© Ducati - Ducati-Corse-Chef Claudio Domenicali ist kein Fan der CR-Bikes

In der kommenden MotoGP-Saison werden voraussichtlich 21 Motorräder in der Startaufstellung stehen. Davon sind zwölf reine Prototypen von Honda, Ducati und Yamaha – die restlichen neun Motorräder starten unter der neuen CR-Regel. Aprilia wird einen Großteil der Motoren stellen, während BMW und Kawasaki jeweils ein Team ausrüsten.

„Das ist am Limit oder etwas darüber hinaus. Das war nicht der Grundgedanke bei der CRT-Regel“, kritisiert Claudio Domenicali gegenüber ‚Motorcyclenews‘. Der Ducati-Corse-Chef ist der Meinung, dass der italienische Hersteller sich zu stark einmischt und dadurch die ursprüngliche CR-Regel verletzt.

Verschmelzen Superbike und MotoGP?

„Die CRT-Regel wurde ins Leben gerufen, um es jemanden zu ermöglichen, einen Motor zu kaufen, ihn zu tunen und einen Prototypen zu bauen. Aber hier stehen wir vor einer Superbike-Maschine, die eine andere Lackierung hat und meint, ein MotoGP-Bike zu sein“, erklärt Domenicali. „Ich bezweifle, dass es schön wird, aber für ein Jahr ist es wahrscheinlich kein großes Problem. Aber wenn wir in einer Meisterschaft enden, in der jeder Motorradhersteller mit einem Superbike antritt, ist es nicht mehr das gleiche und keine Prototypenserie. Und das ist ein Problem.“

Hintergrund: Den CR-Teams ist es gestattet, mit 24 Litern Treibstoff zu fahren. Das sind drei Liter mehr als die Teams zur Verfügung haben, die mit reinen Prototypen an den Start gehen. Zudem dürfen doppelt so viele Motoren verwendet werden. Dass die Werksteams davon wenig begeistert sind, ist verständlich.

Aprilia war zu Beginn der MotoGP als Werk am Start, konnte sich gegen die Konkurrenz aber nicht durchsetzen. Ende 2004 zog man sich zurück und konzentrierte sich auf die Zweitaktklassen. Seit 2009 geht man mit der RSV1000 in der Superbike-WM an den Start und konnte mit Routinier Max Biaggi 2010 den Titel holen.

Hayden befürwortet CRT-Regel

Auch wenn Domenicali viel Kritik an der CRT-Regel äußert, gibt es im Ducati-Lager auch positive Stimmen zu der Regelneuerung. Valentino Rossi stellte bereits im Vorjahr klar, dass er kein Problem mit den CR-Bikes hat. Auch Kollege Nicky Hayden freut sich, 2012 mehr Motorräder in der MotoGP-Startaufstellung zu sehen.

„Mir gefällt es. Mehr Motorräder auf der Startaufstellung, mehr Team, mehr Fahrer, das ist besser. Natürlich würde es mir besser gefallen, wenn alle auf Werksmotorrädern säßen, aber wegen der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist das unmöglich“, erkennt der Amerikaner. „Ich bin gespannt darauf, wie das funktionieren wird. In der Moto2 haben die neuen Regeln zu einer großartigen Situation geführt. Die Rennen sind toll, es gibt eine Menge Teams.“

„Ich bin optimistisch und halte mich mit einem Urteil zurück, bis ich sie mit eigenen Augen gesehen habe. Ich hoffe, dass die Lücke nicht zu groß sein wird, und hoffentlich können sie gute Fahrer bekommen, die diese Gelegenheit nutzen und fahren. Nur dann kann man das Level der Motorräder wirklich beurteilen, dazu braucht man Spitzenfahrer. Aber da gibt es einige, und dann wird man sehen, wo sie im Vergleich zu uns stehen. Es wird einige zusätzliche Geschichten geben, das ist gut für die Fans. Das könnte funktionieren“, hofft der Ducati-Pilot.

Text von Sebastian Fränzschky

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