Horst Saiger  © Saiger Racing

© Saiger Racing – Horst Saiger wünscht sich gutes Wetter für seine erste Isle of Man Tourist Trophy

Kawasaki-Pilot Horst Saiger wird in diesem Jahr erstmals mit seiner ZX-10R bei der Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man an den Start gehen. 2003 und 2004 fuhr der Österreicher einige Rennen in der Superbike-Weltmeisterschaft.

Und auch in der IDM sammelte der 41-Jährige Erfahrungen. Beim Rennen in den Straßen von Macao und dem Northwest 200 wurde Saiger vom Roadracing-Virus infiziert. Mit dem TT-Start geht nun ein Traum in Erfüllung. Über den steinigen Weg und die Reichweite des Roadracing-Sports in Deutschland spricht Saiger im Interview mit ‚Motorsport-Total.com‘.

Frage: „Du bist im Roadracing-Sport kein Neuling, doch die Isle of Man TT fehlte dir bisher. Was hat dich dazu bewogen, diese Herausforderung anzunehmen?“
Horst Saiger: „Die TT ist einfach das Größte, aber sicher auch das Schwierigste. Ich musste erstmal alles zusammen haben, ein Motorrad, zu dem ich Vertrauen habe und ein gutes Team und natürlich ein wenig Geld, um die ganze Sache zu finanzieren. Da haben mir meine selbsgemachten DVDs und Saiger-Racing-T-Shirts sehr geholfen. Aber ausschlaggebend für mich war wahrscheinlich die Freundschaft zu Cameron Donald und John McGuinness, die Stimmung im Fahrerlager und die positive Einstellung der Fans.“

Frage: „Warum ist Roadracing deiner Meinung nach im deutschsprachigen Raum nicht so populär wie in Großbritannien und Irland?“
Saiger: „Roadracing wird immer populärer. Jeder Zuseher, der einmal dabei war, wird das nie vergessen und die meisten Fans kommen immer wieder. Bei uns ist aber schon alles übersensibilisiert: laut, schnell, gefährlich – das geht gar nicht. Und dazu stinkt es ja auch noch (lacht; Anm. d. Red.). Dass es faszinierend, atemberaubend und einfach unglaublich ist, kommt in unseren Breiten immer erst hervor, wenn genug Geld im Spiel ist.“

Großbritannien lebt das Roadracing
Frage: „Du gehst einen sehr kreativen Weg bei der Vermarktung und Finanzierung deines Vorhabens. Dennoch ist es sicher sehr schwierig, das nötige Budget zusammenzubekommen. Was treibt dich an, diese eher lästigen Aufgaben bestmöglich zu absolvieren, ohne den Fokus aufs Renngeschehen zu verlieren?“
Saiger: „Rennfahren sind nur zehn Prozent vom Ganzen. In erster Linie muss irgendwie Geld aufgetrieben werden. Dank Kawasaki, IXS, Metzeler und anderen Materialsponsoren habe ich einen Teil des benötigen Materials zusammen bekommen.“

„Da fehlt aber noch viel und anstatt die Zeit mit Sponsoren suchen zu vergeuden, habe ich angefangen, Filme zu machen und jetzt habe ich auch schon die ersten T-Shirts verkauft. Das ist viel Arbeit, schafft aber gleichzeitig auch eine Fanbase. Darüber hinaus gibt das positive Feedback wieder Ansporn weiter zu machen.“

Frage: „Was erhoffst du dir für deine erste TT?“
Saiger: „Bei meiner ersten TT will ich so viele Runden drehen wie möglich, alles andere muss sich von selbst ergeben.“

Saiger denkt nicht an die Auslaufzonen
Frage: „Wie unterscheidet sich die TT-Kawasaki von einem Rundkurs-Superbike?“
Saiger: „Gar nicht. Es ist komplett dasselbe Motorrad mit dem ich die Schweizer Meisterschaft gewonnen habe und in Macao gefahren bin. Nur der Tank ist von Bolliger geliehen – ein 24-Liter-Tank, sonst müsste ich jede Runde tanken.“

Frage: „Stürze gehören im Motorradsport dazu. Doch es ist ein großer Unterschied, ob man auf einem Rundkurs zu Boden geht oder auf einer öffentlichen Straße. Wie blendest du das aus, um ans Limit zu gehen?“
Saiger: „Wenn ich fahre, dann bin ich sehr konzentriert und auf die Strecke fokussiert. Ich denke nicht an Sturzräume und so Zeugs.“

Text von Sebastian Fränzschky

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