Markus Reiterberger - © BMW AG

© BMW AG – Markus Reiterberger wurde in Imola von der Technik im Stich gelassen

Das Rennwochenende in Imola begann für Althea-Pilot Markus Reiterberger vielversprechend.

Im zweiten Freien Training fuhr der Deutsche die viertschnellste Zeit und war erster Verfolger von Chaz Davies und den beiden Werks-Kawasakis. Doch in den Rennen sprangen nur ein 13. und ein zwölfter Platz heraus, während Teamkollege Jordi Torres in Lauf eins mit Platz vier glänzen konnte.

Im Interview mit ‚Motorsport-Total.com‘ spricht „Reiti“ über die Gründe für die durchwachsenen Ergebnisse.

Frage: „Du hast dich bereits einige Wochen vor dem Rennwochenende in Imola auf die Reise nach Italien gefreut, weil du mit Unterstützung aus der Heimat rechnen konntest.“
Markus Reiterberger: „Ja, das stimmt. Ich habe einen Fanclub, der von meinen besten Freunden betrieben wird. Sie haben eine Busfahrt nach Imola organisiert und in Italien nach bayrischer Tradition einen Maibaum aufgestellt. Das fand ich richtig gut.“

Frage: „Nach starken Leistungen in den Trainings hattest du Schwierigkeiten, dein hohes Tempo in gute Ergebnisse umzuwandeln. Was waren die Gründe dafür?“
Reiterberger: „Das Wochenende begann ziemlich gut. Freitag war ich Fünfter. Es lief wirklich richtig gut. Zur Spitze fehlten mir nur neun Zehntelsekunden. Man muss aber bedenken, dass Davies bereits auf den Zweitplatzierten vier Zehntelsekunden Vorsprung hatte. Wir waren richtig gut dabei. Am Samstag gelang uns im Training ein weiterer Fortschritt.“

„In der Superpole bekam ich leider keine perfekte Runde zusammen. Mit dem Qualifying-Reifen hatte ich drei heftige Rutscher. Deshalb sprang nur Startplatz acht heraus. Das war aber okay. Für das erste Rennen war ich sehr zuversichtlich, weil wir uns eine gute Rennabstimmung erarbeiteten. Leider erwischte ich keinen guten Start und verlor in den ersten Kurven ein paar Positionen. Ich klemmte hinter van der Mark fest. Ich kam nicht vorbei, obwohl ich schneller fahren konnte. Beim Anbremsen wäre ich ihm beinahe ins Motorrad gefahren. Ich musste durch das Kiesbett und verlor ein paar Positionen.“

„Vor mir fuhr ein Viererpulk. Ich machte wieder einige Positionen gut und ging an Fores und Lowes vorbei. Dann bekam ich Bremsprobleme. Imola ist eine Strecke, auf der die Bremsanlage stark beansprucht wird. Deswegen wanderte der Druckpunkt immer weiter. Als ich an Lowes vorbeiging und härter bremsen wollte, stieß ich mit dem Hebel an meine Finger und konnte nicht mehr verzögern. Deswegen musste ich erneut in den Kies. Ich fuhr den 13. Platz nach Hause, um wenigstens ein paar Punkte zu holen. Natürlich war ich enttäuscht.“

Neue Bremspumpe löst das Problem
Frage: „Was habt ihr über Nacht an der Bremse verändert, um das Problem in den Griff zu bekommen?“
Reiterberger: „Wir haben die Bremspumpe gewechselt. Die Leute von Brembo schauten sich das Problem an und halfen uns. Im zweiten Rennen wanderte der Bremspunkt deutlich weniger als in Lauf eins. Mir gelang zudem ein besserer Start als im ersten Lauf. Ich lag rundenlang auf Position sieben. Dann bekam ich erneut Probleme mit der Maschine. Ich spürte extreme Vibrationen, die von Runde zu Runde schlimmer wurden.“

„Dann bin ich bis auf Position zwölf zurückgefallen. Ich fuhr vier Sekunden langsamer als sonst. Das Motorrad war unfahrbar. Der Hinterreifen war komplett am Ende und hatte eine extreme Unwucht. Wir haben untersucht, wie es zu dem Problem kam. Der Reifen vom ersten Lauf sah perfekt aus. Die Abstimmung wurde nicht verändert. Wir stellten fest, dass es an der hinteren Aufhängung ein Problem gab. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.“

Frage: „Kritiker behaupten, die Leistungen von Teamkollege Jordi Torres würden dich unter Druck setzen. Dein Kommentar zu solchen Meinungen?“
Reiterberger: „Im Gegenteil, ich freue mich für das Team und BMW, dass wir so gute Ergebnisse einfahren. Ich bin sehr ehrgeizig und würde natürlich gern diese Ergebnisse einfahren. Jordi war an diesem Wochenende etwas stärker. In den Trainings war ich einen Tick schneller, in den Rennen war er besser. Er hatte keine Bremsprobleme oder andere Dinge, die ihn behinderten. Er leistete gute Arbeit und war unterm Strich schneller.“

Frage: „Die Stimmung im Team ist also nach wie vor gut?“
Reiterberger: „Ja, auf alle Fälle. Wir arbeiten gut zusammen und ich verstehe mich sehr gut mit ihm. Er ist ein netter Kerl. Wir können beide gute Ergebnisse einfahren.“

Frage: „An der Spitze geben Ducati und Kawasaki den Ton an. Haben die anderen Hersteller überhaupt noch Chancen, diese Dominanz zu brechen oder geht es nur noch um die Positionen dahinter?“
Reiterberger: „Momentan sind Ducati und Kawasaki sehr dominant. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, denke ich. Sie liefern sehr gute Arbeit ab. In den Trainings liegen die anderen Marken nicht so weit zurück, doch in den Rennen sind Ducati und Kawasaki eine Klasse für sich. Da haben die anderen Hersteller momentan keine Chance. Unser Ziel ist es natürlich, weiter nach vorne zu kommen. Es wird aber eine Frage der Zeit sein.“

Frage: „Welche Erwartungen hast du für das Rennwochenende in Sepang?“
Reiterberger: „Ich möchte an die guten Trainingsergebnisse von Imola anknüpfen. Wir haben eine gute Basis und haben unsere Probleme ausfindig gemacht. Ich hoffe, dass wir endlich wieder ein gutes Rennen zeigen können, bei dem es keine Zwischenfälle gibt.“

Text von Sebastian Fränzschky

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