Jorge Lorenzo  - © Yamaha

© Yamaha – Jorge Lorenzo hätte sich vom neuen Yamaha-Motor etwas mehr erwartet

Das Yamaha-Werksteam probierte gestern in Misano zwar auch einige kleine Neuerungen für die aktuelle Saison aus, vor allem stand der Testtag aber im Zeichen der Vorbereitung auf die MotoGP-Saison 2014.

Primär ging es um die neueste Ausbaustufe des Motors, mit der Jorge Lorenzo Zweiter und Valentino Rossi Dritter wurde. Die beiden lagen nach 67 beziehungsweise 75 Runden nur durch 0,158 Sekunden voneinander getrennt.

„Unser Hauptziel für heute war, den 2014er-Motorenprototyp zu testen und alle Informationen zu sammeln, die die Japaner brauchen“, erklärt Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli. „Das gelang uns ohne Probleme und wir probierten auch einige Einstellungen für das nächste Rennen im Motorland aus, einschließlich einer neuen Bremsscheibe. Jetzt freuen wir uns darauf, den WM-Kampf in Aragon fortzusetzen.“

Laut Lorenzo habe Yamaha „nur kleine Teile, nichts Wichtiges“ getestet, was das Chassis angeht, und wenn er über den neuen Motor spricht, hält sich seine Euphorie in Grenzen: „Wir haben eine neue Motorenspezifikation für nächstes Jahr ausprobiert, die ein bisschen besser zu sein scheint. Ich bin aber nicht hundertprozentig davon überzeugt. Wir müssen uns jetzt die Telemetrie anschauen, wo sie besser ist und wo nicht.“ Besonders die Beschleunigung „muss besser werden“, fordert er.

Teamkollege Rossi hingegen scheint sich vom neuen Motorrad viel zu versprechen. Aber nicht nur im Hinblick auf 2014, sondern auch für die restlichen Saisonrennen glaubt er etwas gefunden zu haben: „Ich bin sehr zufrieden, es war ein positiver Test“, lautet seine Bilanz. „Ich war recht schnell und wir haben viele interessante Dinge ausprobiert. Ich glaube, dass wir für das nächste Rennen einen Schritt gemacht haben, speziell was das Bremsen angeht.“

Rossi hatte insgesamt drei Motorräder in seiner Garage stehen, darunter auch das 2014er-Bike, das in voller Pracht erst beim Valencia-Test debütieren wird. „Es ist gut, ich mag es“, sagt der neunmalige Motorrad-Weltmeister, der am liebsten sofort umsteigen würde, um sich wieder in der absoluten Weltspitze zu etablieren. Aber an einen Einsatz schon in dieser Saison glaubt er nicht: „Das ist unser Motorrad für nächstes Jahr.“

„Der Motor ist ein bisschen anders, schneller“, widerspricht er Lorenzo, „und auch beim Chassis gibt es Unterschiede, vor allem hinsichtlich der Gewichtsverteilung. Mir taugt das, es ist ein gutes Motorrad. Am Anfang hatte ich ein seltsames Gefühl, aber nach einer Weile fuhr ich meine beste Zeit mit dem neuen Motorrad.“ Rossi notiert eine „bessere Traktion und Beschleunigung, besseres Gefühl vorne, weil die Front stabiler ist – da kannst du mehr attackieren. Das Gefühl ist einfach besser.“

Übrigens, dank der neuen Bremsscheiben, auch auf dem aktuellen Motorrad. Das könnte sich schon beim nächsten Rennen auswirken: „Vor allem haben wir versucht, meinem Problem auf der Bremse mit einigen neuen Einstellungen gegenzusteuern. Das ist ja das große Problem, das ich schon seit Saisonbeginn habe. Ich glaube, dass wir in Aragon schneller sein werden“, kündigt der 34-jährige Italiener zuversichtlich an.

Text von Christian Nimmervoll & Gerald Dirnbeck

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