Jack Miller - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Wie hoch muss man die Leistungen von MotoGP-Rookie Jack Miller einschätzen?

Lucio Cecchinello ist seit der Saison 2006 in der MotoGP als Teamchef aktiv. Der Italiener verwirklichte in der laufenden Saison seinen Traum, ein Zwei-Fahrer-Team an den Start zu schicken.

Neben Cal Crutchlow, der die Factory-Honda von Stefan Bradl übernahm, fährt auch Rookie Jack Miller mit einer Open-Honda für das LCR-Team. Bisher verlief die Saison für den MotoGP-Neuling holprig, doch Cecchinello ist nicht unzufrieden.

„Ich bin mit Jacks Leistungen sehr zufrieden“, bemerkt er im Gespräch mit ‚Crash.net‘, erkennt aber auch Raum für Verbesserungen. Millers physische Verfassung stimmt Cecchinello nicht rundum zufrieden: „Wir müssen das Training verbessern, den Umfang des Trainings. Er trainiert. Er arbeitet. Aber die anderen Fahrer arbeiten wie verrückt. Jack versteht das. Es dauerte ein paar Monate.“

„Er versteht jetzt, dass die anderen Fahrer doppelt so fit sind. Sie sind fit wie Olympia-Athleten“, betont der LCR-Teamchef. „Jack ist zweifellos ein unglaublich talentierter Fahrer. Er liebt Motorräder. Er ist sehr schnell und wird in der Zukunft sicher zu den Spitzenfahrern gehören.“ Momentan ist der MotoGP-Neuling 19. der Fahrerwertung und damit punktgleich mit Open-Honda-Markenkollege Nicky Hayden.

„Wir liegen nicht so weit zurück, vor allem wenn man sich seine Markenkollegen anschaut: Nicky, Laverty und Abraham – er ist jetzt schon schneller als diese drei Fahrer. Es spielt keine Rolle, ob er 19. oder 17. ist, wir müssen uns an den anderen Open-Honda-Fahrern orientieren. Nicky ist nicht plötzlich ein schlechter Fahrer, er hat seine Fähigkeiten nicht verlernt“, stellt Cecchinello klar, der weiß, dass Hayden vor drei Jahren noch Valentino Rossi herausfordern konnte.

Mit der Performance der Honda RC213V-RS ist Cecchinello unzufrieden. Obwohl Honda das Open-Motorrad nachbesserte, gelingen nach wie vor keine guten Ergebnisse. „Ich glaube, Hondas Open-Maschine ist nicht wirklich konkurrenzfähig in dieser hart umkämpften Serie“, grübelt der MotoGP-Teamchef. „Ich bin überzeugt, dass uns Leistung fehlt und das Motorrad nicht gut genug ist.“

In der kommenden Saison muss sich Cecchinello vermutlich nicht mehr mit der unterlegenen Open-Honda herumärgern. Wie es aussieht wird LCR nur noch einen Fahrer ausrüsten können. „Wir müssen jetzt realistisch sein“, bemerkt Cecchinello. „Die Chancen stehen nicht besonders gut, dass wir weiterhin zusammenarbeiten werden. Doch wir arbeiten hart, um das Zwei-Fahrer-Projekt nicht aufzugeben, für das ich jahrelang gearbeitet habe.“

„Wir müssen noch etwa zwei bis drei Wochen abwarten und können dann eine Entscheidung treffen“, berichtet der ehemalige Grand-Prix-Pilot, der in der laufenden Saison große Schwierigkeiten mit seinem Hauptsponsor hatte: „Das Geld ist das Problem. Wir hatten in diesem Jahr schon genug Schwierigkeiten (lacht; Anm. d. Red.).“

Text von Sebastian Fränzschky

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