Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Valentino Rossi hat Rookie Marc Marquez als Konkurrenten auf der Rechnung

(Motorsport-Total.com) – Die Wintertestfahrten in Malaysia (Sepang) haben einen ersten Eindruck über das Kräfteverhältnis gezeigt. An der Spitze des Feldes lagen die beiden Spanier Jorge Lorenzo (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda). Die beiden Gegner des vergangenen Jahres starten als Topfavoriten in diese Saison.

Einige Zehntelsekunden dahinter befanden sich Superstar Valentino Rossi (Yamaha) und Rookie Marc Marquez (Honda). Anschließend folgte das „Mittelfeld“ der Prototypen mit den beiden Honda-Fahrern Stefan Bradl und Alvaro Bautista sowie Cal Crutchlow auf der Tech-3-Yamaha. Erst dahinter folgte das Ducati-Werksteam.

Diese Konstellation verspricht Spannung. Gespannt darf man auch auf die Duelle Rossi gegen Marquez sein. Es bahnt sich ein Generationenkampf an. Auf der einen Seite Rossi: Der Italiener hat insgesamt neun WM-Titel und 105 Siege in seiner beispiellosen Karriere gesammelt. Auf der andren Seite Marquez, der vor seiner ersten Saison in der Königsklasse steht. Der 20-Jährige hat die beiden kleinen Klassen im Sturm erobert und zwei WM-Titel geholt. Seit Rossis kometenhaftem Aufstieg Ende der 1990er-Jahre zählt Marquez als das größte Nachwuchstalent im Motorradsport.

Und die Karrieren haben Parallelen: Rossi hat in den kleinen Klassen, die damals noch mit Zweitaktern mit 125 beziehungsweise 250 Kubikzentimetern ausgetragen wurden, insgesamt 26 Siege und zwei Titel gewonnen. Marquez hat in der Moto2 und der Moto3 zusammengerechnet ebenfalls 26 Siege gefeiert. Nun debütiert der Spanier in der Königsklasse direkt im Honda-Werksteam, genau wie Rossi Anno 2000, auch wenn der Italiener damals in eigenen Farben unterwegs war.

Rossi & Marquez beobachten sich auf der Strecke in Sepang

Die beiden sind sich bewusst, was auf sie in diesem Jahr zukommt. Bereits am letzten Tag der Wintertests in Sepang kam es zum ersten Abtasten. Marquez wartete auf der Strecke auf Rossi. Schließlich zog Rossi den Rookie drei Runden lang um den Kurs, um dann zu verlangsamen und sich seinerseits von Marquez ziehen zu lassen. Beide beobachteten sich gegenseitig genau. „Das hat viel Spaß gemacht“, lacht Rossi über diese Situation.

„Ich habe gesehen, dass er auf mich wartet, also habe ich ihn überholt. Ich bin drei Runden vor ihm gefahren. Dann habe ich Tempo herausgenommen und er hat drei Runden geführt. Es war also kein richtiges Duell. Man gibt etwas und bekommt etwas zurück. Ich habe es sehr genossen“, bewertet Rossi das kleine „Duell“, das an den Boxen interessiert beobachtet wurde. Auch für Marquez waren es sehr interessante Runden.
„Ich bin einige Runden mit Valentino gefahren. Zuerst war er vor mir und dann ich. Es ist sehr gut, wenn man mit einem so erfahrenen Fahrer fährt. Ich habe in diesen drei Runden sehr viel gelernt. Vielleicht bin ich in einigen Kurven nicht die richtige Linie gefahren, denn er fuhr an manchen Stellen einfacher und schneller“, ist dem amtierenden Moto2-Weltmeister aufgefallen. „Meine Linie war mehr am Limit, aber langsamer. Ich habe viel hinter ihm gelernt. Dann bin ich einige Runden vor ihm gefahren. Es hat viel Spaß gemacht.“

Rossi: Marquez pflegt neuen Fahrstil
Aber auch Rossi hat Beobachtungen angestellt: „Sein Fahrstil ist sehr spektakulär. Er fährt sehr hart. Das gefällt mir sehr gut. Gestern habe ich ihm gesagt, dass wir in diesem Jahr gegeneinander kämpfen können und Spaß haben können. Gegen Lorenzo und Pedrosa wird es schwieriger. Mit Marquez macht es mehr Spaß'“, freut sich der Routinier auf spektakuläre Zweikämpfe.

Speziell der Fahrstil unterscheidet sich bei Rossi und Marquez erheblich: „Er ist ähnlich wie Stoner, auch weil die Honda so gefahren werden muss. Er ist spektakulär, rutscht viel und berührt mit dem Ellbogen immer den Boden. Er ist sehr gut und schon sehr schnell. Er ist sehr speziell, weil er einen anderen Fahrstil pflegt, vielleicht einen neuen Fahrstil. Jorge und ich fahren mehr klassisch. Marquez ist anders“, vergleicht Rossi. „Die Honda ist merkwürdig, denn man muss so fahren. Dass er in jeder Kurve mit dem Ellbogen den Boden berührt, ist auch für die Fans spektakulär.“

Marquez beeindruckte bei den Tests von Anfang an. Bradl war vor einem Jahr als Neuling in einer ähnlichen Situation. „Wir haben gewusst, dass wenn er beim ersten Test schnell sein wird, dann wird er auch beim zweiten Test schnell sein. Mir war das von vornherein bewusst“, sagt der Deutsche über seinen ehemaligen Moto2-Konkurrenten. „Ich muss schauen, dass ich näher herankomme und die Lücke schließe.“

Bradl hat in diesem Jahr ebenfalls HRC-Material. Die Zeitunterschiede zu Marquez sieht er nicht bei der Technik. „Ich denke, dass er fahrerisch auf einem sehr hohen Niveau ist. Man sieht auch, dass Pedrosa teilweise zu kämpfen hat, ihn in Schach zu halten. Man muss anerkennen, dass er eine tolle Leistung zeigt und ein toller Rennfahrer ist. Früher oder später wird er sicher um die Weltmeisterschaft kämpfen.“

Text von Maximilian Kroiss & Gerald Dirnbeck

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