Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – HRC-Pilot Marc Marquez hielt sich im Testwinter mit Bestzeiten zurück

Es ist kein Geheimnis, dass Honda im Testwinter Probleme hatte, die RC213V an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Der Wechsel zur Magneti-Marelli-Einheitselektronik traf die Japaner hart, die laut Experten bis Ende 2015 über die beste Software der MotoGP verfügten. Die Charakteristik der Michelin-Reifen und die Aggressivität der Motoren taten ihr Übriges dazu, dass Marc Marquez und Dani Pedrosa nur selten auf den vorderen Positionen zu finden waren.

„Diese Vorsaison gehört nicht gerade zu den besten meiner Karriere. Ich musste intensiv am Motorrad, dem Setup, den neuen Teilen, der neuen Elektronik und den neuen Reifen arbeiten“, bemerkt Marquez kritisch. Dennoch ist er mit der Entwicklung zufrieden: „Wir haben gut gearbeitet und spulten viele Runden ab, um die Situation besser zu verstehen.“

Besonders der finale Tag beim Katar-Test schenkte Marquez Mut. Der Spanier hing sich an das Heck von Jorge Lorenzos Yamaha und spürte, dass er das Tempo des Weltmeister mitgehen kann. „In den finalen Stunden des letzten Testtags fühlte ich mich gut. Das macht mich glücklich, denn ich erhielt ein Gefühl für das Motorrad und fuhr konkurrenzfähige Rundenzeiten“, bestätigt Marquez.

Wie gefährlich sind die Honda-Piloten beim Saisonauftakt? „Wir müssen abwarten, wie es beim ersten Rennen für uns läuft. Katar ist eine schwierige Strecke für uns. Wir werden dennoch kämpfen und versuchen, am Sonntag bereit zu sein“, verspricht Marquez, der eine anspruchsvolle Saison erwartet. Der zweimalige MotoGP-Champion geht davon aus, dass es in den Rennen viel enger zugehen wird als in den vergangenen Jahren.


„Ducati und Suzuki haben sich verbessert. Besonders das erste Rennwochenende wird sicher sehr unterhaltsam werden“, grübelt er gegenüber ‚MotoGP.com‘. „In den vergangenen Jahren wurde man in einem schlechten Rennen Vierter oder Fünfter. Das wird sich in diesem Jahr ändern. Man muss gut gerüstet sein. Andernfalls landet man auf Position acht, neun oder zehn.“

Teamkollege Dani Pedrosa fand im Gegensatz zu Marquez noch kein gutes Gefühl für seine 2016er-Honda. „Das war nicht die Vorsaison, von der ich träumte. Wir erzielten nicht gerade optimale Ergebnisse und hatten Schwierigkeiten, das Motorrad an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Es gelang uns nicht, die Vorbereitungen für das erste Rennen abzuschließen“, gesteht der Routinier und fügt hinzu: „Wir liegen zurück. Es ist schwierig, mit großen Erwartungen ins erste Rennwochenende zu gehen.“

„Im Moment hat Ducati bei der Elektronik Vorteile. Die Elektronik basiert auf deren Entwicklungen in der Vergangenheit. Deswegen sind die Ducatis so weit vorn. Wir müssen aufholen“, fordert Pedrosa. MotoGP-Technikdirektor Danny Aldridge verteidigt die Einheitselektronik und rätselt, warum sich Honda so schwer tut: „Es ist ein komplett anderes System, doch Hersteller wie Ducati oder Honda konnten mit ihren Open-Maschinen bereits Erfahrungen sammeln. Sie wissen also, wie man damit arbeitet. Im vergangenen Jahr konnten sie Input liefern und wissen also, wie man damit umgeht“, so Aldridge.

Text von Sebastian Fränzschky

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