Marcel Schrötter - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Marcel Schrötter kann die Entscheidungen des Teams nicht nachvollziehen

Seit der Dutch TT in Assen muss das Tech-3-Moto2-Team Federelemente von Kayaba verwenden. Marcel Schrötter konnte den Wechsel von Öhlins zu Kayaba schon in Holland nicht nachvollziehen und hoffte, beim Heimrennen am Sachsenring wieder die vertraute Hardware vorzufinden.

Doch auch beim neunten Rennen der Saison war die Mistral 610 mit den wenig entwickelten Federelementen von Kayaba ausgestattet.

„Wenn das Team entscheidet, dass wir Kayaba fahren, dann müssen wir Kayaba fahren“, bemerkt Schrötter, der in Deutschland mit großen Rückständen kämpfte. Im Qualifying erkämpfte sich Schrötter immerhin den 21. Startplatz. Für das Rennen war der Deutsche alles andere als optimistisch. Schlussendlich endete der Grand Prix unverschuldet im Kies.

„Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden“, so Schrötter im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Es ist offensichtlich, dass wir uns seit Assen noch schwerer tun, als es vorher der Fall war. Wir fahren permanent hinterher. Dieses Wochenende war eine riesengroße Katastrophe. Wir kämpfen mit sehr großen Problemen. Man kann momentan überhaupt nicht richtig arbeiten und die Details verbessern, weil man sich auf die großen Probleme konzentrieren muss und versucht, diese zu beheben. Es verbessert sich momentan aber überhaupt nichts.“

„Die ersten Runden waren das einzig Positive an diesem Wochenende. Der Start war gut. Ich konnte ein paar Positionen aufholen. Doch dann hatte ich sehr viele Schrecksekunden, in denen ich Stürze nur geradeso vermeiden konnte. Ich hatte keine Chance, den anderen Piloten zu folgen“, berichtet der Tech-3-Pilot. „Dann kam Shah und wollte mich auf der Bremse überholen. Er hat mich aus dem Rennen gerissen.“

„Dafür war ich ihm nicht einmal undankbar, denn es war wie eine Art Erlösung. Es macht momentan überhaupt keinen Spaß. Ohne den Sturz wäre ich definitiv nicht weiter nach vorne gekommen“, grübelt Schrötter. „Mir tut es leid für das Team. Sie reißen sich ihre Hintern auf und versuchen, mehr herauszuholen. Doch das ist momentan einfach nicht möglich.“

„Wir dachten, dass wir dank der Hilfe der Kayaba-Techniker mehr ausrichten können. Doch in der wenigen Zeit, die man an einem Rennwochenende hat, kommen wir auf keinen grünen Zweig. Wir müssten ein paar Tage testen gehen, wenn wir uns schon für diese Variante entscheiden. So ergibt es keinen Sinn“, kritisiert Schrötter die Entscheidung der Verantwortlichen bei Tech 3.

Die erste Saisonhälfte endete für Schrötter alles andere als zufriedenstellend. Nach neun Rennen liegt der WM-Zehnte der vergangenen Saison mit mageren zwölf Punkten auf Position 21. In der hart umkämpften Moto2 ist es alles andere als einfach, sich mit diesen Ergebnissen für die Zukunft zu empfehlen. „Es laufen Gespräche. Mehr weiß ich auch noch nicht. Wir müssen abwarten“, erklärt Schrötter, der die Lust am Tech-3-Projekt verliert: „Also wenn es so weitergeht, dann möchte ich auf keinen Fall weitermachen.“

Text von Sebastian Fränzschky & Gerald Dirnbeck

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