© Ducati - Andrea Dovizioso ging in der Fahrer- wertung wieder an Jorge Lorenzo vorbei

© Ducati – Andrea Dovizioso ging in der Fahrer- wertung wieder an Jorge Lorenzo vorbei

Assen zählt zu den Strecken, auf denen die Ducati Desmosedici am meisten leidet. Doch durch das Wetter entwickelte sich die diesjährige Dutch TT zu einem erfreulichen Wochenende für die Italiener: Werkspilot Andrea Dovizioso fuhr im Nassen an der Spitze und überquerte die Ziellinie als starker Zweiter. Lediglich Seriensieger Marc Marquez war noch schneller. Der zweite Podestplatz der Saison stimmte „Dovi“ und sein Team aber mehr als glücklich.

„Zu Beginn konnten wir gut erkennen, wo es trocken ist. An diesen Stellen konnten wir pushen und eine Lücke herausfahren“, berichtet Dovizioso. „Wir hatten die gleiche Strategie wie Marc. Ich denke, der Zeitpunkt für den Motorradwechsel war optimal. In der ersten Runde mit Slicks machte Marc einen Fehler, weil die Reifen noch kalt waren. Doch mir war bewusst, dass er schneller war als ich. Ich probierte, ihm zu folgen, doch es war nicht möglich. Platz zwei ist sehr gut für uns.“

„In der Aufwärmrunde wollte ich mir ansehen, wie es auf der Strecke aussieht. Jeder weiß, dass der Kurs hier sehr schnell abtrocknet. Etwa auf der Hälfte der Runde verringerte ich das Tempo und schaute mich um. Ich wollte sehen, ob jemand die Box ansteuert, um das Motorrad zu wechseln. Es waren zu viele Kurven nass. Es war gefährlich“, erklärt der ehemalige Honda-Werkspilot. „Vielleicht war es nicht unmöglich, mit Slicks zu fahren, aber es war vermutlich zu gefährlich.“

Mit kalkuliertem Risiko an die Spitze

„Mir war bewusst, dass ich konkurrenzfähig bin, wenn alle Fahrer auf die gleichen Reifen setzen. Deswegen blieb ich bei meiner Wahl“, schildert „Dovi“. „Es war wichtig, die Stellen zu erkennen, wo es trocken und nass ist. Durch die Farbe des Asphalts war das schwierig zu erkennen. Es war wichtig, zu wissen, in welchen Kurven man maximale Schräglage fahren konnte und sich nicht um die Haftung sorgen musste. Dadurch konnte ich einen Vorsprung herausfahren.“

„In den ersten Runden wollten wir nicht so hart ans Gas gehen. Das konnte ich auch bei Marc erkennen. Wir nutzten nicht das komplette Drehzahlband und wollten auf der Geraden nicht mit so viel Schlupf am Hinterrad fahren. Doch nach drei Runden entschieden wir beide, mehr zu riskieren, weil der Kurs trockener wurde“, berichtet der Ducati-Werkspilot, der bereits in Austin aufs Podium fuhr.

Nach dem Motorradwechsel profitierte Dovizioso von Marquez‘ Fehler und übernahm erneut die Führung. „Mein Tempo war gut zu Beginn. Ich konnte es bis zu einem gewissen Maß kontrollieren. Als es wieder regnete, wollte ich nicht zu viel Risiko eingehen. Ich akzeptierte, dass mich Marc wieder einholte. Dann versuchte ich, ihm zu folgen, doch das war nicht möglich. Sein Tempo war deutlich schneller. Ab dann pushte ich nicht mehr so sehr, weil Dani ziemlich weit zurück war“, erklärt der Ducati-Pilot.

„Die ersten Runden mit den Slicks waren schwierig. Man muss am Kurveneingang ganz anders fahren. Zudem verschieben sich die Bremspunkte. Es ist schwierig, die linke Flanke auf Temperatur zu bringen“, unterstreicht Dovizioso, der sich keine Fehler leistete. Durch die 20 Punkte ging der Italiener in der Meisterschaft wieder an Ex-Weltmeister Jorge Lorenzo vorbei und reist als WM-Vierter zum Sachsenring. „Dieses Ergebnis sorgt für ein tolles Gefühl. Wir pushten das komplette Wochenende. Natürlich sind wir noch nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Es ist schwierig, solch ein Wochenende zu erzielen. Doch wir geben immer alles und das ist die Bestätigung.“

Text von Sebastian Fränzschky

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