© Pacepix.com - Massimiliano "Max" Biaggi wird noch zwei weitere Jahre für Aprilia fahren

Wenn Max Biaggi in wenigen Tagen auf sein Jahr 2010 zurückblickt, wird sich beim Italiener ein breites Grinsen auf das Gesicht legen. Im Alter von 39 Jahren fuhr er auf einer Aprilia zum Weltmeistertitel in der Superbike-Weltmeisterschaft, im privaten Bereich erfreute die Geburt von Sohn Leon Alexander. Der Vorname seines Sprösslings ist kein Tribut an die Weggefährten Leon Haslam und Alex Barros.

„Reiner Zufall“, winkt Biaggi im Gespräch mit der ‚Gazzetta dello Sport‘ ab. „Es sind einfach geläufige Namen, meiner Frau und mir gefallen diese Vornamen.“ Die Geburt des zweiten Kindes hat „Mad Max“ das Leben weiter versüßt. „Der Titel ist der größte Erfolg, den man erreichen kann. Aber durch den Nachwuchs wird das alles noch viel größer. Vater zu werden bereitet auch sehr viel Freude“, so der Haudegen, der seinen Aprilia-Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hat.

Elf Jahre hat Biaggi auf seinen fünften Weltmeistertitel warten müssen, von 1994 bis 1997 hatte er viermal in Folge die Krone bei den 250ern geholt. „Ich habe mich oft gefragt, warum es so lange gedauert hat“, erklärt der Römer. „Vielleicht musste ich zuerst wieder zu Aprilia zurück. Zu jener Firma also, mit der alles angefangen hatte.“ Biaggi erlebte auf seinem Weg einige Tiefpunkte. Vor allem 2006, als er keinen neuen Deal an Land ziehen konnte und aus dem Geschäft heraus war.

„Ich wäre damals nicht zurückgekommen, wenn ich nicht die nötige Stärke gehabt hätte“, sagt der 39-Jährige rückblickend. „Ich habe sofort gewonnen, habe das erste Superbikerennen 2007 in Katar dominiert. Meine Rückkehr war erfolgreich, weil ich es verdiente“, sagt Biaggi, der seinem Erzfeind Valentino Rossi in der Folge nicht mehr in Duellen auf der Strecke begegnete. Über seinen Landsmann und ungeliebten Kollegen verliert Biaggi auch bem Blick in die MotoGP-Saison 2010 kein Wort.

„Lorenzo hatte eine gute Saison, er hat einen tollen Job gemacht. Er war wirklich fantastisch“, lobt der Superbike-Champion den MotoGP-Weltmeister und bisherigen Rossi-Teamkollegen. „Ich bin sicher, dass es Lorenzo in der kommenden Saison zu schlagen gilt. Und passt auch auf Stoner auf“, meint Biaggi. Weder die Herren Pedrosa und Spies, noch Ducati-Neuzugang Rossi tauchen auf der Favoritenliste für das kommende Jahr auf.

„Lorenzo ist ein Produkt der MotoGP-Politik“, meint der umstrittene Italiener. „Die Macher der Serie sind sicher, dass ein junger Champion für das Marketing besser ist. Lorenzo ist 23 Jahre alt, aber immerhin fährt er schon in der Weltmeisterschaft seit er 15 Jahre alt ist. So gesehen ist er ein Veteran“, sagt Biaggi über den Erfolg des jungen Spaniers aus dem Yamaha-Werksteam. Für seine eigene Zukunft im Rennsport erhofft sich „Mad Max“, dass sein Erfolg die Superbike-WM mehr in den Fokus rückt.

Nur mit mehr Sendezeiten im Fernsehen, mehr Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit, könnte der Nachwuchs in Italien besser gefördert werden. Bislang sind italienische Talente kaum in Sicht. „Das liegt an der Arbeit der Verbände“, erklärt Biaggi. „Die Spanier bestimmen die Szene in den MotoGP-Serien. Dort hat der Verband exzellente Arbeit geleistet. Superstars kommen nicht aus dem Nirgendwo. In Italien läuft nicht alles schlecht, aber es muss mehr kommen. Außerdem braucht man Geduld.“

Text von Roman Wittemeier

Motorsport-Total.com
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