© Honda - Yuki Takahashi war auch im nassen Training in Estoril der schnellste Fahrer

Kurz vor Beginn des zweiten Freien Trainings der Moto2-Klasse öffnete der Himmel seine Schleusen. Einige Minuten lang regnete es, weshalb die meisten Piloten an der Box blieben. Nachdem es aufgehört hatte, trocknete die Strecke langsam, aber kontinuierlich auf. Es zeigte sich ein interessantes Bild, denn die Hälfte des Starterfeldes fuhr einige Runden, die andere Hälfte verzichtete ganz auf das Training.

So blieben Stefan Bradl und Tom Lüthi an der Box und beobachteten die Runden ihrer Konkurrenz. Auch Max Neukirchner war nicht unterwegs, doch das hatte andere Gründe. Am Vormittag war der MZ-Pilot in der Bremszone der engen Schikane gestürzt und hielt sich im Anschluss daran die Hand. Der Deutsche wurde zu Untersuchungen in ein Krankenhaus nach Lissabon gebracht, denn er hatte sich am kleinen Finger der linken Hand verletzt. Zu Beginn des zweiten Freien Trainings kam die Meldung, dass für Neukirchner das Wochenende beendet ist.

Unter den Piloten, die sich auf die Strecke wagten, war auch Randy Krummenacher. Der Rookie nutzte die Gelegenheit, um sich bei rutschigen Bedingungen weiter auf die Moto2-Maschine einzustellen. Außerdem ist für Samstag und Sonntag ebenfalls Regen angesagt. 18 Runden spulte der Schweizer ab, war damit der fleißigste Fahrer, und klassierte sich auf dem sechsten Rang.

Sein Landsmann Dominique Aegerter fuhr nur für zwei Besichtigungsrunden auf die Strecke. Das Training hatte wenig Aussagekraft, denn nur wenige Piloten fuhren mehr als vier, fünf Runden. Darunter war auch Marc Marquez, der sich in der Zeitenliste auf dem fünften Rang einordnete.

Lange hielt Ricard Cardus die Bestzeit, doch wenige Minuten vor dem Fallen der Zielflagge rutschte er aus und ging zu Boden. Damit war der Weg endgültig frei für Yuki Takahashi, der bereits am Vormittag die Bestzeit innehatte. Am vergangenen Sonntag war sein jüngerer Bruder Koki bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zwölf Runden drehte der Japaner und war auf dem Motorrad in dieser schwierigen Zeit ganz in seinem Element.

Kurz vor Schluss war der Gresini-Pilot bereits auf dem Weg zu Platz eins, doch im letzten Sektor durch die Parabolica verlor er etwas Zeit. In der letzten Runde klappte es mit der Bestzeit. Der Japaner umrundete den Kurs in 1:51.606 Minuten und verwies damit Cardus auf den zweiten und Michelle Pirro auf den dritten Platz.

Text von Gerald Dirnbeck

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