Marc Marquez, Valentino Rossi - © Repsol

© Repsol – Kann Valentino Rossi dem aktuellen WM-Leader noch gefährlich werden?

Altmeister Valentino Rossi ist nach dem Sieg in Assen Stammgast auf dem MotoGP-Podium. Mit den dritten Plätzen am Sachsenring und in Laguna Seca holte der Yamaha-Pilot wichtige Punkte, um seine Position in der Fahrerwertung zu verbessern.

Wären die Stürze in Le Mans und Mugello nicht gewesen, könnte Rossi um die Führung in der Meisterschaft kämpfen. Doch auch mit einem Rückstand von 46 Punkten ist noch nichts verloren, wenn man sich die turbulente Entwicklung in der Wertung ansieht.

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis ist mit dem bisherigen Saisonverlauf seines Piloten zufrieden. „Es ist toll, Valentino wieder im Team zu haben. Es ist großartig für Yamaha und die gesamte MotoGP-Familie, ihn wieder auf einem konkurrenzfähigen Motorrad zu sehen“, freut sich Jarvis im Gespräch mit ‚MotoGP.com‘. Beim Saisonauftakt in Katar setzte sich Rossi mit einem hart erkämpften zweiten Platz in Szene.

„Dann folgte eine schwierigere Phase. Valentino verlor auf einigen Strecken etwas das Vertrauen ins Motorrad . Er hatte zu kämpfen, das Vertrauen zurückzugewinnen, besonders beim Bremsen und am Kurveneingang. Das sind normalerweise seine Stärken“, blickt Jarvis zurück. Doch beim Test in Aragon, der nach dem Rennen in Barcelona stattfand, verbesserte Rossi das Setup seiner M1 und gewann beim darauffolgenden Rennen in Assen erstmals seit zweieinhalb Jahren.

„Ich erinnere mich an die tolle Stimmung nach dem Sieg. Jeder war froh, ihn wieder siegen zu sehen“, schildert Jarvis. „Wir befinden uns im Plan. Er schlägt sich gut, genießt das Fahren und hat Spaß dabei.“ Über den Gewinn der Meisterschaft möchte Jarvis aber nicht reden, auch wenn Rossi nicht allzu weit entfernt ist und die meiste Routine von allen im Kampf um die WM beteiligten Fahrern hat.

„Die Fahrer streben immer nach dem Maximum und peilen den Gewinn der Meisterschaft an. Das erwarten wir auch von den Fahrern. Nach den zwei verloren Jahren muss man aber realistisch sein. Er benötigt Zeit für sich. Das Tempo von Dani (Pedrosa; Anm. d. Red.), Marc (Marquez), Jorge (Lorenzo) und auch Cal (Crutchlow) ist phänomenal. Es ist nicht einfach, die Rennen und die Meisterschaft zu gewinnen. Wenn er realistisch ist, dann sollte er mit dem Verlauf zufrieden sein.“

Zudem ist Rossi stark von der Performance seiner Yamaha abhängig. „Es ist sehr eng zwischen den Hondas und uns. Einige Kurse liegen ihrem Motorrad, andere unserem Motorrad“, weiß auch Jarvis. Um die M1 im Vergleich zur RC213V konkurrenzfähiger zu machen, testet Yamaha demnächst in Brünn. Mehr als zwei Jahre nach Honda hat Yamaha endlich ein Getriebe entwickelt, das ohne Zugkraftunterbrechung die Gänge wechselt.

Ob das neue Getriebe die nötige Standfestigkeit hat, wird sich erst in Brünn zeigen. Und dann ist da noch Teamkollege Lorenzo, der Rossi den Kampf um den Titel erschwert. Momentan liegt der Titelverteidiger 20 Punkte vor dem neunmaligen Weltmeister. Inwieweit er in der zweiten Saisonhälfte von der Schlüsselbeinverletzung eingebremst wird, lässt sich noch nicht genau sagen. Für Jarvis ist Lorenzo nach wie vor der Teamleader: „Jorge gewann drei Rennen. Ich denke, er ist der kompletteste Pilot im Feld. Doch die beiden Schlüsselbein-Verletzungen haben ihn zurückgeworfen.“

Text von Sebastian Fränzschky

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