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© GP-Fever.de – Führt Jorge Lorenzos Weg in der MotoGP von Yamaha zu Ducati?

Die „Silly Season“ in der MotoGP 2016 hat noch nicht wirklich begonnen.

Dennoch spricht seit Valentino Rossis Vertragsverlängerung bei Yamaha, die kurz vor der Saisoneröffnung in Katar bekannt gegeben wurde, jeder über die Optionen von Teamkollege und Auftaktsieger Jorge Lorenzo. Auch ihm offerierte Yamaha einen neuen Vertrag für die kommenden zwei Jahre, doch noch zögert Lorenzo.

Dabei hatte der amtierende Weltmeister die Japaner selbst gebeten, die Verlängerung noch vor dem Saisonstart festzuzurren, um mit freiem Kopf auf die Strecke gehen zu können. Doch weil das Team von Lin Jarvis auf Gleichberechtigung setzt, bekam parallel auch Rossi ein Angebot und sagte prompt zu. Dass Yamaha damit sofort an die Öffentlichkeit ging, schmeckte Lorenzo dem Vernehmen nach gar nicht.

Er soll sein Team um etwas Bedenkzeit gebeten haben. Ewig währt diese allerdings nicht. Es gebe eine Deadline, bestätigte Jarvis zuletzt. Der Yamaha-Teamchef will Lorenzo halten, weiß aber auch, dass der Spanier gerne alle Möglichkeiten kennen und abwägen will, bevor er eine Entscheidung trifft: „In dieser wichtigen Phase seiner Karriere muss er abschätzen, ob er seine Zukunft bei Yamaha sieht oder es Zeit für einen Wechsel ist“, so Jarvis bei ‚Autosport‘.

Jorge Lorenzos letzte Chance zum Wechsel?
Tatsächlich ist Lorenzo in der Form seines Lebens. Unterschreibt er für zwei weitere Jahre bei Yamaha, wäre es seine 11. Saison bei den Blauen – und vielleicht seine letzte in der MotoGP. Denn 2018 wird Lorenzo 32 Jahre alt. Die Zeit für einen Wechsel ist jetzt oder nie. Zwar soll ihm Yamaha „das beste Angebot seiner Karriere“ unterbreitet haben, doch selten waren die Frohlockungen der anderen Teams so groß.

Schließlich laufen alle Werksverträge zum Ende der Saison aus. Lorenzo stehen als amtierender Weltmeister und Favorit auf den Titel 2016 alle Türen. Dabei wird der 28-Jährige vor allem mit Ducati in Verbindung gebracht, und das nicht zum ersten Mal. Zwar beteuerte er bisher immer, seine Karriere bei Yamaha beenden zu wollen, doch auch Jarvis sagt: „Ich denke, Ducati ist eine Alternative. Honda hat bereits zwei Top-Fahrer.“

Dort wird man an Marquez festhalten wollen. In Katar erreichte er trotz aller Schwierigkeiten mit der neuen RC213V das Podest und landete deutlich vor Teamkollege Dani Pedrosa, der sich steigern muss, um auch seine zwölfte Saison in der MotoGP bei Honda verbringen zu können. Sollte hier ein Platz frei werden, wäre auch Lorenzo eine Option. Mit HRC-Vize Shuhei Nakamoto pflegt er seit Jahren ein gutes Verhältnis.


Von Yamaha zu Ducati: Das spricht dafür
Höher im Kurs scheint aber aktuell Ducati zu stehen. Nach fünfeinhalb sieglosen Jahren scheint die Desmosedici konkurrenzfähiger denn je. Die Zeiten, in denen nur Stoner sie bezwingen konnte und Rossi an ihr verzweifelte, sind vorbei. Das wird auch Lorenzo nicht entgangen sein. Zwar hat Ducati ihm eigenen Aussagen zufolge noch kein Vertragsangebot vorgelegt, doch ein Interesse an dem Spanier streiten die Roten nicht ab.

Das ausgesprochene Ziel des italienischen Herstellers ist es, um Siege und 2017 auch den Titel mitzufahren. Wenn einer dafür prädestiniert wäre, dann Lorenzo. Beim Saisonstart in Katar war er der einzige, der die Ducatis auf Abstand halten konnte. Er knüpfte nahtlos an die Erfolge der vergangenen Saison an. Winterpause, neue Reifen, Einheitselektronik: All das scheint den Spanier nicht zurückgeworfen, sondern beflügelt zu haben.

Selbst von den erneuten Frotzeleien mit Teamkollege Rossi ließ sich Lorenzo nicht aus dem Konzept bringen. Mit ihm geriet er zunächst im vierten Freien Training aneinander. Dann kommentierte Rossi auch noch die Wechselgerüchte um Lorenzo: Er hätte nicht den Mut, zu Ducati zu wechseln, glaubt der Italiener. Vielleicht belehrt ihn Lorenzo eines Besseren – und landet in einem Team, in dem er selbst der größte Star ist.

Text von Juliane Ziegengeist

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