Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – Marc Marquez nahm seinen Gegnern am Freitag 0,7 Sekunden ab

Marc Marquez und der Circuit of The Americas passen zusammen wie kaum eine andere Rennstrecke auf dieser Erde.

In den vergangenen drei Jahren beendete der Honda-Werksfahrer nur drei Trainings nicht auf Platz eins – im dritten Freien Training 2013, im Warmup 2013 und im ersten Training 2015. Auch diesmal setzte Marquez am Freitag seine vorzügliche Vorstellung fort.

Im zweiten Freien Training war er um sieben Zehntelsekunden schneller als die restliche MotoGP-Elite. Der zweitbeste Honda-Fahrer, nämlich sein Teamkollege Dani Pedrosa, hatte 1,1 Sekunden Rückstand.

„Generell bin ich mit dem Tag zufrieden“, lacht Marquez in der Medienrunde. „Die Beschleunigung war ein Fragezeichen, aber es scheint hier nicht so eine große Rolle wie auf anderen Strecken zu spielen. Die meisten Kurvenausgänge werden im ersten Gang gefahren, dadurch verlieren wir nicht so viel.“ Außerdem waren deutlich größere Flügel an der Seitenverkleidung zu sehen. „Am Vormittag testeten wir neue Winglets, die die Wheelies etwas reduzierten. Wir müssen sie weiter testen, um die Auswirkungen besser zu verstehen.“

Honda war auf der mit 1,2 Kilometer längsten Geraden im Kalender das zweitschnellste Motorrad nach Ducati. Das zeigt, dass Marquez die Zeit vor allem mit seinem spektakulären Fahrstil in den Kurven herausholt. Der diesjährige Motor zwingt ihn auch dazu, andere Linien zu fahren. „Man muss mehr den Yamaha-Stil fahren und den Kurvenausgang vorbereiten“, geht der zweifache MotoGP-Champion ins Detail: „Hier konnte ich früher schneller umlenken, aber jetzt muss ich in den Kurven etwas mehr ausholen. Dafür musste ich meinen Fahrstil etwas verändern. Trotzdem passt es auf diesem Kurs sehr gut.“


Fokus auf den Kurvenausgang

Dadurch kann Marquez genug Tempo auf die Gerade mitnehmen und ein Manko der RC213V wettmachen. „Der Speed hängt mehr mit dem Kurvenausgang zusammen. Wenn ich diese Linien in erste Gang Kurven fahre, scheinen wir weniger Tempo zu verlieren. Bei Richtungswechseln ist das Motorrad etwas besser“, schildert der Spanier die Details: „Im Vorjahr konnte das Motorrad schneller die Richtung wechseln. Jetzt ist es etwas langsamer, aber ich kann besser die Geschwindigkeit halten. Es ist etwas seltsam.“

Trotzdem bemerkt Marquez eine Tatsache, die seinen Teamkollegen in keinem guten Licht erscheinen lässt: „Wenn ich meine Daten mit Dani vergleiche, ist seine Beschleunigung besser. Auch in der Bremsphase ist er besser. Man holt die Zeit in der Kurve. Um diese Linien zu fahren, muss man viel Vertrauen zum Vorderrad haben, denn wenn man neben die Ideallinie fährt, kann es sehr schmutzig sein. Es hängt auch mit der Abstimmung zusammen.“

Pedrosa experimentierte am Freitag mit dem Setup und schlug im ersten Training eine neue Richtung ein. „Aber ich erhielt nicht das gewünschte Gefühl“, seufzt Pedrosa. „Also gingen wir am Nachmittag einen Schritt zurück. Die Pace ist etwas besser geworden, aber ich bin noch weit weg. Diese Strecke verlangt gute Beschleunigung, gute Bremsen und gutes Handling. Wir arbeiten daran, das Fahrgefühl zu verbessern. Dadurch werden meine Zeiten besser.“

Ein weiterer Faktor sind die Reifen. Am Freitag mussten alle mit dem weichen Hinterreifen fahren, die härtere Variante steht erst am Samstag zur Verfügung. Marquez ist sich bezüglich der Reifen noch nicht schlüssig: „Mit der härteren Konstruktion hatte ich erwartet, dass der Grip abnimmt, aber er ist besser. Vielleicht haben sie das mit dem Reifendruck erreicht. Der Reifen scheint recht gut zu funktionieren. Wir müssen aber noch die Haltbarkeit verstehen. Am Vormittag war es ein Problem, am Nachmittag etwas besser, aber immer noch kritisch. Morgen Samstag können wir die härtere Mischung ausprobieren.“

Deshalb glaubt Marquez nicht, dass seine Rundenrekorde an diesem Wochenende fallen werden: „Man kann die Rundenzeiten nicht mit der Vergangenheit vergleichen. Ein Nachteil der Michelin-Reifen ist die Front, denn mit Bridgestone konnten wir sehr tief in die Kurven bremsen. Was passiert, wenn man das macht, habt ihr in der letzten Kurve gesehen“, spricht er seinen Crash in der Zielkurve an. „Ich denke, dass wir den Rundenrekord nicht brechen, aber nahe herankommen werden.“

Text von Gerald Dirnbeck & David Emmett

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