© Repsol - Regenrennen stellen die Zweirad-Asse vor spezielle Herausforderungen

Regen ist im Motorsport immer eine besondere Herausforderung, speziell bei Motorradrennen. Die Zweiradartisten fahren auch bei nassen und rutschigen Bedingungen extreme Schräglagen und bringen das Knie auf den Boden. Um das möglich zu machen, werden einige Veränderungen an den Maschinen vorgenommen, aber auch die Ausrüstung der Piloten wird angepasst. Außerdem muss der Fahrer seinen Stil umstellen.

Das Motorrad wird komplett anders eingestellt, wie 125er-Weltmeister Marc Márquez erklärt. „Man fährt ein Gemisch mit mehr Öl, damit die Gasannahme nicht zu abrupt und weniger aggressiv ist, weil das Hinterrad leichter im Nassen rutscht. Man tut das auch, um eine optimale Motorentemperatur zu erreichen, die bei 60 Grad liegt. Deshalb wird auch der Kühler genau unter die Lupe genommen.“

„Die Mechaniker verwenden Klebeband, um den Lufteinlass des Kühlers zu verkleinern, damit der Motor nicht zu kalt läuft.“ Es gibt aber noch einen weiteren Trick, damit der Fahrer während der Fahrt die Kühlung regulieren kann. „Ein Klebeband ist so am vorderen Stoßdämpfer befestigt, dass ich es während der Fahrt abreißen kann“, beschreibt Márquez.

Die Federung wird weicher gemacht und es werden natürlich Regenreifen mit Profil aufgezogen. Der Gummi wird nur etwa 60 Grad heiß im Gegensatz zum Trockenen, wo sich die Pneus auf bis zu 100 Grad aufheizen. „Die weichste Einstellung macht das Motorrad flexibler. Die Reifen sind ebenfalls weicher, damit sie mehr Grip bei den niedrigen Temperaturen bieten ohne zu schnell zu verschleißen.“

Die Schutzkleidung der Piloten wird ebenfalls angepasst. „Statt einem dunklen Helmvisier, das normalerweise vor der Sonne schützen soll, kommt ein ganz klares zum Einsatz“, so Márquez.. Auf der Innenseite gibt es eine zweite Schicht aus Plastik, die das Beschlagen verhindern soll. Auf der Außenseite gibt es eine Gummischicht, damit das Wasser nicht in den Helm dringen kann.

Über die Lederkombi wird ein durchsichtiger Schutzanzug angezogen. Es besteht aus einem Oberteil und Hosen, die eng anliegen, um nicht im Wind zu flattern. Sie sollen verhindern, dass sich der Lederanzug mit Wasser vollsaugt, damit schwerer wird und sich der Pilot nicht mehr geschmeidig auf der Maschine bewegen kann. „Normalerweise tragen wir das nur in Extremfällen, wenn es stark regnet.“

Aber auch bei den Knieschonern werden andere Modelle verwendet, wie Márquez erklärt: „Wenn es regnet, dann neigt sich das Motorrad weniger, weshalb es mit einem größeren Knieschoner möglich ist, früher eine Referenz zu bekommen als mit einem konventionellen.“ Der Fahrstil wird also ebenfalls angepasst. „Man muss viel präziser sein. Man muss sich mehr konzentrieren, denn der kleinste Fehler kann zu einem Sturz führen.“

Die Fahrer bremsen früher, fahren nicht ganz so extreme Schräglagen, richten die Motorräder früher auf und bleiben von den weißen Linien und den Randsteinen weg. Ebenfalls muss genau auf die Beschaffenheit des Asphalts geachtet werden, die auf jeder Strecke anders ist. „Zu Beginn muss man langsam fahren, zumindest in den ersten Runden, um das Griplevel herauszufinden“, sagt Márquez. „Ich mag Regen nicht so sehr, aber normalerweise schlage ich mich gut.“

Text von Gerald Dimbeck

Motorsport-Total.com
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