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© FGlaenzel – Jarvis fragt sich, was Marquez motivierte, Rossi so aggressiv zu bekämpfen

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis ist überzeugt, dass Weltmeister Marc Marquez einen entscheidenden Beitrag zum Sturz in Sepang beisteuerte.

Der Spanier provozierte WM-Leader Valentino Rossi rundenlang und ruinierte mit seinen aggressiven Überholmanövern das Rennen des Italieners, der durchaus mit WM-Rivale Jorge Lorenzo hätte kämpfen können. Rossis Frust führte zu einem kontroversen Manöver, bei dem Marquez schlussendlich stürzte.

„Das was in Sepang auf der Strecke passierte war das Ergebnis von einigen Rennen, in denen es zwischen Marc Marquez und Valentino Rossi erbitterte Duelle gab“, bemerkt Jarvis. „Das Rennen auf Phillip Island hat zu dem geführt, was Valentino über Marcs Bemühungen, das Rennen zu kontrollieren und damit die Meisterschaft zu beeinflussen, gesagt hat. Was wir im Rennen beobachten konnten war die Revanche von Marc Marquez auf Valentinos Aussagen.“

„Wenn man das Rennen analysiert und detailliert jedes Manöver von Marc studiert, dann erkennt man nichts Verbotenes. Doch ich denke, man sollte das große Ganze betrachten und hinterfragen, was ihn zu solch einem Rennen motiviert hat und warum er Valentino ans Limit bringen wollte“, schildert Jarvis kritisch und fragt sich, woher Marquez die Motivation für das erbitterte Duell schöpfte.

„Es führte dazu, dass bei Valentino der Frust überkochte und er ein inkorrektes Manöver startete, indem er Marc nach außen drängte. Dann entschied sich Marc dazu, in die Kurve zu biegen und gegen das Knie zu fahren. Das führte zum Kontakt und Marc stürzte“, erklärt Jarvis seine Sicht der Dinge. „Ich bin traurig, dass es bei diesem Zwischenfall zu einem Sturz eines anderen Fahrers kam.“

Die Rennleitung entschied nach dem Rennen, dass Rossi drei Strafpunkte erhält und in Valencia vom letzten Startplatz ins Rennen gehen muss. Yamaha legte Protest ein. „Unser Job als Team ist es, im Sinne unseres Fahrers zu handeln, auch wenn wir nicht verbergen können, dass wir solche Manöver in der MotoGP nicht sehen möchten. Gleichzeitig sind wir der Meinung, dass die Strafe ziemlich hart ist. Valentino ist normalerweise kein unfairer Fahrer. Er ist kein Fahrer, der anderen Fahrern Probleme verursacht“, stellt Jarvis klar.

Yamahas Protest wurde direkt zurückgewiesen. Damit ist das Urteil der Rennleitung verbindlich. Doch wie viel Schuld trägt Rossi tatsächlich am Sturz? Die TV-Aufnahmen belegen, dass Marquez auf Rossis Knie zusteuerte. Zudem wird klar, dass Rossi nicht getreten hat, wie ursprünglich vermutet wurde. „Das ist nicht nur das, was ich sah sondern auch das, was mir Valentino berichtet hat. Ich denke, die Aufnahmen belegen diesen Eindruck“, betont der Yamaha-Rennleiter.

„Ein Tritt ist normalerweise eine aggressive Vorwärtsbewegung. In diesem Fall bewegte sich sein Fuß nach hinten. Valentino meinte, dass er berührt wurde und deshalb von der Fußraste abrutschte. Ich denke, es ist nicht besonders schlau, eine 157 Kilogramm schwere RC213V zu treten“, bemerkt Jarvis, der dennoch nicht schönreden möchte, was in Sepang passierte: „Ich verteidige nicht sein Manöver. Er erhielt dafür eine Strafe. Es wurde festgelegt, dass er ein Manöver tätigte, das nicht den Regeln entsprach.“

Text von Sebastian Fränzschky

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