Scott Redding © MarcVDS

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Scott Redding gewinnt sein Heimrennen in Silverstone und baut seine WM-Führung deutlich aus. Der Brite führte den Grand Prix die meiste Zeit an, hatte aber die Verfolger im Nacken sitzen. Redding machte alles richtig und lies seinen Gegnern letztlich keine Chance.

Mit seinem dritten Saisonsieg baute der nächstjährige MotoGP-Pilot die WM-Führung auf 38 Punkte aus, denn Pol Espargaro (Kalex) konnte sich nicht in Szene setzen und wurde Achter. Spannend ging es hinter Redding bis zum Zielstrich um die weiteren Podestplätze zu.

Der Japaner Takaaki Nakagami (Kalex) und der Schweizer Tom Lüthi (Suter) lieferten sich ein enges Duell. Am Ende hatte Nakagami die Nase vorne und wurde zum dritten Mal in Folge Zweiter. Lüthi kam wie in Brünn als Dritter ins Ziel. Am Ende zeigte wieder Esteve Rabat (Kalex) eine Aufholjagd, verpasste als Vierter aber knapp den Sprung aufs Podest. Der Schweizer Dominique Aegerter (Suter) hielt lange den Anschluss an die Spitzengruppe und wurde Fünfter. Die beiden Deutschen Marcel Schrötter und Sandro Cortese (beide Kalex) kamen außerhalb der Punkteränge ins Ziel.

Im Mittelpunkt des Grand Prix stand Redding, der von den britischen Fans frenetisch gefeiert wurde. „Das war echt beeindruckend. Es gab einen gewissen Druck, doch dieser Druck von den Zuschauern spornte mich an“, sagt der Sieger überwältigt. „Zuhause gewonnen zu haben, ist ziemlich beeindruckend. Es hat mich in der Meisterschaft einen großen Schritt weitergebracht. Ich muss allen danken, die hinter mir stehen.“

Beim Start zum Rennen über 18 Runden gewann Redding zur Freude der britischen Fans den Sprint zur ersten Kurve und setzte sich in Copse durch. Dahinter reihten sich Pole-Setter Nakagami und Lüthi ein, der einen perfekten Start hatte. Auch Aegerter war wieder sehr gut weggekommen und kam direkt bis auf Platz vier nach vor. Espargaro hatte sich nach einigen Kurven an der neunten Stelle einsortiert. Am Ende der ersten Runde erklang für den führenden Redding tosender Applaus von den Tribünen.

In den ersten Runden bildete sich eine siebenköpfige Spitzengruppe. Wenige Meter dahinter führte Espargaro als Achter die Verfolger an. Redding verteidigte in der Anfangsphase seine Führung vor Nakagami und den beiden Schweizern Lüthi und Aegerter. Das Spitzenfeld fuhr bis auf die Zehntelsekunde identische Rundenzeiten. In der siebten Runde gab es die erste Positionsverschiebung, als Lüthi Nakagami den zweiten Platz wegschnappte.

Espargaro kam währenddessen nicht nach vor und kämpfte rund um Platz zehn mit den Gegnern. Für den Sieg kam der nächstjährige MotoGP-Fahrer im Tech-3-Yamaha-Team nicht in Frage. Redding kontrollierte die erste Rennhälfte. Lüthi blieb dran, musste in der elften Runde aber seinen zweiten Platz wieder an Nakagami abgeben. Aegerter folgte dem Trio mit rund einer Sekunde Abstand als Vierter. Nakagami setzte seinen Vorwärtsdrang fort und schnappte Redding in der zwölften Runde die Führung weg.

Spannende Schlussphase
Es bahnte sich ein spannender Dreikampf um den Sieg zwischen Nakagami, Redding und Lüthi an. Aegerter musste in der zweiten Rennhälfte etwas abreißen lassen und wurde von Rabat, der wie in Indianapolis in der zweiten Rennhälfte stark aufkam, eingeholt. Redding wollte den Heimsieg und seine Crew zeigte ihm auf der Boxentafel das Schild „Want it!“. Vier Runden vor dem Ende holte sich der Brite die Führung von Nakagami zurück. Lüthi zog ebenfalls am Japaner vorbei. Von hinten holte Rabat weiterhin stark auf, während die Spitze miteinander kämpfte.

Redding war auf dem Weg zum Heimsieg, denn Rabat übte Druck auf Nakagami aus, der seinerseits in der vorletzten Runde an Lüthi für Platz zwei vorbeiging. Redding startete die letzte Runde mit sieben Zehntelsekunden Vorsprung. In der letzten Runde bremste sich Lüthi in der „Vale“-Kurve an Nakagami für Platz zwei vorbei, doch der Japaner konterte sofort. Redding spielte das in die Karten und war außer Reichweite.

Er fuhr die letzte Runde souverän zu Ende und feierte den umjubelten Heimsieg. Es war für Redding schon der zweite Triumph auf heimischem Boden, denn im Jahr 2008 hatte er das 125er-Rennen in Donington gewonnen. Bis zur Ziellinie ging es spannend um die weiteren Podestplätze zu. Lüthi versuchte in „Luffield“ noch alles, doch er kam an Nakagami nicht vorbei. Der Japaner setzte seine Podestserie fort und kletterte zum dritten Mal in Folge auf den zweiten Platz.

„Es war ein ziemlich hartes und langes Rennen. Scott fuhr ziemlich konstante Rundenzeiten. Es war schwierig, ihm zu folgen“, berichtet Nakagami. „Im ersten und zweiten Sektor war ich nicht so stark, dafür aber im dritten und vierten. Es war schwierig, zu überholen, doch ich gab alles. Ich wollte Scott noch einholen, doch es war schwierig, weil Lüthi an mir vorbeigehen wollte.“

„Scott war sehr schnell. Ich freue mich über ein weiteres Podium. Wir starten demnächst einen weiteren Versuch, den ersten Sieg zu holen.“ Lüthi musste sich hauchdünn geschlagen geben und wurde wie am vergangenen Wochenende in Brünn Dritter. „Als wir die Ziellinie überquerten, dachte ich mir, ach ‚Mist!‘. Ich bin trotzdem ziemlich froh, zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium zu stehen.“
„Wir lieferten uns tolle Kämpfe. Ich war nicht stark genug auf der Bremse in der letzten Linkskurve. Er war außen und konnte später bremsen. Ich fuhr über Bodenwellen und konnte nicht härter bremsen. Wir lieferten uns viele Duelle und deswegen konnte Scott entkommen“, so Lüthis erste Reaktion. Rabat konnte in der letzten Runde kein entscheidendes Manöver setzen und fuhr am Hinterrad von Lüthi als Vierter über die Ziellinie.

Schrötter und Cortese holen keine Punkte

Aegerter sah die karierte Flagge 2,2 Sekunden nach Redding und wurde Fünfter. Dahinter belegten Mika Kallio (Kalex) und Johann Zarco (Suter) die Positionen sechs und sieben. Espargaro wurde Achter und büßte in der WM 15 Punkte auf auf Redding ein. Enttäuscht saß der Spanier nach dem Rennen in der Pons-Box. Das Duell um Rang neun entschied Simone Corsi gegen seinen Forward-Teamkollegen Mattia Pasini (beide Speed Up) für sich. Die weiteren WM-Punkte nahmen Nicolas Terol (Suter), Julian Simon (Kalex), Jordi Torres (Suter), Alex de Angelis (Speed Up) und Ex-Weltmeister Toni Elias (Kalex) mit.

Schrötter ging als 16. leer aus. Sein deutscher Landsmann Cortese kam sechs Tage nach seiner Unterarmoperation über die Distanz, sammelte mit Platz 21 aber ebenfalls keine WM-Punkte. Randy Krummenacher (Suter) war auch in Silverstone weit von der Form seines Technomag-Teamkollegen Aegerter entfernt und blieb als 19. blass. Dani Rivas und Steven Odendaal nahmen nach dem bösen Sturz im Warmup nicht am Rennen teil. Insgesamt 28 Fahrer kamen ins Ziel. Der nächste Grand Prix findet am 15. September in Misano statt.

Ergebnisse Moto2 Silverstone:

1 25 45 Scott REDDING GBR Marc VDS Racing Team KALEX 38’22.897 166.0
2 20 30 Takaaki NAKAGAMI JPN Italtrans Racing Team KALEX 38’23.963 165.9 1.066
3 16 12 Thomas LUTHI SWI Interwetten Paddock Moto2 Rac SUTER 38’24.067 165.9 1.170
4 13 80 Esteve RABAT SPA Tuenti HP 40 KALEX 38’24.324 165.9 1.427
5 11 77 Dominique AEGERTER SWI Technomag carXpert SUTER 38’25.123 165.8 2.226
6 10 36 Mika KALLIO FIN Marc VDS Racing Team KALEX 38’31.039 165.4 8.142
7 9 5 Johann ZARCO FRA Came Iodaracing Project SUTER 38’35.043 165.1 12.146
8 8 40 Pol ESPARGARO SPA Tuenti HP 40 KALEX 38’36.125 165.0 13.228
9 7 3 Simone CORSI ITA NGM Mobile Racing SPEED UP 38’38.059 164.9 15.162
10 6 54 Mattia PASINI ITA NGM Mobile Racing SPEED UP 38’38.122 164.9 15.225
11 5 18 Nicolas TEROL SPA Aspar Team Moto2 SUTER 38’43.631 164.5 20.734
12 4 60 Julian SIMON SPA Italtrans Racing Team KALEX 38’45.250 164.4 22.353
13 3 81 Jordi TORRES SPA Aspar Team Moto2 SUTER 38’48.554 164.1 25.657
14 2 15 Alex DE ANGELIS RSM NGM Mobile Forward Racing SPEED UP 38’48.891 164.1 25.994
15 1 24 Toni ELIAS SPA Blusens Avintia KALEX 38’51.797 163.9 28.900
16 23 Marcel SCHROTTER GER Maptaq SAG Zelos Team KALEX 38’54.909 163.7 32.012
17 88 Ricard CARDUS SPA NGM Mobile Forward Racing SPEED UP 38’55.627 163.6 32.730
18 52 Danny KENT GBR Tech 3 TECH 3 38’55.697 163.6 32.800
19 4 Randy KRUMMENACHE SWI Technomag carXpert SUTER 39’03.839 163.1 40.942
20 95 Anthony WEST AUS QMMF Racing Team SPEED UP 39’13.111 162.4 50.214
21 11 Sandro CORTESE GER Dynavolt Intact GP KALEX 39’13.404 162.4 50.507
22 49 Axel PONS SPA Tuenti HP 40 KALEX 39’13.520 162.4 50.623
23 72 Yuki TAKAHASHI JPN IDEMITSU Honda Team Asia MORIWAKI 39’13.900 162.4 51.003
24 96 Louis ROSSI FRA Tech 3 TECH 3 39’14.423 162.3 51.526
25 22 Jason O’HALLORAN AUS JiR Moto2 MOTOBI 39’14.753 162.3 51.856
26 7 Doni Tata PRADITA INA Federal Oil Gresini Moto2 SUTER 39’47.056 160.1 1’24.159
27 10 Thitipong WAROKORN THA Thai Honda PTT Gresini Moto2 SUTER 39’47.971 160.1 1’25.074
28 97 Rafid Topan SUCIPTO INA QMMF Racing Team SPEED UP 39’34.621 152.0 1 lap

Text von Gerald Dirnbeck

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