Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – Marc Marquez ist momentan keine Gefahr für Weltmeister Jorge Lorenzo

Es ist nicht einfach, nach dem ersten MotoGP-Vorsaisontest des Jahres Schlüsse zu ziehen, wer wie stark ist.

Eines lässt sich aber klar sagen: Honda liegt zurück. Weder Marc Marquez noch Dani Pedrosa gelang es in Sepang, mit Weltmeister Jorge Lorenzo mitzuhalten.

Marquez fand sich nach den drei Testtagen auf Position fünf wieder und lag 1,263 Sekunden zurück. Teamkollege Dani Pedrosa flog nach einem vielversprechenden ersten Tag aus den Top 10 und hatte als Elfter mehr als eineinhalb Sekunden Rückstand auf Lorenzos Fabelzeit.

LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow beendete das Kräftemessen immerhin auf Position sechs, doch Euphorie verbreitete der Brite nicht: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, betont der ehemalige Supersport-Weltmeister, der lediglich auf eine Runde schnell war. „Wir haben noch nicht die Form erreicht, um eine Rennsimulation zu fahren“, ist sich Crutchlow bewusst.

„Es gibt zwei Dinge, die man berücksichtigen sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine Rennsimulation zu absolvieren. Wenn man eine Rennsimulation fährt, dann zeigt man seinen Gegnern, wie stark man ist. Wenn die Rennsimulation schlecht ist, dann ist das demotivierend für das Team und den Fahrer“, bemerkt Crutchlow und stellt klar, dass man weder bei der Elektronik noch bei den Reifen alles im Griff hat: „Ich bezweifle, dass wir aktuell eine sichere Rennsimulation fahren können. Es wäre ein schlechter Zeitpunkt, um einen Fehler zu machen.“

„Es ist offensichtlich, dass Honda momentan zurückliegt“, erklärt Crutchlow, der für die Zukunft aber nicht allzu besorgt ist: „Ich weiß, wie hart sie arbeiten. Es mangelt weder an Einsatz noch an Wissen. Wir arbeiten mit dem 2015er-Motor und liefern die Informationen weiter. Dadurch können sie die Daten mit den Aufzeichnungen der Werkspiloten vergleichen. Ich denke, das funktioniert ganz gut, auch wenn es ungewöhnlich klingt. Sie brauchen einfach Informationen und die geben wir ihnen.“

„Selbst durchschnittliche Rundenzeiten sind ziemlich anspruchsvoll“, gesteht Crutchlow, der beim Test 1,319 Sekunden auf die Bestzeit verlor. Honda traf der Wechsel zur Einheits-Software hart. Die Japaner hatten bis 2015 die wohl beste Elektronik im Feld und leiden nun: „Die Elektronik funktionierte im vergangenen Jahr so gut. Klar, der Motor war ziemlich aggressiv, doch unsere Elektronik hat das sehr gut kaschiert. Die jetzige Elektronik ist nicht so fortschrittlich oder wir haben noch nicht verstanden, sie richtig zu nutzen.“

Crutchlow schwärmt von den Bridgestone-Reifen
Und auch die Charakteristik der Michelin-Reifen bremst die Honda-Piloten. „Die Honda geht sehr aggressiv mit den Vorderreifen um. Der Vorteil, den wir beim Bremsen hatten, gehört der Vergangenheit an. Im Moment haben kaum oder gar keine Vorteile, weil die Vorderreifen nicht stabil genug sind“, schildert der LCR-Pilot, der Michelin nicht kritisieren möchte.

„Michelin arbeitet gut. Wir wünschen uns stabilere Reifen und sie arbeiten daran. Die Hinterreifen sind merkwürdig. Wir haben nicht die Haftung, die wir haben sollten. Vielleicht liegt es auch an der Strecke“, grübelt der Brite, der mit seiner RC213V nicht mehr so hart bremsen kann wie mit den Bridgestone-Reifen.

„Der Bremsdruck ist viel niedriger als bei den Bridgestone-Reifen. Wir konnten mit den Bridgestone-Reifen später bremsen und in Schräglage härter bremsen. Man muss nun viel präziser fahren. Die Michelin-Reifen verzeihen keine Fehler. Man muss einen hohen Preis zahlen, wenn man einen Fehler macht“, analysiert der Honda-Pilot und stellt fest: „Das war bei den Bridgestone-Reifen anders.“

Text von Sebastian Fränzschky & David Emmett

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