Jorge Lorenzo  - ©  FGlaenzel

© FGlaenzel – Jorge Lorenzo musste sich in Aragon Marc Marquez geschlagen geben

Beim Großen Preis von Aragonien in Alcaniz setzte Jorge Lorenzo (Yamaha) wieder einmal auf seine übliche Taktik und wollte dem Feld schon in den ersten Runden des Rennens enteilen. Doch heute ging diese Strategie nicht auf.

Marc Marquez (Honda) fing Lorenzo ab und verwies ihn nach 23 Runden auf Rang zwei. Statt den dritten Sieg in Folge zu feiern, muss der amtierend Weltmeister zusehen, wie ihm Rookie Marquez in der Gesamtwertung auf 39 Punkte enteilt.

„Ich kann nicht zufrieden sein, denn ich will den WM-Titel gewinnen, daher wäre ein Sieg heute wichtig gewesen, um den Rückstand auf Marc zu verkürzen“, lautet denn auch das Fazit des Spaniers. Im Gegensatz zum Rennen in Misano vor 14 Tagen war seine Soloflucht heute nicht von Erfolg gekürt. „Ich wusste, dass unser Renntempo nicht so gut sein würde. Ich bin gut gestartet und fuhr einen Vorsprung heraus“, sagt Lorenzo.

Doch Marquez fuhr die Lücke schneller als gedacht zu. „Als er innerhalb von nur vier oder fünf Runden zwei Sekunden Rückstand aufgeholt hatte, wusste ich, dass es nicht sinnvoll ist, bis zum Ende zu attackieren und habe mir meine Kraft eingeteilt.“ Doch Marquez überholte und fuhr seinem Landsmann davon. „Als ich ihm folgen wollte, habe ich auf der Geraden ein paar Fehler gemacht und hatte einen Wheelie“, sagt Lorenzo, der seine Niederlage eingestehen muss. „Er war zu stark.“

Der Spanier haderte bei seinem dritten Heimrennen der Saison vor allem mit der Abstimmung seiner M1: „Wir hatten hier nicht das perfekte Motorrad wie noch beim Test. Im Warmup haben wir das Motorrad komplett umgebaut. Dadurch lag es besser in den Kurve, aber auf der Bremse war es sehr schwierig zu kontrollieren und instabil“, klagt Lorenzo.

Trotz der erheblichen Rückstands will der amtierende Weltmeister vier Rennen vor Saisonende den Kampf um den WM-Titel noch nicht aufgeben. „In vier Rennen kann eine Menge passieren. Solange es mathematisch möglich ist, werden wir daran glauben und angreifen. Wir müssen stärker werden und weitere Rennen gewinnen.“

In technischer Sicht rechnet Lorenzo dabei nicht mehr mit großen Schritten durch Yamaha: „Wir benutzen schon den fünften Motor, daran können wir nichts mehr verbessern. Wir können aber das Chassis und die Aufhängung verbessern.“ Wichtiger ist für den Spanier jedoch: „Wir müssen uns aber vor allem darauf konzentrieren, gute Rennen zu fahren.“

Text von Markus Lüttgens

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