Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – Sachsenring: Große Begeisterung, volle Ränge, aber schlechte Bilanzen

Der Grand Prix am Sachsenring wackelt: Der diesjährige Event Mitte Juli könnte der vorerst letzte sein, sollten sich der ADAC, die Dorna und das Sachsenring-Rennstrecken Management (SRM) nicht einigen.

Im April sorgte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk für Aufsehen, als er die Zukunft der Kultveranstaltung in Frage stellte. Der Freistaat Sachsen sicherte seine Unterstützung zu, doch nach wie vor stehen viele Fragezeichen hinter der langfristigen Sicherung des Events.

„MotoGP-Vermarkter Dorna und der ADAC als Lizenznehmer haben sich auf einen Fünfjahres-Vertrag geeinigt. Sobald es hier eine vernünftige organisatorische und finanzielle Struktur gibt steht einer Verlängerung nichts im Weg“, wird Tomczyk von der ‚Bild‘ zitiert. Warum die Verantwortlichen der SRM Jahr für Jahr Schwierigkeiten haben, kostendeckend zu arbeiten, kann der ADAC- Sportpräsident nicht nachvollziehen.

„Auf der einen Seite ist der Sachsenring eine Erfolgsgeschichte, auf der anderen schafft man es bis jetzt nicht, vernünftige Strukturen zu etablieren, die den Grand Prix langfristig sichern. Das ist fast schon grob fahrlässig“, kritisiert er. „Bis zum Grand Prix müssen wir definitiv eine Lösung gefunden haben. Persönlich ist mir nichts lieber, als dass wir hier fahren. Aber wenn wir das nicht können, dann wird der Sachsenring wohl seinen Grand Prix verlieren.“

2017: Kein Grand Prix zum Jubiläum?
Im kommenden Jahr feiert der Sachsenring 90. Geburtstag. Doch das allein reicht nicht, um den Grand Prix zu retten. Doch was passiert, wenn der ADAC die Austragung in Sachsen verhindert? Welche Alternativen gibt es? Der Lausitzring meldete in der Vergangenheit Anspruch an, den Deutschland-Grand-Prix an den Eurospeedway zu holen. Doch auch Hockenheim wäre eine denkbare Alternative.


„Wir waren mal eine große Motorrad-Rennstrecke. Viele Motorrad-Grand-Prixs fanden in Hockenheim statt. Aber es war dann der Sachsenring, der übernommen hat“, bemerkt Hockenheimring-Chef Georg Seiler, der seinen Kollegen in Sachsen nicht in die Quere kommen möchte: „Der (Sachsenring) ist übrigens eine Partnerrennstrecke zu Hockenheim. Wenn die uns in Ruhe lassen, lassen wir sie in Ruhe. Dann hat auch der Sachsenring den Motorrad-Grand-Prix verdient. Wir kämpfen nicht drum, aber es wäre auch kein Problem, hier zu fahren.“

Rückkehr zum Hockenheimring?
In den 1990ern fuhren die WM-Piloten in Hockenheim vor halbvollen Rängen. Wäre die MotoGP überhaupt finanzierbar? „Auch da brauchen sie ein ausverkauftes Haus, weil auch da die Gebühren entsprechend sind. Zumal die Eintrittskartenpreise nicht vergleichbar sind mit denen in der Formel 1“, grübelt Seiler. „Der Sachsenring hat den Vorteil, dass die MotoGP dort momentan als Hauptereignis stattfindet. Das ist dort mittlerweile zur Tradition geworden. Da funktioniert das auch.“

Neben der Finanzierbarkeit stoßen Seiler auch die Anforderungen von Motorradweltverband FIM bitter auf: „Die FIM fordert schon noch andere Arbeiten, die ich nicht einsehe, im Moment zu tätigen. Weil sich dann der Charakter der Rennstrecke verändern würde. Zum Beispiel die Sachskurve mit mehr Auslauf zu versehen, also mehr ins Motodrom hinein zu versetzen. Das ist die Sachskurve und bleibt die Sachskurve“, stellt er klar.

„Natürlich gibt es immer wieder Unfälle. Ohne Zweifel ist die Sicherheit an erster Stelle zu sehen. Draußen gibt es jetzt ein neues Infield mit viel Auslauf, gerade im Motodrom-Bereich, da muss der Platz ausreichen. Natürlich kann man alles verändern, das wollen wir aber nicht. Oder es bezahlen andere und der Einsatz ist berechtigt“, so der Verantwortliche des Hockenheimrings.

Text von Sebastian Fränzschky & Dominik Sharaf

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