© Repsol - Alex Marquez machte die WM mit seinem zweiten Saisonsieg spannend

© Repsol – Alex Marquez machte die WM mit seinem zweiten Saisonsieg spannend

Alex Marquez ist der Mann der Stunde in der Moto3-Klasse. Nach seinem Heimsieg vor zwei Wochen in Barcelona holte sich der jüngere Bruder von MotoGP-Weltmeister Marc Marquez auch den Sieg in Assen. Honda gewann damit nach der langen KTM-Dominanz den zweiten Grand Prix in Folge.

Es schaffte auch kein KTM-Fahrer auf das Podest. Alex Rins machte den Honda-Doppelsieg perfekt. Miguel Oliveira eroberte für Mahindra Platz drei. Für die WM war das Rennen entscheidend, denn Jack Miller (KTM) schied aus und Romano Fenati (KTM) sammelte als 18. keine WM-Punkte.

Gleich in der Anfangsphase spielten sich die für die WM entscheidenden Szenen ab. Miller startete von der Pole-Position perfekt und führte die erste Runde souverän an. Dann stürzte der Australier allerdings zu Beginn der zweiten Runde in Kurve eins und war ausgeschieden. „Ich bin unverletzt“, bestätigt Miller bei ‚MotoGP.com‘. „Es hätte ein gutes Rennen werden können. Ich hatte viel Vertrauen, bin aber auf einer Bodenwelle gestürzt. Ich hoffe, beim nächsten Mal mehr Glück zu haben.“

Gleichzeitig spielten sich hinter Miller in der Zielschikane am Ende der ersten Runde weitere Dramen ab. Fenati bremste zu spät für die Schikane, pflügte durch das Kiesbett und fiel bis auf Rang 31 zurück. Gleichzeitig stürzte Enea Bastianini nach einer Berührung mit Efren Vazquez (Honda) in der Schikane von seiner KTM.

Nachdem sich der Staub der Anfangsphase gelichtet hatte, führte Marquez mit einem Vorsprung von einer Sekunde vor der großen Verfolgergruppe. Rins konnte sich in den ersten Runden von der Gruppe lösen und nahm die Verfolgung seines Honda-Teamkollegen auf. Rins schaffte es auch und hing in der neunten Runde schon am Hinterrad von Marquez. Kurz darauf entbrannte das Stallduell um die Führung, doch Rins verlor wertvollen Boden und Marquez sicherte den Sieg im letzten Renndrittel ab.

„Ich bin sehr froh. Nach dem Sturz von Miller und Fenati wollte ich das Rennen einfach nur beenden“, sagt Sieger Marquez. „Zu Beginn des Rennens fehlte mir das Gefühl. Doch mit gebrauchten Reifen fühlte ich mich wohl. Ich hoffe, dass wir so weitermachen können. Mit einem guten Ergebnis am Sachsenring möchte ich in den Urlaub gehen.“

Dahinter entbrannte in den letzten Runden ein Duell zwischen Oliveira und Rins um Platz zwei. Rins setzte sich in der letzten Kurve in der letzten Schikane durch und machte den Honda-Doppelsieg perfekt. „Das Rennen war schwierig. Alex konnte seinen Rhythmus halten. Ich wollte ihm folgen, doch es war nicht möglich“, seufzt Rins. „Ich kämpfte mit Miguel und konnte ihn in der letzten Kurve überholen. Ich habe etwas Schmerzen im Fuß, doch es ist okay. Ich danke meinem Team.“

Oliveira eroberte für Mahindra seinen ersten Podestplatz in der Saison: „Ich freue mich über das Podium“, so der Portugiese. „Vor dem Rennen erwartete ich nicht, dass ich um Platz zwei kämpfen würde. Ich ging von Startplatz 13 ins Rennen. Ich hatte einen guten Rhythmus und konnte von den Kämpfen an der Spitze profitieren. Ich bin froh, auch wenn ich Platz zwei nicht halten konnte.“

Turbulentes Rennen für Fenati
Ein Rennen mit Höhen und Tiefen erlebte Fenati. Nach seinem Ausrutscher holte der Italiener mit schnellsten Rundenzeiten auf, pflügte durch das Feld und hatte nach zehn Runden schon den Anschluss an die große Verfolgergruppe ab Platz drei gefunden. Fenati kämpfte, steckte aber in der großen Gruppe fest. In der 14 Runde stürzte er im Scharmützel in Kurve neun. Der Italiener konnte weiterfahren, hatte aber wieder wertvollen Boden verloren. Er reihte sich als 22. wieder ein und kam schließlich als 18. ins Ziel.

Das Rennen änderte auch das Bild in der WM: Miller behauptete mit 117 Punkten die WM-Führung. Fenati hat weiterhin sieben Zähler Rückstand. Mit dem Sieg erhöhte Marquez sein Konto auf 110 Punkte. Auch Rins ist mit 107 Zählern wieder im WM-Rennen dabei. Vazquez vom Racing-Team-Germany ist mit 102 Punkten WM-Fünfter.

In der großen Verfolgergruppe setzte sich Alexis Masbou (Honda) durch und eroberte Platz vier. Dahinter folgten Niccolo Antonelli (KTM), Vazquez, Isaac Vinales (KTM), Danny Kent (Husqvarna), Brad Binder (Mahindra) und John McPhee (Honda). Jakub Kornfeil (KTM) belegte Platz elf. Der Tscheche musste in der siebten Runde Niklas Ajo ausweichen, der in Kurve sieben per Highsider von seiner Husqvarna geworfen wurde.

Chaos gab es auch in der nächsten Gruppe in der letzten Runde in der Zielschikane. Luca Grünwald (Kalex-KTM) war auf Kurs zu WM-Punkten, doch dann stürzte der Deutsche und riss auch Alessandro Tonucci (Mahindra) und Juanfran Guevara (Kalex-KTM) mit. Somit wurde Wildcard-Starter Jasper Iwema (FTR-KTM) Zwölfter, gefolgt von Matteo Ferrari (Mahindra) und Zulfahmi Khairuddin (Honda). Philipp Öttl (Kalex-KTM) sammelte als 15. den letzten WM-Punkt. Der nächste Grand Prix findet am 13. Juli auf dem Sachsenring statt.

Ergebnisse Moto3 Assen:

1 25 12 Alex MARQUEZ SPA Estrella Galicia 0,0 HONDA 38’07.648 157.2
2 20 42 Alex RINS SPA Estrella Galicia 0,0 HONDA 38’10.608 157.0 2.960
3 16 44 Miguel OLIVEIRA POR Mahindra Racing MAHINDRA 38’11.292 156.9 3.644
4 13 10 Alexis MASBOU FRA Ongetta-Rivacold HONDA 38’23.998 156.1 16.350
5 11 23 Niccolò ANTONELLI ITA Junior Team GO&FUN Moto3 KTM 38’24.114 156.1 16.466
6 10 7 Efren VAZQUEZ SPA SaxoPrint-RTG HONDA 38’24.135 156.1 16.487
7 9 32 Isaac VIÑALES SPA Calvo Team KTM 38’24.179 156.1 16.531
8 8 52 Danny KENT GBR Red Bull Husqvarna Ajo HUSQVARNA 38’24.207 156.1 16.559
9 7 41 Brad BINDER RSA Ambrogio Racing MAHINDRA 38’24.291 156.1 16.643
10 6 17 John MCPHEE GBR SaxoPrint-RTG HONDA 38’24.334 156.1 16.686
11 5 84 Jakub KORNFEIL CZE Calvo Team KTM 38’30.880 155.6 23.232
12 4 13 Jasper IWEMA NED KRP Abbink Racing FTR KTM 38’32.472 155.5 24.824
13 3 3 Matteo FERRARI ITA San Carlo Team Italia MAHINDRA 38’33.341 155.5 25.693
14 2 63 Zulfahmi KHAIRUDDIN MAL Ongetta-AirAsia HONDA 38’33.358 155.4 25.710
15 1 65 Philipp OETTL GER Interwetten Paddock Moto3 KALEX KTM 38’33.422 155.4 25.774
16 51 Bryan SCHOUTEN NED CIP MAHINDRA 38’33.569 155.4 25.921
17 55 Andrea LOCATELLI ITA San Carlo Team Italia MAHINDRA 38’33.958 155.4 26.310
18 5 Romano FENATI ITA SKY Racing Team VR46 KTM 38’36.986 155.2 29.338
19 57 Eric GRANADO BRA Calvo Team KTM 38’40.233 155.0 32.585
20 9 Scott DEROUE NED RW Racing GP KALEX KTM 38’46.414 154.6 38.766
21 61 Arthur SISSIS AUS Mahindra Racing MAHINDRA 38’54.578 154.0 46.930
22 95 Jules DANILO FRA Ambrogio Racing MAHINDRA 38’54.765 154.0 47.117
23 71 Thomas VAN LEEUWEN NED 71Workx.com Racing Team KALEX KTM 38’56.710 153.9 49.062
24 22 Ana CARRASCO SPA RW Racing GP KALEX KTM 38’59.917 153.7 52.269
25 11 Livio LOI BEL Marc VDS Racing Team KALEX KTM 39’00.007 153.7 52.359
26 19 Alessandro TONUCCI ITA CIP MAHINDRA 39’18.252 152.5 1’10.604
27 4 Gabriel RAMOS VEN Kiefer Racing KALEX KTM 39’27.051 151.9 1’19.403
28 43 Luca GRÜNWALD GER Kiefer Racing KALEX KTM 39’56.367 150.1 1’48.719
29 38 Hafiq AZMI MAL SIC-AJO KTM 38’15.759 149.5 1 lap

Text von Gerald Dirnbeck

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