Jorge Lorenzo  - ©  FGlaenzel

© FGlaenzel – Jorge Lorenzo gefällt nicht, was Marc Marquez auf der Strecke abliefert

An und für sich war der Verbremser von Marc Marquez beim Grand Prix in Aragon kein besonders schweres Vergehen.

Doch die Folgen der leichten Kollision mit Teamkollege Dani Pedrosa waren groß: Pedrosa stürzte, weil bei der Berührung ein Kabel der Traktionskontrolle kaputt ging, wurde damit um einen möglichen Sieg gebracht und verlor weitere 25 Punkte auf WM-Leader und Unfallverursacher Marquez. Damit hat der Vizeweltmeister von 2012 nur noch eine theoretische WM-Chance.

Titelverteidiger Jorge Lorenzo ist nach dem Aragon-Rennen der einzige ernstzunehmende Herausforderer. Lorenzo machte in der laufenden Saison ebenfalls schon Erfahrungen mit der Aggressivität von Marquez. Beim Grand Prix in Jerez lieferten sich die beiden Spanier ein spannendes Duell. In der letzten Kurve drückte sich der ambitionierte Rookie entschlossen in eine Lücke, die Lorenzo offen ließ und drängte den Weltmeister von seiner Linie. Lorenzo war nicht begeistert und verweigerte Marquez den obligatorischen Handschlag. Der Situation vorausgegangen waren einige Beinahe-Kollisionen, weil sich Marquez am Ende der Gegengeraden immer wieder verschätzte.

Seitdem gilt der Weltmeister von 2010 und 2012 als Kritiker von Marquez‘ Fahrweise. Entsprechend heikel stuft er das, was beim Rennen in Aragon passierte, ein: „Der Fehler war nicht ernster als die anderen, doch summiert man die Fehler, dann kann man sagen, dass er ein sehr aggressiver Fahrer ist, der sich selbst und andere in Gefahr bringt“, wird Lorenzo von der ‚Gazzetta dello Sport‘ zitiert.

„Der Unfall war unglücklich, doch es war nicht das erste Mal, dass er beinahe in Pedrosa fuhr. Das passierte bereits in Montmelo, in Misano und in Aragon. Natürlich ist Pedrosa verärgert“, fügt Lorenzo hinzu. Während seiner Zweitakt-Jahre galt Lorenzo ebenfalls als risikofreudiger Pilot. Doch seit der Rennsperre, die er für ein Manöver in Motegi erhielt, hat sich seine Einstellung geändert.

„2005 fuhr ich zwei Mal in Alex de Angelis und wurde für ein Rennen gesperrt. Seitdem hat sich meine Einstellung geändert. Ich gehe die Dinge durchdachter an“, bestätigt der Yamaha-Werkspilot, der bereits vor der Tragödie um Marco Simoncelli immer wieder einer der Piloten war, der auf die Gefahren des Sports hinwies. „Sobald man in der Formel 1 jemanden berührt, erhält man eine Strafe. Das ist auch beim Fußball so, obwohl es mehr Schutz gibt. Bei einer harten Tätlichkeit erhält man eine rote Karte. Mit den Motorrädern sind wir Lichtjahre davon entfernt“, kritisiert Lorenzo.

Text von Sebastian Fränzschky

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