Kurve nicht leichter. Sobald ich hart auf der Bremse bin und das Motorrad quer kommt, lässt es sich umso schwerer stoppen. Das macht die Sache eben doppelt schwer.“

„Jedenfalls bin ich für lange Zeit hinter Dominique Aegerter gefahren, obwohl ich von meinen Speed her schneller war. Als ich ihn endlich überholt hatte, war es ein einsames Rennen für mich, bis ich in etwa ab dem letzten Renndrittel zu Taka Nakagami aufschließen konnte“, berichtet Schrötter. „Ab diesen Zeitpunkt hatte ich eine gute, konstante Pace und ich habe alles gegeben, um an ihn dranzubleiben. In der letzten Runde war ich endlich nahe genug an ihm dran, um ihn zu attackieren.“

„Das habe ich auch gemacht, aber leider ist mir dabei ein Fehler passiert, der mich einen Umweg gekostet hat und den natürlich Domi zu seinen Gunsten genutzt hat und innen durch ist. Ärgerlich, denn nach diesem schwierigen Start in die Saison hätte ein Punktegewinn sehr, sehr gut getan. Nichtsdestotrotz kann man mit dieser Performance nicht zufrieden sein. Wir müssen uns schleunigst verbessern und nach vorne kommen. Hoffentlich gelingt uns schon beim nächsten Rennen in Texas ein bedeutender Schritt“, so Schrötter.

Alt mit fehlerfreiem WM-Debüt
Rookie Florian Alt konnte aus eigener Kraft keine Punkte einfahren. Der Moto2-WM-Rookie fuhr mit seiner Suter auf Position 21 ins Ziel und profitierte von den Ausfällen. Die Platzierung ging für Alt in Ordnung, doch der Rückstand war dem ehemaligen Rookies-Cup-Champion zu groß. „Ein hartes Wochenende ist mit einem halbwegs akzeptablen Ausgang zu Ende gegangen. Nach all diesen schwierigen Trainingssessions war mein Rennen heute gar nicht so schlecht“, bilanziert Alt.

„Ich hatte einen guten Start und ich konnte in den ersten Kurven gleich einige Fahrer überholen. Ich fand auch schnell einen guten Rhythmus, aber der Zug nach weiter vorne zu kommen, war bereits abgefahren. Von dem her bin habe ich versucht meinen Rhythmus zu steigern und ich wollte mich unbedingt in meiner Gruppe durchsetzen. Das ist mir schließlich auch gelungen und ich bin als 21. ins Ziel gekommen.“

„Für mein erstes Rennen in dieser harten Klasse ist das gar nicht so schlecht. Aber mein Rückstand von über einer Minute auf den Sieger liegt mir gewaltig schwer im Magen“, gesteht der Ioda-Pilot. „In jeden Fall war Katar ein sehr lehrreiches Wochenende, wenngleich auch anstrengend, aber jetzt denke ich wird es gut tun zu einer anderen Strecke zu gehen – einfach woanders ein Rennen fahren. Daher freue ich mich schon auf Austin.“

„Die Piste in Losail hat ganz besondere Eigenheiten und ist nicht einfach zu meistern. Doch es gibt ein, zwei Abschnitte, wo ich im Vergleich zu erfahrenen Fahrern nicht viel verliere. Das haben wir anhand alter Datenaufzeichnungen gesehen“, analysiert Alt. „Bevor es aber in die USA geht, ist es wichtig etwas auszuspannen und wieder einen freien Kopf zu bekommen. In Austin geht es ja dann für uns wieder von vorne los.“

Text von Sebastian Fränzschky

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