Marc Marquez - @Repsol

@Repsol – Der Honda-Motor ist laut Marc Marquez zu aggressiv und das größte Problem

Honda und vor allem Marc Marquez dominierten die MotoGP-Saison 2014, doch nach den ersten fünf Rennen im laufenden Jahr sieht es für das erfolgsverwöhnte japanische Werksteam nicht rosig aus. Marquez konnte nur ein Rennen – und zwar auf seiner Paradestrecke in Austin – gewinnen.

Dani Pedrosa fiel für drei Rennen aus. In der WM hat Marquez als Vierter schon 33 Punkte Rückstand. In der Hersteller- und Teamwertung ist Honda hinter Ducati gar nur Dritter! Wer hätte das am Saisonanfang gedacht?

„Die Saison war bisher nicht einfach, aber wir haben keinen großen Rückstand“, versucht Marquez die Wogen zu glätten. „Nur in Le Mans lagen wir weit zurück.“ Das stimmt, denn der WM-Stand spiegelt nicht ganz die Performance wider. In Katar wurde Marquez nach einem Problem in der ersten Kurve noch Fünfter. Anschließend folgte der Sieg in Texas und auch in Argentinien wäre mindestens ein zweiter Platz möglich gewesen. Trotz Fingerverletzung schaffte der Spanier in Jerez den zweiten Platz.

In Le Mans war Marquez dagegen so schwach wie seit langer Zeit nicht mehr. Er fuhr chancenlos hinterher. Platz vier war Schadensbegrenzung. Le Mans hat auch schonungslos aufgezeigt, wo bei der aktuellen Honda die Probleme liegen: „Wir versuchen den Motor in Ordnung zu bringen. Das ist sehr schwierig, denn die Motorentwicklung ist eingefroren“, sagt Marquez und bestätigt: „Der Motor ist unser größtes Problem, denn am Kurvenein- und ausgang ist der Motor zu aggressiv.“

Elektronik die einzige Möglichkeit der Honda-Ingenieure

Durch die Stop-and-Go-Charakteristik des Bugatti-Circuit wurde diese Schwachstelle des Motorrades schonungslos aufgezeigt. Auf flüssigen Strecken wie Austin, Mugello oder Barcelona sollte Marquez theoretisch konkurrenzfähiger als in Frankreich sein. In Le Mans kam außerdem eine neue Hinterradschwinge zum Einsatz, die der zweifache Weltmeister positiv bewertet: „Was wir in Le Mans mit dem Chassis probiert haben, war besser.“

Die große Frage ist: Wie kann Honda den Motor fahrbarer machen? Da Honda und Yamaha als Factory-Team eingeschrieben sind, dürfen sie im Gegensatz zu Ducati, Suzuki und Aprilia während der Saison keine Motorentwicklung betreiben. Erst im kommenden Jahr darf ein überarbeiteter Motor zum Einsatz kommen, dessen Entwicklung dann über die Saison hinweg wieder eingefroren sein wird.

Außerdem haben Honda und Yamaha noch ein weiteres, reglementbedingtes Problem, denn abgesehen von den offiziellen Testtagen dürfen die Werksfahrer während der Saison nicht testen. Honda kann also nicht wie Ducati mit den beiden Stammfahrern einen privaten Test abhalten. Somit kann Honda nur über die Elektronik die Fahrbarkeit in den Griff bekommen. „Wir versuchen das zu lösen. Wir können an der Elektronik arbeiten“, bestätigt Marquez. „Schwierig ist es, das während der Rennwochenenden zu lösen, denn man hat nicht viel Zeit. Wir haben aber Ideen.“

„Zunächst versuchen wir es über die Elektronik zu lösen. Den Motor können wir mechanisch nicht angreifen, aber ich denke, wir können auch dort Lösungen finden.“ Mit Blick auf die Einheitssoftware ab 2016 sind aber auch hier die Möglichkeiten beschränkt, denn die hauseigene Elektronik dürfen die Hersteller nur noch bis 01. Juli 2015 entwickeln. Dann wird auch diese eingefroren, damit die Vorbereitungen für 2016 beginnen können.

Trotz dieser schwierigen Vorzeichen wirft Marquez die Flinte nicht ins Korn. „Wir stehen immer in Kontakt und arbeiten, damit wir die Probleme lösen. Im Moment haben wir etwas Rückstand. Wenn die Bedingungen okay sind, können wir vorne sein. In Le Mans ist alles negativ zusammengekommen. Ich glaube an Honda und habe gesehen, dass sie alles geben. Bald werden wir eine Antwort haben.“

Je nach Streckencharakteristik sind die Voraussetzungen anders. Im Speed-Tempel von Mugello rechnet sich Marquez Chancen aus: „In Mugello ist die Getriebeübersetzung länger als in Le Mans. Es gibt auch keine harten Beschleunigungsstellen. Deshalb glaube ich, dass unsere Probleme hier kleiner sind. Wir werden sehen, wie es in Mugello läuft. Natürlich versuchen wir am Ende um den Sieg zu kämpfen.“

Text von Gerald Dirnbeck

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