Andrea Iannone, Jorge Lorenzo - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Jorge Lorenzo war nach dem Crash sichtlich wütend auf Andrea Iannone

Der Unfall beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona hat für Andrea Iannone ein Nachspiel.

Für die Kollision mit Jorge Lorenzo wurde der Ducati-Werksfahrer bestraft. Beim nächsten Rennen in Assen wird Iannone auf dem letzten Startplatz stehen.

In der 17. Runde verbremste sich Iannone am Ende der Gegengeraden vor Kurve 10. Er war aber zu schnell dran und knallte dem vor ihm fahrenden Lorenzo, der gerade in die Kurve einbog, gegen den Hinterreifen.

Beide stürzten, blieben aber unverletzt. Für Iannone war es in diesem Jahr schon die zweite heftige Kollision. In Argentinien war er in der letzten Kurve der letzten Runde seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso in die Seite gefahren. Beide Ducatis lagen im Kiesbett. Damals erhielt Iannone eine Rückversetzung fürs nächste Rennen um drei Plätze. Da er als Wiederholungstäter gilt, fiel die Strafe nun heftiger aus.

Und wie bewerten die anderen Fahrer diese Situation? „Ich habe den Crash auf einem Smartphone gesehen“, sagt Rossi direkt nach dem Rennen. „Ich glaube, dass Andrea in der Bremsphase einen Fehler gemacht hat, Jorge konnte besser verzögern. Man kann Fehler machen. Vielleicht hätte Iannone versuchen können, nach außen zu gehen statt auf die Innenseite.“

Experten: Iannone hätte nach außen ziehen sollen
Obwohl die Schuldfrage eindeutig ist, will Rossi mit seinem Landsmann nicht zu hart ins Gericht gehen: „Wenn man versteht, dass man nicht langsamer wird, müsste man auf die Außenseite fahren. Es ist aber leicht zu sagen, wenn man hier sitzt. Auf dem Motorrad ist es viel schwieriger. Es ist natürlich schade, wenn ein Fahrer einen Fehler macht und einen anderen mitreißt.“ Für die WM hatte Lorenzos Ausfall Konsequenzen, denn der Yamaha-Pilot verlor die WM-Führung an Marc Marquez.

Der Spanier bewertet die Situation ähnlich wie Rossi und erinnert an seinen eigenen Unfall vor einem Jahr in Barcelona. „Im Vorjahr hatte ich eine sehr ähnliche Situation. In meinem Fall bin ich nach außen gefahren und alleine gestürzt. Zum Crash ist es schwierig, etwas zu sagen. Lorenzo bereitet die Kurven immer extrem für den Kurvenausgang vor. Wegen seiner Linien ist es immer schwierig zu verstehen, wann man attackieren kann“, macht Marquez eine interessante Bemerkung.

Teamkollege Dani Pedrosa analysiert die Situation nüchtern: „Im Video kann ich erkennen, dass es keine Absicht von ihm war. Er hat im Windschatten von Jorge gebremst. Dabei bewegte sich das Hinterrad hin und her. Als er die Kontrolle verlor, entschied er sich aus Gründen, die wir nicht kennen, für die Innenseite. Dann konnte er das Motorrad nicht mehr verzögern. Ich glaube nicht, dass es Absicht war.“

Größter Profiteur der Situation war am Ende Marquez, denn jetzt hat er in der WM zehn Punkte Vorsprung auf Lorenzo. Trotzdem will sich der Honda-Fahrer nicht recht darüber freuen: „Wenn einer deiner WM-Gegner ausscheidet, ist es schade. In Mugello war es Valentinos Motorschaden, hier konnte Lorenzo nichts dafür. Ich fühle mich dann etwas enttäuscht.“

Text von Gerald Dirnbeck

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