© Suzuki - Kevin Schwantz würde beim Ex-Team Suzuki gern mehr zu sagen haben

Kevin Schwantz gilt immer noch als Ikone von Suzuki. Der amerikanische Ex-Grand-Prix-Star beobachtet das – in den vergangenen Monaten oft wenig erfolgreiche – Auftreten seines früheren Arbeitgebers ganz genau und wünscht sich, er dürfte direkt eingreifen. Doch die ersehnte verantwortliche Rolle beim Suzuki-Team blieb dem Champion von 1993 bisher verwehrt.

„Man kann schlecht von außen mit dem Finger draufzeigen. Sie haben eine lange Liste mit Defiziten. Vielleicht kann ich irgendwann dabei helfen, das schlingernde Schiff auf Kurs zu bringen“, sagt der Charakterkopf im Gespräch mit dem Magazin ‚gpweek‘. Er warte einfach ab, wie sich die Lage bei Suzuki in Zukunft entwickle.

Insgesamt hat Schwantz nur noch selten wirklich Freude an den Rennen der MotoGP. Harte Duelle wie Stoner gegen Rossi 2008 in Laguna Seca seien viel zu selten, moniert der Amerikaner. „Das ist echtes Racing. Wenn dich einer überholt, dann musst du wieder vorbei. Rossi ist so jemand, der das beherzigt. Er fährt sauber, ohne schmutzige Tricks. Das ist gutes, hartes Racing.“

Für Rossis Teamkollegen hat das Urgestein hingegen nicht viel übrig. „Er war der schnellste und konstanteste Fahrer in diesem Jahr. Er hat den Titel zweifellos verdient. Außerdem ist er noch jung“, lobt Schwantz den neuen Champion Jorge Lorenzo. Allerdings sei ihm der Spanier zu weich. „Solches Wehklagen wie nach dem Rennen in Motegi hört man nicht einmal in den Nachwuchsklassen.“

Mit Spannung beobachtet er den Werdegang von Ex-Suzuki-Pilot Ben Spies. Der Amerikaner wird 2011 Rossis Platz im Yamaha-Werksteam einnehmen. „Was er im vergangenen Jahr bei den Superbikes und in diesem Jahr in der MotoGP gezeigt hat, spricht bezüglich seines Talents eine deutlich Sprache. Hoffentlich kann er im kommenden Jahr mit Werksunterstützung von Yamaha konstant vorne mitfahren“, so Schwantz.

„Er muss aber seine gedankliche Barriere einreißen: ‚Ich kann mit den Jungs nicht mithalten, die sind zu schnell und blah, blah, blah‘. Man muss in jedes Rennen gehen mit dem Eindruck, dass man im Warmup die entscheidende Lösung gefunden hat und man das Feld aufmischen wird. Das ist die richtige Einstellung“, richtet der Ex-Weltmeister Worte an seinen jungen Landsmann.

Rossi werde gleichzeitig eine große Lücke hinterlassen, bei Ducati allerdings umso schneller ankommen. „Die schlechte Nachricht ist, dass ihn Yamaha sofort für den Ducati-Test freigibt. Er wird gemeinsam mit Jerry Burgess alle Macken der Ducati sofort aussortieren“, schätzt Schwantz. „Es ist keine schlechte Maschine. Sie mag etwas inkonstant sein, aber genau das werden Rossi und Burgess schnell ändern.“

Der von Ducati abwandernde Ex-Champion Stoner müsse sich hingegen warm anziehen. „Honda hat ein schnelles Bike, aber sie waren in der Entwicklung lange Zeit von Pedrosa und Alberto Puig beeinflusst“, sagt der Amerikaner über den Wechsel des Australiers. „Da beginnen Stoners Probleme. Aber man weiß es nicht. Wenn er die Form von 2007 findet, dann kann ihn kaum jemand aufhalten.“

Text von Roman Wittemeier

Motorsport-Total.com
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