© www.motorradrennen.com - Für das Kiefer-Team bedeutet der Weggang von Stefan Bradl einen Neuanfang

Die abgelaufene Saison war für Stefan Bradl und das Kiefer-Team von Erfolg gekrönt. Nach dem Saisonfinale hat der neue Moto2-Weltmeister Anfang November die Chance auf die MotoGP erhalten und auch genutzt. Während Bradl mit dem LCR-Team und der Honda RC213V optimale Voraussetzungen in der Königsklasse hat, steht Kiefer vor einem Neuanfang. Der Topfahrer ist weg, aber auch der Hauptsponsor. Das Team wird im kommenden Jahr sicher wieder in der Moto2 fahren, doch der Weggang von Bradl hat für viel Arbeit gesorgt. Der Titelgewinn wurde deshalb auch noch nicht richtig gefeiert.

„Natürlich freuen wir uns wahnsinnig. Für meinen Bruder, für mich, für das ganze Team ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, wird Teamchef Jochen Kiefer von der ‚Rhein-Zeitung‘ zitiert. „Das kann uns niemand mehr nehmen. Aber die ganzen Umstände an der Rennstrecke waren schon nicht optimal, mit dem Titelgewinn aufgrund der Absage von Marc Marquez, dem Rennausfall von Stefan und der Erinnerung an den zuvor tödlich verunglückten Marco Simoncelli. Und dann kamen die Dinge rund um Stefan hinzu. Dadurch ist unsere WM-Stimmung schon getrübt.“

Bradl hatte eine mündliche Zusage an Kiefer für die kommende Saison abgegeben. Eigentlich hätte der Zahlinger beim Saisonfinale am Sonntag den Vertrag unterschreiben sollen. Er wartete auf Rat des Vaters zu und bekam von Honda die Testchance und schließlich den Vertrag. Kiefer stand über Nacht ohne Fahrer da. „Wir haben aber das Gefühl, dass uns Stefan in Valencia im Dunkeln hat tappen lassen.“

„Sportlich kann ich ja verstehen, dass er aufsteigen möchte. Da freuen wir uns ja auch für ihn. Aber menschlich sind wir wenig begeistert von seinem Verhalten“, sagt Jochen Kiefer. „Das ist schon ein bisschen ärgerlich für uns.“ Honda hat versprochen, dass man für die Kiefer-Mannschaft eine Lösung finden wird. „Es sieht danach aus, dass es eine gütliche Einigung geben wird. Dann ist das Ganze auch okay. Wenn nicht, werden wir unsere Rechte geltend machen. Aber danach sieht es im Moment nicht aus.“

Sponsor Viessmann hat sich ebenfalls vom Kiefer-Team zurückgezogen. Gegen den Hersteller von Heiztechnik-Systemen hegt man aber keinen Groll: „Viessmanns Verhalten ist absolut korrekt. Sie haben sich aufgrund ihrer Firmen-Philosophie nie zum Motorsport bekannt, sondern ausschließlich Talentförderung mit Stefan betrieben“, stellt Jochen Kiefer klar. In der kommenden Saison wird das Team erneut in der Moto2 antreten.

Wie das genaue Paket aussehen wird, ist noch offen. Auch die Fahrerfrage ist noch nicht beantwortet. Jonas Folger wurde mit Kiefer in Verbindung gebracht. Es gibt für den Youngster aber auch Möglichkeiten bei MZ, nachdem er für Martin Wimmer in der Spanischen Meisterschaft sein erstes Moto2-Rennen absolviert hat. Was ist dran an den Gerüchten um Folger und Kiefer?

„Er war ein Thema. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen. Die Verträge sind noch nicht unterschrieben“, sagt Jochen Kiefer. „Wir hoffen, dass das noch diese Woche passiert und wir uns dann äußern können.“

Text von Gerald Dirnbeck

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