© Ducati - Superstar Valentino Rossi macht weiter eine schwere Zeit bei Ducati durch

Valentino Rossi zeigte auch auf dem Sachsenring seinen Fans eine Aufholjagd. Vom vorletzten Startplatz kam der Ducati-Pilot rasch durch das Feld und kämpfte mehr als die Hälfte des Rennens mit seinem Teamkollegen Nicky Hayden und Alvaro Bautista (Suzuki) um den siebten Platz. Schlussendlich überquerte Rossi nach einem schwierigen Wochenende die Ziellinie als Neunter. Im Interview spricht der Italiener über die aktuelle Situation der italienischen „Traumehe“.

Frage: „Welche Lehren ziehst du aus diesem Rennen?“
Valentino Rossi: „Wir haben heute die Gewichtsverteilung verändert, um das Gefühl für das Vorderrad zu verbessern. Endlich habe ich ein Gespür für das Motorrad. Ich habe mich heute Morgen und auch am Nachmittag verbessert. Vor dem Hintergrund unserer Situation bin ich ein recht gutes Rennen gefahren. Ich weiß, dass ich mit Nicky und Bautista am Limit kämpfen kann. Ich habe viel versucht, doch es gab ein Problem mit dem Getriebe am Ausgang der letzten Kurve. Als ich Nicky angreifen wollte, hatte ich dann dieses Problem – und so konnte mich auch Bautista noch überholen. Deshalb habe ich diesen Kampf leider verloren.“

„Wir müssen jetzt darüber nachdenken, wie wir in Laguna Seca weitermachen wollen. Ob wir mit diesem Bike weitermachen oder es ein weiteres Mal mit dem alten versuchen. Das haben wir noch nicht entschieden.“

Frage: „Wann musst du dich entscheiden?“
Rossi: „Heute noch, nach einem Meeting mit den Jungs. Ich muss einige Details verstehen, denn sollten wir mit beiden antreten, erschwert das die Arbeit während des Wochenendes. Es gibt ein paar positive und ein paar negative Aspekte.“

Frage: „Was wäre dir für Laguna Seca lieber, hast du schon eine Präferenz? Zweimal das gleiche Modell oder doch lieber ein neues und ein altes?“
Rossi: „Ganz ehrlich, ich weiß es noch nicht. Wie ich schon gesagt habe, ich muss mit den Jungs darüber sprechen, um die Situation zu verstehen.“

Frage: „Hast du Lorenzos Überholmanöver gegen Stoner in der letzten Kurve gesehen?“
Rossi: „Ja, ich habe es kurz sehen können. Ich finde, dass Lorenzo ein großartiges Überholmanöver gezeigt hat. Dadurch wird die Meisterschaft sehr interessant – noch interessanter als bislang schon. Lorenzo gibt nicht auf und fährt sehr gut. Er ist noch nicht am Ende.“

Frage: „Du hast deine Rundenzeit im Rennen um rund eine halbe Sekunde gegenüber der Qualifikation verbessert. Liegt das daran, dass du mit einer anderen Einstellung ins Rennen gehst und dann härter pushen kannst?“
Rossi: „Im Rennen bin ich immer ein bisschen schneller. Das ist normalerweise eine gute Sache. Das Problem besteht darin, dass mir das Motorrad im Training nie gefällt. Deswegen kann ich nie ans Limit gehen. Aufgrund der Verbesserungen konnte ich besser bremsen und dadurch auf einer besseren Linie durch die Kurven fahren. Das hat heute den Unterschied gemacht.“

Frage: „Die erste Hälfte der Saison liegt nun hinter uns und du bist erst einmal auf Treppchen gefahren. Wie fällt dein Fazit nach deinem ersten Halbjahr bei Ducati aus?“
Rossi: „Nun, wir haben uns sehr getäuscht, denn wir hatten erwartet, schneller zu sein. Doch leider bin ich nicht in der Lage, das Maximum herauszuholen. Ich mache auch nicht den Unterschied im Vergleich zu Nicky. Klar, in der Meisterschaft liege ich vor ihm, aber die Unterschiede sind manchmal sehr klein. Wir haben das neue Bike eingesetzt, da wir denken, dass es besser ist. Doch leider waren die beiden Maschinen heute sehr ähnlich was ihr Potenzial auf der Strecke angeht.“

„Jetzt müssen wir uns darüber klar werden, wie der nächste Schritt aussehen soll. Denn ich habe mit diesem Bike am Vorderrad ein Problem. Wir müssen also verstehen, wie wir dieses Problem so schnell wie möglich lösen können. Für den Rest der Saison lautet unser Ziel, dass wir auf das Niveau unserer besten Rennen, wie Barcelona und Le Mans, zurückkehren. Zu versuchen, mindestens in der dritten Startreihe zu stehen. Zu versuchen, näher an der Spitze dranzubleiben, um bessere Ergebnisse zu erzielen.“

Frage: „Hier am Sachsenring sieht es fast so aus, als ob 80 Prozent der Fans zu dir halten und dich anfeuern. Wie erklärst du dir das? Warum bist du in Deutschland so beliebt?“
Rossi: „Ich habe auf der ganzen Welt viele Fans. Ich habe bereits eine lange Karriere und hatte schon viele Erfolge. Ich genieße es immer sehr rund um die Strecke viele Fans von mir zu sehen. Jetzt, wo ich für Ducati fahre, ist es noch mehr geworden. Mir ist das auf jeden Fall wichtig, denn es gibt mir positive Energie.“

Frage: „2011 läuft es für dich nicht gut. Wie zuversichtlich bist du, dass es dir 2012 mit der 1.000er-Maschine besser ergeht?“
Rossi: „Dieses Bike ist mit dem 1.000er-Motor besser. Ich kann das Vorderrad einfach besser belasten. Aber wir müssen unsere jetzigen Probleme auch für das kommende Jahr lösen, denn uns ist klar, dass wir das Potenzial des Motorrads nicht ausnutzen. Wir müssen weiter arbeiten.“

Frage: „Stoner und Lorenzo haben an diesem Wochenende noch einmal bekräftigt, dass sie unter keinen Umständen in Japan starten werden. Was ist deine Position in dieser Frage?“
Rossi: „Ich kenne die Situation und bin sehr froh, dass Stoner und Lorenzo so entschieden sind. Mir scheint es auch die bessere Idee zu sein, nicht hinzugehen. Aber ich weiß nicht, was passieren wird. Wir müssen abwarten, was nächste Woche passiert, was alle Fahrer dazu sagen, und ob es in Japan sicher ist. Ich möchte mich jetzt noch nicht so eindeutig wie Stoner und Lorenzo festlegen. Ich möchte abwarten.“

Text von Lennart Schmid

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