Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso - © Yamaha

© Yamaha – Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso sind 2017 bei Ducati Teamkollegen

Ex-Weltmeister Casey Stoner testete in der vergangenen Woche die MotoGP-Ducati in Misano. Der Australier soll dem italienischen Werksteam weiteren Input geben, um wieder an die alten Erfolge anknüpfen zu können.

„Es war sehr heiß, aber wir konnten die Fortschritte schaffen, die wir uns vorgenommen hatten“, bringt es Stoner bei ‚GPOne.com‘ auf den Punkt. Unter anderem wurde an der Abstimmung der Desmosedici gearbeitet, um bei Hitze und wenig Grip besser zu werden. „In diesem Bereich haben wir uns verbessert“, betont Stoner. In Jerez und Barcelona hatte Ducati große Schwierigkeiten.

Mitte Juli (19. und 20.) wird Stoner auch beim Test in Spielberg teilnehmen, wo praktisch alle MotoGP-Teams inklusive KTM anwesend sein werden. „Anschließend werden wir die Zukunft und weitere Tests besprechen“, sagt der 30-Jährige über den weiteren Fahrplan. Wildcards stehen nicht auf der Agenda. Wenn es nach der Meinung vieler Fans gehen würde, dann müsste Ducati nur Stoner auf die Desmosedici setzen und man würde wieder gewinnen.

„Es ist aber nicht so einfach“, winkt Ducati-Geschäftsführer Claudio Domenicali gegenüber ‚GPOne.com‘ ab. „Casey ist sehr stark, aber er fährt nicht mehr aktiv Rennen. Er müsste gegen Fahrer antreten, die alle zwei Wochen fahren. Die MotoGP-Champions sind nicht weniger talentiert als er. Stoner will Testfahrer sein und hilft uns. Wir haben mit ihm lange gesprochen, aber nicht über Wildcards.“

Die Zukunft heißt Jorge Lorenzo. Der dreifache MotoGP-Weltmeister soll das fehlende Puzzleteil sein, damit Ducati wieder eine gewichtige Rolle spielt und um den WM-Titel mitmischt. „Ich erwarte, dass er sein Talent und seine Erfahrung mitbringt, damit wir einen weiteren Fortschritt schaffen“, sagt Domenicali über die künftige Nummer 1. „Wir waren mehrmals knapp an Siegen dran, wir brauchen aber ein wenig mehr.“ Mit 43 Siegen und 102 Podestplätzen in der Königsklasse zählt Lorenzo zu den erfolgreichsten Fahrern der Geschichte.

Außerdem arbeitete der Spanier schon in seiner Zeit in der 250er-Klasse (WM-Titel 2006 & 2007) bei Aprilia mit Gigi Dall’Igna zusammen, der in jüngerer Vergangenheit den Ducati-Aufschwung eingeleitet hat. Domenicali ist überzeugt, dass dieses Gespann auch diesmal die richtigen Schritte machen werden, um Erfolge zu feiern: „Lorenzo wird Gigi bei der Entwicklung helfen und jene Details verbessern, die noch nicht perfekt sind. Dann wird er seine Rolle spielen und wir werden zweifellos erfolgreicher sein“, so der Ducati-CEO.


Ducati setzt die Hoffnungen in Lorenzo
Die entscheidende Frage, die derzeit niemand beantworten kann, lautet: Wie kommt Lorenzo, der in seiner MotoGP-Karriere bisher nur Yamaha gefahren ist, mit der Ducati zurecht? Stoner glaubt nicht, dass es Probleme geben wird: „Ich glaube nicht, dass ein Motorrad nur zu einem Fahrstil passt. Valentino und Lorenzo fahren komplett unterschiedlich, aber sie sind beide schnell. Das ist auch bei unseren beiden Andreas der Fall.“

„Ich weiß, was Jorge von einem Bike verlangt“, so Stoner weiter. „Vielleicht muss er die richtige Abstimmung finden, oder vielleicht ist er auf Anhieb schnell. Momentan können wir nur spekulieren.“ Doch was fehlt der Desmosedici derzeit, um wirklich Rennen zu gewinnen? „Jedes Motorrad hat seine Schwachstellen. Ich glaube, die Resultate haben nicht unser wahres Potenzial gezeigt“, verweist Stoner auf die vielen Pleiten. „Man muss nur daran denken, dass Iannone in Mugello in der letzten Runde die schnellste Rennrunde gefahren ist.“

Laut dem Weltmeister von 2007 und 2011 fehlt Ducati nicht mehr viel, um wieder ganz vorne zu sein: „Das Motorrad ist auf der Bremse gut und der Motor ist fantastisch. Es gab bei Bereichen der Kurve Einschränkungen, aber das haben wir bei diesen Tests verbessert. Wir müssen nur noch alle Teile zusammenfügen und wir werden Ergebnisse erzielen. Ich meine damit nicht nur die WM-Platzierung, sondern auch die Gefühle für die Fahrer. Es fehlt nicht viel, das Bike fährt gut. Bei der Pace konnte ich mithalten. Alles andere muss man die Werksfahrer fragen.“

Text von Gerald Dirnbeck

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