Luis Salom - © KTM

© KTM – Luis Salom holte sich seinen zweiten Moto3-Sieg nach Indianapolis

Das Moto3-Rennen in Aragon war bis zur Ziellinie hart umkämpft und am Ende standen drei KTM-Piloten auf dem Podium. In einer spannenden Schlussphase setzte sich Luis Salom durch und feierte seinen zweiten Saisonsieg.

Die Fans auf den Tribünen jubelten dem Spanier zu und feierten den Heimtriumph. Salom fuhr mit seiner Kalex-KTM ein unauffälliges Rennen in der Spitzengruppe und schlug zu als es zählte. Ein starkes Rennen fuhr wieder KTM-Werksfahrer Sandro Cortese. Der Deutsche war konstant auf den ersten Positionen zu finden und verpasste den Sieg um weniger als zwei Zehntelsekunden. Das gute Ergebnis für Deutschland komplettierte Jonas Folger (Kalex-KTM) als Dritter. Es war sein dritter Podestplatz in den letzten vier Rennen.

Toni Finsterbusch (Honda) und Debütant Luca Amato (Kalex-KTM) kamen ins Ziel, gingen aber leer aus. Das Rennergebnis hat große Auswirkungen auf die WM. Maverick Vinales konnte das Rennen gar nicht starten. In der Aufwärmrunde gab es ein Motorproblem an seiner FTR-Honda und er schied aus bevor das Rennen überhaupt gestartet war. Cortese führt in der WM nun mit 51 Punkten vor Salom. Vinales ist auf den dritten Rang zurückgefallen und hat vier Rennen vor Saisonende ein Defizit von 66 Zählern. Theoretisch könnte sich Cortese schon in Japan zum Weltmeister krönen, wenn Salom keine Punkte holt und Vinales nicht besser als Dritter wird.

Deshalb sieht Cortese die Situation entspannt: „51 Punkte Vorsprung sind ein schönes Polster. Jetzt kann ich entspannt nach Japan reisen.“ Wie hat er den Vinales-Ausfall mitbekommen? „Da konnte ich nicht großartig drüber nachdenken, denn ich musste mich voll konzentrieren.“ Salom dachte nach seinem Triumph nicht an den Punktestand, sondern genoss den Sieg in vollen Zügen. „Mir tut immer noch alles weh nach meinem Highsider im Warmup.“

„Im Rennen habe ich dann trotzdem mein Bestes gegeben und das war der Sieg“, freut sich der Spanier. Zur Freude der Aspar-Mannschaft war Folger zurück auf dem Podium. „Das war eines der härtesten Rennen in diesem Jahr. Ich lag lange Zeit am Ende der Führungsgruppe und konnte in der Schlussphase noch nach vorn fahren“, lautet sein erster Kommentar. Der Grand Prix zählte zu den spannenderen Moto3-Rennen in dieser Saison, denn bis zum Schluss war alles offen. Bis Champagner verspritzt werden durfte, mussten 20 lange Runden absolviert werden. Eine wichtige Situation spielte sich allerdings schon davor ab.
Bereits in der Aufwärmrunde spielte sich ein Drama ab, das für die WM eine Vorentscheidung gebracht haben könnte. Vinales rollte aus und blieb stehen. Der Spanier versuchte seine FTR-Honda wieder in Gang zu bringen, doch es klappte nicht. Er warf das Motorrad um und trat mit dem Fuß nach. Der Frust saß tief. Noch bevor das Rennen überhaupt begonnen hatte, war Vinales draußen. Beim Start ging dann alles gut und alle Fahrer kamen problemlos durch die ersten Kurven. Lediglich im Mittelfeld stürzte Jasper Iwema.

Folger nutzte seine Pole-Position perfekt und ging sofort in Führung. Dahinter sortierten sich Salom, Zulfahmi Khairuddin (KTM), Efren Vazquez (FTR-Honda), Cortese und Romano Fenati (FTR-Honda) ein. Am Ende der ersten Runde wurde Cortese auf seinem Boxenschild „Vinales K.O.“ gezeigt. In der Anfangsphase konnte Folger die Führung behaupten, aber die Verfolger waren dicht dran. In der dritten Runde änderte sich die Reihenfolge. Khairuddin schnappte sich die Führung und auch Cortese hatte sich mittlerweile nach vor auf Platz zwei gearbeitet. Eine große Spitzengruppe lag dicht beisammen.

In der fünften Runde übernahm Cortese erstmals die Spitze und konnte sich sofort von Khairuddin um einige Meter absetzen. Der Deutsche versuchte eine Soloflucht. Bei Rennhalbzeit brach die Spitzengruppe langsam auf. Fenati bog an die Box ab, denn es gab ein technisches Problem (Ölleck) an seiner FTR-Honda. Die Führungsgruppe reduzierte sich auf sieben Fahrer. Zehn Runden vor Schluss hatte Cortese alles unter Kontrolle. Die Verfolger waren der KTM aber auf den Fersen. Niemand konnte sich entscheidend absetzen.

An der Spitze wechselten sich Cortese, Kent und Alex Rins (Suter-Honda) ab. Louis Rossi (FTR-Honda), Folger und Salom waren ebenfalls vorne mit dabei. Khairuddin warf seine Chance auf einen Spitzenplatz sechs Runden vor dem Ende weg. Ein harmloser Ausrutscher endete im Kiesbett. Das zeigte wie schnell es gehen kann. Bis zur Schlussphase konnte kein Fahrer entscheidende Akzente setzen und sich einen Vorteil verschaffen. Das KTM-Duo Kent und Cortese führte über weite Strecken.

Die Entscheidung fiel in der letzten Runde. Salom hatte sich lange zurückgehalten und war am Ende wieder da. Der Spanier nahm die letzte Runde als Führender in Angriff. Wie immer fuhr Salom ein ruhiges und unauffälliges Rennen in der Spitzengruppe und war am Ende dann auf Podiumskurs. Cortese hatte den Sieg aber nicht aufgegeben und schnappte sich Salom in der letzten Runde. Auch Folger suchte einen Weg am Spanier vorbei.

Salom kämpfte wie ein Löwe gegen die beiden Deutschen und eroberte sich die Führung zurück. Dahinter drückte Vazquez Kent von der Strecke. Beide konnten weiterfahren, aber der Sieg wurde nur noch zwischen Salom, Cortese und Kent entschieden. Salom machte es richtig, denn in den letzten Kurven fand Cortese keinen Weg mehr vorbei. Der Spanier fuhr als Erster über die Ziellinie und feierte einen umjubelten Heimsieg. Es war sein zweiter Triumph in diesem Jahr.

Auch für die Fahrer aus Deutschland war es ein erfolgreicher Tag. Cortese kam 0,155 Sekunden hinter Salom über die Linie und setzte seine Podestserie fort. Die WM-Situation hat sich durch dieses Ergebnis nun gedreht. Cortese hat seinen Vorsprung ausgebaut. Neuer WM-Zweiter ist Salom, der 51 Punkte hinter dem KTM-Werksfahrer liegt. Vinales hat nun schon 66 Zähler Rückstand. Die Erfolgsserie von Folger fand seine Fortsetzung. Der Aspar-Pilot kämpfte in der letzten Runde um den Sieg und wurde schließlich Dritter. Es war sein dritter Podestplatz in den vergangenen vier Rennen.

Knapp verpasste Kent als Vierter das Podium. Auf den weiteren Plätzen folgten Vazquez, Rins, Rossi und Miguel Oliveira (Suter-Honda). Der Portugiese hatte zwar nur 1,9 Sekunden Rückstand, aber dennoch wurde es nur Platz acht. Auch die weiteren Fahrer lagen bis ins Ziel dicht beisammen. Arthur Sissis (KTM) hielt knapp Niccolo Antonelli (FTR-Honda) in Schach und eroberte Rang acht.

Die weiteren Punkte nahmen Jakub Kornfeil, Alessandro Tonucci, Alberto Moncayo (alle drei FTR-Honda), Niklas Ajo (KTM) und Alex Marquez (Suter-Honda) mit. Knapp verpassten die beiden weiteren Deutschen im Feld die Punkteränge. Finsterbusch (Honda) kam als 18. über die Linie. Amato (Kalex-KTM) beendete seinen ersten Grand Prix als 19. Das nächste Rennen findet am 14. Oktober in Motegi (Japan) statt.

Ergebnisse Moto3 Aragon Rennen

1 25 39 Luis SALOM SPA RW Racing GP KALEX KTM 40’56.391 148.842
2 20 11 Sandro CORTESE GER Red Bull KTM Ajo KTM 40’56.546 148.833 0.155
3 16 94 Jonas FOLGER GER Mapfre Aspar Team Moto3 KALEX KTM 40’56.753 148.820 0.362
4 13 52 Danny KENT GBR Red Bull KTM Ajo KTM 40’57.506 148.775 1.115
5 11 7 Efren VAZQUEZ SPA JHK t-shirt Laglisse FTR HONDA 40’57.551 148.772 1.160
6 10 42 Alex RINS SPA Estrella Galicia 0,0 SUTER HONDA 40’58.156 148.735 1.765
7 9 96 Louis ROSSI FRA Racing Team Germany FTR HONDA 40’58.230 148.731 1.839
8 8 44 Miguel OLIVEIRA POR Estrella Galicia 0,0 SUTER HONDA 40’58.363 148.723 1.972
9 7 61 Arthur SISSIS AUS Red Bull KTM Ajo KTM 40’58.806 148.696 2.415
10 6 27 Niccolò ANTONELLI ITA San Carlo Gresini Moto3 FTR HONDA 40’58.978 148.686 2.587
11 5 84 Jakub KORNFEIL CZE Redox-Ongetta-Centro Seta FTR HONDA 40’59.236 148.670 2.845
12 4 19 Alessandro TONUCCI ITA Team Italia FMI FTR HONDA 40’59.458 148.657 3.067
13 3 23 Alberto MONCAYO SPA Andalucia JHK t-shirt Laglisse FTR HONDA 41’00.154 148.615 3.763
14 2 31 Niklas AJO FIN TT Motion Events Racing KTM 41’11.290 147.945 14.899
15 1 12 Alex MARQUEZ SPA Ambrogio Next Racing SUTER HONDA 41’11.432 147.936 15.041
16 41 Brad BINDER RSA RW Racing GP KALEX KTM 41’32.861 146.665 36.470
17 32 Isaac VIÑALES SPA Ongetta-Centro Seta FTR HONDA 41’33.813 146.609 37.422
18 9 Toni FINSTERBUSCH GER Racing Team Germany HONDA 41’33.848 146.607 37.457
19 8 Jack MILLER AUS Caretta Technology HONDA 41’34.703 146.556 38.312
20 29 Luca AMATO GER Mapfre Aspar Team Moto3 KALEX KTM 41’37.222 146.409 40.831
21 89 Alan TECHER FRA Technomag-CIP-TSR TSR HONDA 41’37.240 146.408 40.849
22 17 John McPHEE GBR Caretta Technology KRP HONDA 41’38.270 146.347 41.879
23 30 Giulian PEDONE SWI Ambrogio Next Racing SUTER HONDA 41’38.435 146.338 42.044
24 58 Juan Francisco GUEVAR SPA Wild Wolf BST FTR HONDA 41’52.287 145.531 55.896
25 99 Danny WEBB GBR Mahindra Racing MAHINDRA 41’59.078 145.138 1’02.687
26 51 Kenta FUJII JPN Technomag-CIP-TSR TSR HONDA 42’14.446 144.258 1’18.055
27 80 Armando PONTONE ITA IodaRacing Project IODA 42’14.765 144.240 1’18.374
Not Classified
26 Adrian MARTIN SPA JHK t-shirt Laglisse FTR HONDA 35’17.384 146.772 3 laps
95 Miroslav POPOV CZE Mahindra Racing MAHINDRA 33’44.885 144.449 4 laps
63 Zulfahmi KHAIRUDDIN MAL AirAsia-Sic-Ajo KTM 28’39.663 148.826 6 laps
5 Romano FENATI ITA Team Italia FMI FTR HONDA 18’34.409 147.636 11 laps
49 Jorge NAVARRO SPA Bradol Larresport HONDA 2’12.497 137.971 19 laps
53 Jasper IWEMA NED Moto FGR FGR HONDA 3’17.601 92.513 19 laps

WM-Stand Moto3

1 Sandro CORTESE KTM GER 245
2 Luis SALOM Kalex KTM SPA 194
3 Maverick VIÑALES FTR Honda SPA 179
4 Romano FENATI FTR Honda ITA 120
5 Alex RINS Suter Honda SPA 106

Text von Gerald Dirnbeck

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