Jorge Lorenzo, Marc Marquez - © Yamaha

© Yamaha – 30 Runden und kein Angriff: Kevin Schwantz versteht Marquez‘ Verhalten

Das MotoGP-Saisonfinale in Valencia hat für viele Diskussionen gesorgt. Das Verhalten von Publikumsliebling Valentino Rossi polarisierte genauso wie das von Titelverteidiger Marc Marquez.

Rossi musste durch die Strafe für sein Manöver in Sepang vom letzten Startplatz ins finale Rennen der Saison gehen und kämpfte sich unter dem Applaus der Zuschauer bis auf Position vier vor.

Teamkollege Jorge Lorenzo gewann das Rennen, da weder Marquez noch Honda-Teamkollege Dani Pedrosa einen Angriff auf die führende Yamaha starteten, und ließ sich als neuer Weltmeister feiern.

Motorrad-Legende Kevin Schwantz ist überzeugt, dass Rossis Manöver in Sepang ein grober Fehler war, den der 36-Jährige hätte vermeiden sollen: „Rossi wollte nicht, dass Marquez stürzt, doch es kam zum Sturz. In solchen Situationen muss die Rennleitung handeln. Die drei Strafpunkte waren die Minimalstrafe“, bemerkt er gegenüber ‚Motorsport.com‘. „Natürlich mussten sie ihn bestrafen. Marquez war aber nicht ganz unschuldig.“

Doch auch ohne die Strafversetzung hätte Rossi in Valencia nicht den Titel geholt, glaubt Schwantz: „Rossi hat ein Problem mit Valencia. Es fällt ihm schwer, dort schnell zu sein“, erklärt der 500er-Weltmeister von 1993. „Rossi war in Schwierigkeiten. Auch ohne die Strafe hätte er im Rennen vom zwölften Startplatz aus nicht das Tempo gehabt, um die Top 3 herauszufordern, denke ich.“

Dass Marquez im Rennen keinen einzigen Angriff startete, kann Schwantz im Gegensatz zum Großteil der MotoGP-Fans gut verstehen. Der US-Amerikaner erinnert sich an die Zeit, als er gegen Eddie Lawson und Wayne Rainey fuhr, die den Titel unter sich ausmachten: „Solange ich keine eindeutige Überholmöglichkeit auf einer Geraden, beim Bremsen oder auf Grund eines Fahrfehlers des Gegners hatte, habe ich auch kein super-riskantes Manöver gestartet. Das Letzte, was ich wollte, war im Titelkampf eine entscheidende Rolle zu spielen.“

„Hat sich Marquez nach dem Theater bei den beiden vergangenen Rennen das gleiche gedacht? Ich bin mir nicht sicher, aber für mich sah es so aus, als wäre er am Limit gewesen, als er hinter Lorenzo fuhr. Beide fuhren starke Rundenzeiten“, analysiert Schwantz, der überzeugt ist, dass die Reibereien zwischen Rossi und Marquez den Sport nicht nachhaltig geschädigt haben.

Im Gegenteil: Schwantz denkt, dass das gesteigerte Medieninteresse gut für die MotoGP ist. Dennoch sollte die Saison 2015 nun abgehakt werden, meint der Ex-Champion: „Jetzt sollten alle Beteiligten das hinter sich lassen. Ich habe Rossi nach dem Rennen eine Nachricht geschickt, in der stand: ‚Hey, das war das Maximum, es sei denn ein Honda-Fahrer oder zwei wären gestürzt. Schau nach vorne. Hol sie dir nächstes Jahr.'“

Text von Sebastian Fränzschky

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