Donington © Kawasaki

© Kawasaki - in Donington kam es zu einem Meeting zwsichen MotoGP und Superbike-WM

Am Rande des Superbike-WM-Wochenendes in Donington gab es ein Treffen zwischen Vertretern der MotoGP und der Superbike-WM. Es wurde in offener Dialog zwischen den beiden Serien geführt, die sich immer ähnlicher werden. Es gab davor schon zwei Meetings, die aber eher politischer Natur waren. Diesmal ging es um die Technik und vor allem um die Claiming-Rule-Teams.

Infront-Geschäftsführer Paolo Flammini war die CR-Regel von Anfang an ein Dorn im Auge, denn Infront besitzt die Rechte, eine Meisterschaft mit seriennahen Motorrädern auszutragen. Wenn man einen Serienmotor in ein Prototypen-Chassis einbaut – wie es bei der Claiming-Rule der Fall ist – entspricht das nicht dem reinrassigen Prototypen-Gedanken.

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta konnte die Claiming-Rule schließlich doch durchbringen. Speziell die ART von Aprilia zeigt das Problem der Sache auf. Das Motorrad basiert stark auf der Superbike-Version der RSV4, doch aufgrund des beschränkten Motorenkontingents in der MotoGP, ist das Triebwerk schwächer und langsamer als die Maschine von Max Biaggi.

Ezpeleta will die MotoGP kostengünstiger machen. Zudem soll der Zugang für neue Teams einfacher werden. Mit diversen Regeländerungen, die derzeit noch diskutiert werden und noch nicht beschlossen sind, soll die hochgestochene Technik der Prototypen beschnitten werden.

Bereits jetzt sind die Zeiten der Superbike-WM auf vergleichbaren Strecken nahe an den MotoGP-Zeiten dran. Auf manchen Kursen war Biaggi mit der RSV4 im Vorjahr auf den Geraden sogar um einige km/h schneller als die alten 800er-MotoGP-Prototypen. Sollten die MotoGP-Prototypen technisch beschritten und langsamer gemacht werden, dann könnten sie theoretisch auch langsamer als die Superbike-Motorräder werden. Für den Status als „Königsklasse“ wäre dieses Szenario natürlich ein Problem.

Das soll unter anderem ein Gesprächsthema bei dem Meeting in Donington gewesen sein. Auch in der Superbike-WM fällt das Geld nicht mehr von den Bäumen. Es sollen auch hier Maßnahmen gefunden werden, um die Motorräder billiger und gleichzeitig etwas langsamer zu machen, aber ohne die Show zu beeinträchtigen. Laut ‚GPOne.com‘ nahmen Corrado Cecchinelli, der Technikdirektor der Dorna, die beiden Technikchefs der Superbike-WM, Steve Whitelock und Fabio Fazi, sowie Flammini und Ducati-Direktor Paolo Ciabatti an den Gesprächen teil.

Nachdem die beiden Serien in der Vergangenheit Konkurrenten waren, nähern sie sich jetzt an. Abgesehen von der schwierigen finanziellen Situation, spielen auch die Besitzverhältnisse eine Rolle. Die Investment-Firma Bridgepoint hat im Jahr 2006 die Dorna übernommen. Im Vorjahr kaufte sich Bridgepoint auch bei Infront ein und ist somit Besitzer beider Serien. Im vergangenen Dezember hat die Europäische Kommission der Übernahme von Infront durch Bridgepoint zugestimmt.

Text von Gerald Dirnbeck

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