Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha - Jorge Lorenzo war auch in Silverstone das Maß der Dinge

Jorge Lorenzo dominiert die MotoGP weiterhin scheinbar nach Belieben. Der Yahama-Pilot gewann auch das Rennen in Silverstone vor seinem Hauptrivalen Casey Stoner und dessen Teamkollegen Dani Pedrosa.

Nach vier Siegen und zwei zweiten Plätzen in den ersten sechs Saisonrennen weist Lorenzos Punktekonto in der Weltmeisterschaft nun 140 von 150 möglichen Punkten auf. Von Startplatz vier aus gelang Lorenzo kein perfekter Start, während die Konkurrenz gleich mit schnellen Rundenzeiten aufwartete.

„Da war ich sehr beunruhigt. Die Jungs waren alle richtig schnell, schneller als in Training, daher war es für mich schwierig, ihnen zu folgen“, sagt der 24-Jährige. „Als meine Zeiten dann schneller wurden, kam es zu einigen haarigen Situationen, denn sie haben sehr spät gebremst.“ Doch der Spanier ging allen Schwierigkeiten aus dem Weg. „Ich wollte keinen Fehler machen und habe abgewartet, wie sich das Rennen entwickelt.“

Dies entwickelte sich mit zunehmender Dauer zu Lorenzos Gunsten. „Mit der Zeit wurden sie dann langsamer, das hat es mir leichter gemacht.“ Schließlich kam es im Kampf um den Sieg zum Showdown zwischen den WM-Rivalen Lorenzo und Stoner. „Als ich hinter Casey war, habe ich in der letzten Kurve meine Chance gesehen, aber er wollte mich nicht vorbeilassen. Der Kampf war toll, glücklicherweise mit dem besseren Ende für mich. Ich glaube, das war eine tolle Show für die Zuschauer.“

Bloß keine Fehler machen

Was das Publikum begeisterte, sorgt beim Yamaha-Piloten jedoch für ein mulmiges Gefühl: „Wenn du um die WM kämpfst, willst du solchen Situationen aus dem Weg gehen. Ein Teil von dir genießt es, der andere Teil ist sehr angespannt und nervös.“ In den letzten Runden musste Lorenzo dann noch einen Scheckmoment überstehen. „Ich habe dann einen Vorsprung herausgefahren und viel Druck gemacht, aber nach vier oder fünf Runden machte ich einen kleinen Fehler, bei dem ich beinahe gestürzt wäre. Das zeigt, dass es nicht immer so leicht ist, wie es aussieht.“

Nach dem ersten Drittel der Saison lautet Lorenzos Zwischenbilanz: „Bis jetzt ist es eine perfekte Saison.“ Jede andere Aussage hätte bei gerade einmal zehn verpassten WM-Punkten auch verwundert. Doch der 24-Jährige betont, dass jeder einzelne Sieg hart erkämpft war: „Beim Blick auf die Ergebnisse könnte man denken, dass die letzten Rennen für mich einfach waren. Aber das waren sie nicht.“

So stellte Lorenzo nach den wechselhaften Bedingungen während er Trainingstage heute die Reifenfrage vor eine Herausforderung. „Das war wirklich schwierig. Im Warmup habe ich mich mit dem harten Hinterreifen sehr wohl gefühlt, wir haben uns aber entschieden, ihn nicht zu verwenden. Es bestand die Möglichkeit, dass es regnet, daher war es besser, den weichen Reifen zu nehmen. Daher war das Motorrad zu Beginn nicht einfach zu kontrollieren, ich bin viel gerutscht. Der harte Reifen wäre vielleicht konstanter gewesen, aber das war wegen des Regenrisikos war es zu riskant.“

Yamaha gut, aber nicht perfekt

Die beeindruckende Siegesserie wirft die Frage auf, ob die aktuelle Yamaha M1 das beste Motorrad ist, welches Lorenzo je gefahren ist. „Es ist auf jeden Fall das Schnellste, den es in eine 1.000er“, so Lorenzo. „Aber es ist ein sehr gutes Motorrad.“ Dennoch gibt aber Raum für Verbesserungen, „vor allem am Motor. Der ist noch nicht so stark. Aber die Kurvengeschwindigkeit ist sehr gut, da gewinnen wir Zeit.“

Bei der Motorleistung sieht der Spanier die Konkurrenz von Honda im Vorteil: „Vor allem zu Beginn, wenn die Traktion gut ist, sind sie im Vorteil und können die Leistung des Motors voll ausschöpfen. Wenn ihre Reifen dann abbauen, kann ich ihnen auf der Geraden einfacher folgen.“ Vor dem Rennen in Assen beträgt Lorenzos Vorsprung auf Stoner in der WM 25 Punkte. Das entspricht einem Grand-Prix-Sieg, ist für den 24-Jährigen aber noch kein beruhigendes Polster. „Das sagt noch gar nicht aus, wir haben erst sechs Rennen gefahren, und es folgen noch doppelt zu viele. Wir machen kleine Schritte und planen von Rennen zu Renen.“

Text von Markus Lüttgens

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