Giacomo Agostini; Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha – Jorge Lorenzo (li.) und Giacomo Agostini (re.) bei einer Präsentation Ende 2012

Der Transfermarkt ist in diesem Jahr sehr früh ins Rollen gekommen. Valentino Rossi verlängerte seinen Yamaha-Vertrag um weitere zwei Jahre.

Auch Jorge Lorenzo erhielt vor Katar einen Vertrag vorgelegt, der laut seinem Management der „beste seines Lebens“ sein soll. Obwohl Lorenzo zu Protokoll gab, dass er die vertragliche Situation für 2017/18 noch vor dem Saisonstart klären wollte, zögerte der dreifache MotoGP-Weltmeister mit seiner Unterschrift.

Yamaha-Teammanager Lin Jarvis meinte, dass sich Lorenzo alle Möglichkeiten genau ansehen und darüber nachdenken möchte, bevor der Spanier eine Entscheidung trifft. Jarvis sagte in Katar außerdem, dass er davon ausgeht, dass Lorenzo ein Angebot von Ducati erhalten wird. Laut Jarvis Einschätzung hat Ducati zwei „sehr gute Fahrer“, aber soweit er es versteht, will Ducati einen der Top-4-Fahrer verpflichten, um das Projekt auf „das nächste Level“ zu heben. Lorenzo ist momentan die Königsfigur im Transferpoker. Bleibt er bei Yamaha oder geht er zu Ducati?

Vor dem Saisonbeginn dementierte das Ducati-Management, dass man Lorenzo ein Angebot unterbreitet hat. Die Situation scheint sich offenbar geändert zu haben. MotoGP-Legende Giacomo Agostini wird von der italienischen Webseite ‚quotidiano.net‘ folgendermaßen zitiert: „Ich weiß, dass Audi ihm ein super Angebot unterbreitet hat. Aber gibt ihm dieses Geldangebot das beste Equipment wie es Yamaha hat? Wenn Jorge denkt, dass er in Rot den Unterschied ausmachen kann, dann sollte er die Herausforderung annehmen. Aber ich glaube nicht, dass er vollkommen überzeugt ist“, fügt der 15-fache Weltmeister hinzu.

Viel hängt davon ab, wie gut die Performance der Desmosedici GP ist. In Katar hatte Ducati Siegchancen, aber auch im Vorjahr war Andrea Dovizioso beim Nachtrennen stark und später in der Saison flachte die Performancekurve ab. Dennoch ist die italienische Marke unter der Führung von Gigi Dall’Igna klar im Aufwind. „Es ist seine eigene Entscheidung, bei der er nicht nur einen Faktor bedenken muss“, wird Yamaha-Teammanager Wilco Zeelenberg von ‚Crash.net‘ zitiert. „Es stimmt, Jorge hat bei Yamaha ein starkes Paket, doch ich kann mir vorstellen, dass alle Fahrer an einem bestimmten Punkt etwas anderes probieren möchten.“


Maverick Vinales: Verlässt er Suzuki?
Lorenzo ist seit 2008 bei Yamaha und fuhr nie ein anderes MotoGP-Bike. Deswegen meint Zeelenberg: „Es wäre möglich, dass er wechselt. Ich hoffe aber natürlich, dass er clever genug ist und bei Yamaha bleibt, um zwei oder drei weitere Titel einzufahren.“ Wie wird sich Lorenzo entscheiden? Sollte er Yamaha tatsächlich verlassen, wird seine M1 das begehrteste Motorrad im gesamten Feld werden. Ein Kandidat dafür könnte Maverick Vinales werden. Wenn sich Lorenzo entschieden hat, wird Vinales die nächste Königsfigur im Transferpoker.

Gerüchten aus Spanien zufolge ist auch Honda sehr an Vinales interessiert. Der 21-Jährige sieht die Situation gelassen. Er wartet ab, ob Suzuki ein Paket auf die Beine stellen kann, mit dem Vinales ganz vorne dabei ist. „Momentan denke ich noch nicht darüber nach“, wird Vinales von ‚Bikesportnews.com‘ zitiert. „Aber natürlich kann ich nur an Suzuki glauben, wenn die Ergebnisse stimmen. Wenn ich sehe, dass Suzuki ein Motorrad hat, mit dem ich Weltmeister werde kann, dann werde ich bleiben. Ich fühle mich bei Suzuki sehr wohl. Es ist mein Team.“

Mit Aki Ajo arbeitet Vinales mit einem gewieften Manager zusammen. Nach dem Moto3-Titel platzierte ihn der Finne im Moto2-Topteam von Sito Pons. Für den MotoGP-Aufstieg im Vorjahr wurde gleich ein Werksvertrag geschlossen und Vinales ging nicht den Weg über ein Kundenteam. „Wenn ich mein Team verlassen müsste, wäre es sehr schwierig“, meint der Youngster. „Trotzdem glaube ich, dass ein Fahrer seine eigene Karriere verfolgen muss. Man muss ein gutes Bike und ein gutes Team finden, damit man die Weltmeisterschaft gewinnt.“

Text von Gerald Dirnbeck

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